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Italien-Wahl: Die letzten Umfragen sind da – rechtsextreme Fratelli legen weiter zu

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Von: Florian Naumann, Andreas Schmid, Fabian Müller

Vor der Parlamentswahl in Italien haben die Rechtsextremen „Fratelli“ und die Demokraten gute Chancen auf den Wahlsieg. Alle Infos im Umfrage-Ticker.

Update vom 25. September: Die Zeit der Umfragen ist vorbei: Aktuelle Prognosen und Hochrechnungen zur Italien-Wahl finden Sie hier. Über alle inhaltlichen Entwicklungen halten wir Sie in unserem News-Ticker auf dem Laufenden.

Umfragen zu Italien-Wahl: Das sagen die letzten Sonntagsfragen – rechtsextreme Fratelli legen weiter zu

Update vom 15. September: Die letzten Umfragen vor der Italien-Wahl am 25. September liegen bereits vor - die Erhebungen vom 9. September sehen die post-faschistischen Fratelli d‘Italia weiter auf dem Weg zur stärksten Kraft in Rom. Auf 25 bis 27 Prozent taxierten die Institute SWG und Ipsos die Partei von Ministerpräsidentschafts-Anwärterin Giorgia Meloni. Nun dürfen bis zum Wahltag keine weiteren Ergebnisse von Sonntagsfragen mehr veröffentlicht werden.

Die Zahlen der beiden Erhebungen im Auftrag der TV-Sendung „Tg La7“ und des Corriere della Sera unterscheiden sich allerdings teils erheblich. So schwankt der Zuspruch für die Regierungspartei Movimente 5 Stelli zwischen 12 und 14,5 Prozent. Bei Verlusten für die Lega von Populist Matteo Salvini sind sich die Umfrage allerdings einig – ein Minus von rund zwei Prozentpunkten seit Ende August steht zu Buche. Salvini hatte zuletzt mit Zweifeln an den Russland-Sanktionen der EU für Schlagzeilen gesorgt.

Eine absolute Mehrheit hat Melonis angepeiltes Rechtsbündnis aus Fratelli, Lega und Forza Italia in keiner der beiden Varianten. Das ist allerdings vermutlich auch gar nicht nötig, um eine Regierung anzuführen. Laut italienischem Wahlrecht wird ein Drittel der Sitze per Mehrheitswahlrecht vergeben. Allerdings sind bis zum Wahltermin auch noch weitere Meinungsumschwünge möglich.

DatumQuelleFratelli d'ItaliaPartito DemocraticoLegaMovimento 5 StelleForza ItaliaAzione & Italia VivaItalexitVerdi/SinistraPiù EuropaNoi moderati
09.09.2022SWG27,0%20,4%12,1%12%6,7%7,5%-4,0%2,1%-
09.09.2022Ipsos25,1%20,5%12,5%14,5%8,0%6,7%-3,4%--
05.09.2022Quorum24,2%21,9%13,5%12,1%8,1 %5,2%2,6%3,5%2,2%1,5%\t
26.08.2022Europe Elects24,7%23,3%14,3%10,7%7,2%4,8%2,5%2,5%2,0%1,2%
24.08.2022Politico24%23,0%14,0%11,0%7,0%6,0%3,0%3,0%1,9%2,0%

Italien-Wahl: Rechtsextreme „Fratelli d‘Italia“ bauen Vorsprung aus – doch noch ist alles offen

Update vom 6. September: Geht die italienische Parlamentswahl am 25. September so aus, wie das aktuelle Umfragen nahelegen, wird die 2012 von Giorgia Meloni mitbegründete und heute von ihr angeführte Rechtsaußen-Partei Fratelli d‘Italia (FDI) stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus und im Senat, den beiden Parlamentskammern des Landes. Verschiedene Umfrage-Institute sehen die FDI bei Werten um 24 Prozent, vor der Demokratischen Partei, der stärksten Kraft im Mitte-Links-Lager. Sie liegt knapp dahinter bei 22 Prozent.

Zusammen mit den verbündeten Rechtsparteien Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini und Forza Italia des langjährigen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi hat Meloni gute Chancen auf eine Regierungsmehrheit. Die beiden Männer, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten früher selbst die mächtigste Position im Mitte-Rechts-Lager innehatten, liegen weit hinter FDI. Ein Streitthema mit Salvini könnten allerdings die Sanktionen gegen Russland werden.

