1. 24RHEIN
  2. Welt
  3. Politik

Nächster Schlagabtausch: Hausärzte empört nach Laumanns „Golfplatz statt Impfen“

Erstellt:

Karl-Josef Laumann (CDU), Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen, sitzt im Landtag.
Nach Laumanns Spruch zieht nun der Hausärzteverband Nordrhein nach (Symbolbild) © Marius Becker/dpa

Gesundheitsminister Laumann hat sich den Zorn der Hausärzte zugezogen. Sei Spruch „Statt Golfplatz Impfen“ sorgt für Empörung. Der Schlagabtausch geht weiter.

Köln – Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat sich mit einem frechen Spruch über die Ärzteschaft den Zorn der Hausärzte zugezogen. Laumann hatte laut „Ärztezeitung“ bei einer Veranstaltung am Montag in Düsseldorf mit Blick auf das Impftempo bei Hausärzten gesagt: „Statt Golfplatz am Samstag Impfen am Samstag.“ Dafür entschuldigte er sich am Mittwoch – doch das hat nur teilweise für Besänftigung gesorgt:

Hausärzte empört nach Laumanns „Golfplatz statt Impfen“

„Es reicht!“, erklärte der Hausärzteverband Nordrhein am Abend. Solche Stammtischparolen seien destruktiv und respektlos gegenüber den niedergelassenen Ärztinnen, Ärzten und ihren Praxisteams, die seit Monaten in hohem Tempo impften. Auch samstags werde in Hausarztpraxen geimpft.

Die Mitteilung des Hausärzteverbandes steht nach vielen Rückmeldungen seiner Mitglieder unter der Überschrift: „Ich spiele gar kein Golf!“. Auch im Text wird direkter Bezug genommen. In den Hausarztpraxen erreiche man die meisten Patienten. „Wenn Kommunen aber größere Impfaktionen auf einem Golfplatz durchführen wollen, kommen wir natürlich auch gerne dorthin. Wir haben zusammen mit Vereinen in Nordrhein im Sommer auch schon in Stadien und auf Sportplätzen geimpft“, erklärt Verbandschef Oliver Funken.

Nächster Schlagabtausch: Laumann soll „seine Behörden endlich ans Laufen bringen“

Der verbale Ausrutscher des Ministers zeige einmal mehr, wie chaotisch die NRW-Regierung mit der Pandemie umgehe. „Herr Laumann täte gut daran, seine eigene Verantwortung zu schultern und seine Behörden endlich ans Laufen zu bringen“, forderte der Vorstand. Die Misere der Booster-Impfungen sei vorhersehbar gewesen, aber die Politik habe nicht frühzeitig reibungslose Abläufe geplant und abgesichert. Die personell unterbesetzten Gesundheitsämter seien in der Flut der Covid 19-Bürokratie untergegangen, listete der Verband unter anderem auf.

Laumann hatte zuvor via Twitter erklärt, dass es ihm fern liege, diejenigen zu verärgern, ohne deren Einsatz die Pandemie nicht zu bewältigen sei.

„Es war kein kluger Vergleich. Jeder, der mich kennt, weiß, dass es mir fernliegt, diejenigen zu verärgern, ohne deren Einsatz die Pandemie nicht zu bewältigen ist. Laumann sagte demnach weiter: „Die Ärztinnen und Ärzte sowie ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten tagtäglich Großartiges und haben den entscheidenden Anteil an der Pandemiebekämpfung.“ Dafür gebühre ihnen „unser Dank und unser Respekt“.

(dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant