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Corona-Maßnahmen: So könnten die Quarantäne-Regeln geändert werden

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Von: Oliver Schmitz

Karl Lauterbach (SPD), Bundesminister für Gesundheit, denkt über eine Verkürzung der Corona-Quarantäne nach.
Karl Lauterbach diskutiert gemeinsam mit den Gesundheitsministern der Bundesländer über neue Quarantäneregeln. (Symbolbild) © Kay Nietfeld/dpa

Auf Deutschland kommen neue Corona-Maßnahmen zu. Bereits vor der MPK diskutieren Lauterbach und die Gesundheitsminister der Länder, was angepasst werden soll.

Update vom 5. Januar, 18:15 Uhr: Am Mittwoch haben die Gesundheitsminister der Länder Änderungen der Quarantäneregeln vorgeschlagen. Geimpfte Beschäftigte der kritischen Infrastruktur etwa in Kliniken und Pflegeheimen sollen demnach eine Isolation wegen einer Infektion „zum Zwecke der Arbeitsaufnahme“ bereits nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test beenden können. Über den Vorschlag informierte Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne am Mittwoch nach einer Videoschalte. Die SPD-Politikerin ist aktuell Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz.

Zudem soll die Quarantänedauer für symptomfreie enge Kontaktpersonen von Infizierten laut dem Beschluss der Gesundheitsminister sieben Tage betragen. Geboosterte sollen als enge Kontaktpersonen nicht mehr in Quarantäne geschickt werden. Ihnen werden regelmäßige Selbsttests empfohlen. Ungeimpfte sollen die Quarantäne nach sieben Tagen mit einem negativen PCR-Test beenden können, Beschäftigte der kritischen Infrastruktur sollen sie bereits nach fünf Tagen mit negativem PCR-Test beenden können. Über die Vorschläge soll in der Bund-Länder-Schalte von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und den Ministerpräsidenten beraten werden. Die Gesundheitsämter seien laut Grimm-Benne personell überlastet, deshalb müsse man „zu einfacheren Regelungen“ kommen.

Corona-Maßnahmen: Gesundheitsminister beraten – schon vor MPK Verschärfungen?

Erstmeldung vom 5. Januar, 12:12 Uhr: Düsseldorf/Magdeburg – Angesichts der wachsenden Gefahr durch die Corona-Variante Omikron sollen neue Maßnahmen für Deutschland und Nordrhein-Westfalen beschlossen werden. Noch bevor am Freitag (7. Januar) die entscheidende Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) stattfindet, kommen am Mittwoch kurzfristig Karl Lauterbach und die Gesundheitsminister der Bundesländer zusammen.

Bei der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) im Videoformat soll vor allem über einer Änderung der Quarantäneregeln diskutiert werden, erklärte das Gesundheitsministerium von Sachsen-Anhalt, das seit Anfang des Jahres den Vorsitz innehat, am Dienstagabend. Die Beschlüsse werden anschließend auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben.

Gesundheitsministerkonferenz zur Corona-Pandemie

Was? Anpassung der Corona-Maßnahmen wegen der Omikron-Welle mit anschließender Pressekonferenz

Wann? Mittwoch (5. Januar), 16 Uhr (Start der Pressekonferenz)

Wer? Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sowie alle Gesundheitsminister der Bundesländer und somit auch Karl-Josef Laumann aus NRW

Gesundheitsministerkonferenz: Diese Corona-Maßnahmen sind Thema

Corona-Konferenz: Gesundheitsminister wollen wohl Qurantäne-Verkürzung

Die nächste planmäßige GMK war eigentlich für kommenden Montag (10. Januar) geplant. Nun wurde aus Dringlichkeit eine extra Ausgabe eingeschoben. Vor allem soll über eine Verkürzung der Corona-Quarantäne gesprochen werden. Dadurch sollen wichtige Versorgungsbereiche aufrechterhalten werden, falls die Infektionszahlen durch die ansteckendere Virusvariante Omikron sprunghaft zunehmen sollten. Patientenschützer verlangen aber engmaschige PCR-Labortests als Bedingung dafür.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte sich gegenüber dem RND klar für diesen Weg ausgesprochen. „Wir brauchen eine neue Quarantäneverordnung. [...] Sie muss darauf ausgerichtet sein, dass bestimmte Bereiche der kritischen Infrastruktur gefordert sein könnten – insbesondere Krankenhäuser, Altenpflege sowie Polizei, Feuerwehr und die Versorgung mit Wasser und Elektrizität. Auch die Bereiche Schule und Reisen müssen bedacht werden“, erklärte der SPD-Politiker.

Die brandenburgische Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher rechnet bereits damit, dass die Quarantänezeiten verkürzt werden. „Es wird auf eine Anpassung der Quarantänezeiten allgemein hinauslaufen“, sagte die Ministerin am Mittwochmorgen im RBB-Inforadio. „Dass die verkürzt werden, das erwarte ich.“

Neue Corona-Maßnahmen: Lauterbach will strengere Kontaktbeschränkungen

Gleichzeitige plädierte Lauterbach auch für eine erneute Verschärfung der Kontaktbeschränkungen: „Verschärfungen werden leider notwendig sein, um der schweren Welle, die auf uns zukommt, zu begegnen“. Dazu wolle er „Vorschläge machen“. Auch diese dürften bei der Gesundheitsministerkonferenz ein Thema sein.

Zumindest für Ungeimpfte werden Kontaktbeschränkungen wohl noch länger aufrechterhalten. Laut Lauterbach gäbe es für sie „keinen Grund zur Entwarnung“. Man können ihnen nicht in Aussicht stellen, dass diese kurz- oder mittelfristig aufgehoben würden. Das sei jedoch in ihrem eigenen Sinne, da man sie dadurch vor Aufenthalten in Intensivstationen bewahre. (os mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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