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Kleinere Klassen, Bildungslotsen: Was Kutschaty für Schulen in NRW plant

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Von: Nina Büchs

Thomas Kutschaty hält einen Zettel von der SPD in der Hand, im Hintergrund ist ein Klassenraum abgebildet.
Thomas Kutschaty (SPD) will neuer Ministerpräsident von NRW werden. (Montage) © dpa/Robert Michael & dpa/Roberto Pfeil

Bei Bildungsausgaben sei NRW Schlusslicht, kritisiert SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty. Vor der Landtagswahl in NRW erklärt er, was sich in Schulen ändern muss.

Köln – Thomas Kutschaty ist Vater von drei Kindern, war früher Justizminister in NRW und buhlt nun mit Hendrik Wüst (CDU) bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen um das Amt des Ministerpräsidenten. Im WDR2 Morgenmagazin stellte er sich den Fragen der Hörerinnen und Hörer. Thomas Kutschaty kritisierte dabei, dass NRW Schlusslicht bei Bildungsausgaben sei – und was er in Sachen Schule und Bildung dringend verändern möchte.

Landtagswahl NRW 2022: Kutschaty – „NRW ist Schlusslicht bei Bildungsausgaben“

Es müsse „mehr Geld in Bildung investiert werden“, sagt Thomas Kutschaty am Dienstagmorgen (26. April 2022) auf die Frage einer Hörerin im WDR. „NRW ist Schlusslicht bei Bildungsausgaben pro Schülerin und Schüler. Wir können uns nicht leisten, ein Kind zu verlieren und es auch nicht zu einem Schulabschluss zu bringen“, so der SPD-Politiker.

NRW-Wahl 2022: Kutschaty (SPD) will Kinder besser zu fördern

„Das erzählen ja alle andern auch so“, entgegnet daraufhin WDR-Moderatorin Sabine Heinrich. „Ja, seit vielen Jahren haben einige versucht, das zu ändern, aber der richtige Entwurf ist noch nicht gelungen“, räumt der SPD-Spitzenkandidat ein. Sein Standpunkt: „Wir müssen den Mut aufbringen, ungleiches ungleich zu behandeln“.

So sei es angebracht, Kinder in bestimmten Stadtquartieren mit erheblich höherem Förderbedarf besser zu unterstützen. Zum Beispiel könnten sich Familien dort nicht immer eine Nachhilfe leisten oder auch selbst nicht mithelfen, um ihr Kind besser zu fördern. „Unsere Idee ist da Bildungslotsen einzusetzen, die Eltern und Kinder beraten, unterstützen, wo es Förderung gibt“, lautet seine Vision.

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Damit allein sei es jedoch nicht getan, findet Kutschaty. „Wir müssen auch schauen, dass die Klassen in den Vierteln, in denen es besonders problematisch ist, vielleicht noch ein bisschen kleiner sind“. Zudem solle neben einer Lehrkraft dort auch ein Sozialarbeiter oder eine Sozialarbeiterin eingesetzt werden.

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Soweit, so gut – doch ist die Vision auch umsetzbar? „Wo wollen Sie die Bildungslotsen herbekommen, Personal ist das große Problem?“, lautet die nächste Frage an den NRW-Politiker. „Wir müssen deutlich mehr Lehrerinnen und Lehrer ausbilden. Die bekommen wir auch nicht von heute auf morgen, deshalb ist sehr viel mit Quereinstieg jetzt auch zu machen“, sagt Kutschaty.

Lehrkräfte sollen nach seiner Vorstellung außerdem wieder das tun, was ihr Beruf ist: Lehren. Von Verwaltungsaufgaben soll das Lehrpersonal stattdessen entlastet werden. Und wer kann dann Bildungslotse sein? Auch darauf weiß Kutschaty eine Antwort – zumindest in der Theorie. So müssten Bildungslotsen keine Lehrkräfte sein und auch kein pädagogisches Studium absolviert haben.

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