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Hochwasser in NRW: Innenminister Reul nimmt Behörden in Schutz – „Entscheidungen vor Ort richtig“

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Der Nordrhein-Westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) gibt eine Pressekonferenz
NRW-Innenminister Herbert Reul verteidigt die Behörden vor Ort. © David Young/dpa

NRW-Innenminister Herbert Reul verteidigt die örtlichen Behörden nach der Hochwasser-Katastrophe. Viele Bürger hätten die nahende Katastrophe nicht ernst genommen.

Düsseldorf – In der Unwetterkatastrophe haben die Städte und Kreise aus Sicht des nordrhein-westfälischen Innenministers gut reagiert. „Die Entscheidungen vor Ort sind richtig getroffen worden“, sagte Herbert Reul am Montag in Düsseldorf. „Ich kenne keinen Fall, wo auf Grund zu später Evakuierung Schaden entstanden ist.“ Ein größeres Problem sei vielfach gewesen, dass Menschen Warnungen nicht ernst genommen hätten und ihr Haus nicht verlassen wollten.

Reul sagte: „Das allergrößte Problem ist nicht, dass irgendeiner an irgendeiner Stelle mal irgendwas falsch oder zu wenig gewarnt hat. Sondern ich glaube, die Befindlichkeit bei uns ist: Wir leben in einer heilen Industriewelt, einer Superwelt – und uns kann nichts passieren. Katastrophen finden irgendwo anders statt. Die gucken wir uns im Fernsehen an.“

Hochwasser NRW: Reul verspricht „schonungslose“ Aufklärung

Die Kreise und Städte seien grundsätzlich zuständig für die Schutzmaßnahmen, bekräftigte Reul. „Das ist ein scharfer Grundrechtseingriff, Leute von ihrem Grund und Boden zu vertreiben.“ Dies werde daher vor Ort sehr gründlich abgewogen.

Reul versprach, das Vorgehen der staatlichen Stellen „schonungslos und ehrlich“ aufzuklären. Dazu sei aber jetzt nicht die Zeit. Zur Kritik am Katastrophenschutz sagte Reul: „Das Wesen von Katastrophen ist, dass sie nicht vorhersehbar sind.“ Das gelte erst recht für Naturkatastrophen. Dem widerspricht die britische Forscherin Hannah Cloke, die den deutschen Behörden schwere Vorwürfe macht.

Hochwasser: NRW investiert seit 2018 in Sirenen

Tatsache sei, dass NRW seit 2018 wieder in Sirenen investiert habe. Dafür sei ihm von einigen nicht unmaßgeblichen Leuten „ein mittlerer Schuss“ attestiert worden. „Wir brauchen solche Dinger“, sagte Reul. Ihm habe der ironische Zuspruch eines Niederländers gefallen, der ihm zu der Katastrophenschutz-Debatte geschrieben habe: „Die besten Seekapitäne stehen immer an Land.“ Zuletzt hatte es am 11. März in NRW einen landesweiten Warntag gegeben. (dpa) 

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