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Terminüberschneidung: Karl Lauterbach sagt Besuch bei wichtigem Karnevals-Event ab

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Von: Johanna Werning

Eigentlich sollte Gesundheitsminister Karl Lauterbach am 6. Januar an der Proklamation des Kölner Dreigestirns teilnehmen. Nun sagte er jedoch ab.

Köln – SPD-Politiker Karl Lauterbach wird am 6. Januar nicht wie geplant an einer der wohl wichtigsten Karnevalsveranstaltungen in Köln teilnehmen. Erst am Dienstag (3. Januar) hatte das Festkomitee Kölner Karneval seine Teilnahme an der Prinzenproklamation 2023 angekündigt – wenige Tage später machte der in Düren geborene Minister jedoch einen Rückzieher. Grund dafür seien „Terminüberschneidungen“, die ein Kommen unmöglich machen würden, erklärte Lauterbach auf Nachfrage des Kölner Stadt-Anzeigers.

Nach Corona-Streit: Karl Lauterbach feiert Prinzenproklamation in Köln

Links: Gesundheitsminister Karl Lauterbach im Bundestag. Rechts: Das Kölner Dreigestirn 2020 während der Prinzenproklamation.
Gesundheitsminister Lauterbach nimmt an der Prinzenproklamation teil (IDZRW-Montage) © Carsten Koall/dpa & Beautiful Sports/Imago

Die Einladung kam ohnehin einigermaßen überraschend; hatte Lauterbach doch vor rund einem Jahr den Kölner Karneval und die dort feiernden Menschenmassen in Zeiten der Corona-Pandemie kritisiert. Die sogenannte „PriPro“, an der er nun teilnehmen sollte, ist ein großes Karnevalsevent in Köln. Bis zu 1300 Leute nehmen an der Festgala, bei der das Dreigestirn ins Amt gehoben wird, teil. Die Bestätigung für Lauterbachs Kommen habe das Festkomitee erst am Dienstag (3. Januar) erhalten – nun jedoch wird der Minister fernbleiben. Und geht somit möglicherweise Konflikten aus dem Weg: Denn dass es noch vor rund einem Jahr Ärger gab, hat man im Karneval nicht vergessen. Die Beziehung sei ja nicht immer ganz einfach gewesen, sagte Kamp scherzhaft.

Was ist die Prinzenproklamation?

► Bei der karnevalistischen Traditionsveranstaltung übergibt die Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Herrschaft über Köln an das Kölner Dreigestirn.

► Das Kölner Dreigestirn 2023 besteht aus Prinz Boris I., Bauer Marco und Jungfrau Agrippina.

► Der WDR überträgt die Prinzenproklamation. Sendetermin ist Sonntag, 8. Januar, 20:15 Uhr.

Grund für den damaligen Streit zwischen Festkomitee und Lauterbach: Der Gesundheitsminister sprach sich im Winter 2021 dafür aus, dass der Karneval in den Sommer 2022 verlegt werden solle. „Mir wäre tatsächlich ein Sommer-Karneval lieber“, sagte Lauterbach damals. Für die Jecken unverständlich: „Es ist schade, wie wenig Sie als Rheinländer über den Karneval wissen“, begann der damalige Weihnachtsbrief von Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn an Lauterbach. Erst Monate später kam es zur Aussöhnung. Lauterbach und Kuckelkorn trafen sich digital und in „freundschaftlicher und konstruktiver Atmosphäre“, hieß es damals.

Kölner Karneval: Lauterbach und Bas dabei, Woelki ausgeladen

Nicht nur Lauterbach wird der Karnevalsgala im Festsaal Gürzenich fernbleiben. Auch NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) und Staatskanzlei-Chef Nathanael Liminski (CDU) sagten ab, berichtet der KSTA. Dafür ist Bärbel Bas, Präsidentin des Deutschen Bundestages, bei der Veranstaltung dabei. Immerhin ist die SPD-Politikerin sogar Schirmherrin. Einer wird bei der Prinzenproklamation allerdings fehlen: Kardinal Rainer Maria Woelki. Er bekam erstmals keine Einladung. Grund dafür sind die Missbrauchsvorwürfe in der katholischen Kirche. (jw)

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