Meloni selbst könnte somit Geschichte schreiben und nach der Wahl die erste Frau an der Spitze einer italienischen Regierung werden. In gut drei Wochen sind die Italienerinnen und Italiener zum Gang zur Wahlurne aufgefordert.

Umfragen zur Italien-Wahl: Fratelli d‘Italia im Showdown mit der Partito Democratico

Draghi-Nachfolger gesucht: Umfragen sehen rechtsextreme „Fratelli d‘Italia“ vorn – Novum in Rom?

Erstmeldung: Rom – In der 16-jährigen Kanzleramtszeit Angela Merkels wechselte in Italien gleich neunmal der Regierungschef. Silvio Berlusconi, Romano Prodi, Silvio Berlusconi, Mario Monti, Enrico Letta, Matteo Renzi, Paolo Gentiloni, Giuseppe Conte, Mario Draghi. L‘unica costante era l‘incostanza - das einzige Konstante war die Inkonstanz.

Italien-Wahl: Parlament stellt sich nach Draghi-Rücktritt neu auf

Nun steht Italien vor dem nächsten politischen Führungswechsel. Ministerpräsident Draghi trat im Juli nach einem Streit in der eigenen Koalition überraschend zurück. Am 25. September wählt das Mittelmeer-Land einen neuen Regierungschef. Eine vorgezogene Neuwahl, die in den Wochen nach Draghis Rücktritt von einer Regierunskrise und chaotischen Machtspielchen geprägt war. Wahlbündnisse wurden gegründet und wenig später wieder gekündigt.

So verließ die kleine Zentrumspartei Azione um den früheren Minister Carlo Calenda nach wenigen Tagen ein Bündnis mit den Sozialdemokraten. Mittlerweile schloss es sich mit der Viva Italia, der Partei von Ex-Regierungschef Matteo Renzi zusammen. Beide bilden eine Zentrums-Allianz. Allzu aussichtsreich sind die Chancen auf Wählerstimmen nicht. In Italien dominieren vor allem das rechte Lager sowie die Sozialdemokraten um den früheren Ministerpräsidenten Enrico Letta.

Italien-Wahl: Italiens Rechte im Vormarsch - erste Ministerpräsidentin?

Aussichtsreiche Chancen auf das Ministerpräsidentenamt haben die Fratelli d‘Italia. Spitzenkandidatin der „Brüder Italiens“ ist mit Giorgia Meloni eine Frau. Sie könnte Italiens erste Ministerpräsidentin werden. Als stärkste Kraft könnten die Rechtsextremen ein Dreierbündnis mit der rechten Lega und den konservativen Forza Italia bilden. Sofern sie sich nicht selbst zerfleischen. Lega-Chef ist Italiens früherer Innenminister und Vize-Premier Matteo Salvini. FI-Präsident ist Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi.

Giorgia MeloniVorsitzende Fratelli d‘Italia (Brüder Italiens) Ministerpräsident Silvio Berlusconi Matteo Salvini, Parteichef  Lega Nord.
Giorgia Meloni (links), Vorsitzende der rechten Bündnispartei Fratelli d‘Italia (Brüder Italiens) im Jahr 2018 mit dem ehemaligen Ministerpräsident Silvio Berlusconi und Matteo Salvini, dem Parteichef der rechtspopulistischen Lega Nord. © picture alliance / Andrew Medichini/AP/dpa | Andrew Medichini

Die links-sozialdemokratische Partido Democratico setzt im Falle eines Wahlerfolgs auf ein Mitte-Links-Bündnis. Es soll die Draghi-Agenda weiterführen, etwa mit Blick auf eine proeuropäische Politik. Die Allianz von Renzis Italia Viva zusammen mit der Partei Azione will den parteilosen Draghi gar als Regierungschef wieder ins Amt bringen. Bündnislos steht unterdessen die Fünf-Sterne-Bewegung dar. Chef der 2009 vom Kabarettisten Beppe Grillo gegründeten EU-kritische Partei ist mit Giuseppe Conte abermals ein früherer Ministerpräsident. Einer von vielen Ex-Regierungschefs, der bei der Italien-Wahl mitmischt. (as)

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