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Chempark Leverkusen: Folgen nach Explosions-Serie? Minister fordert Eingreifen

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Explosion im Chempark Leverkusen
Im Chempark Leverkusen ist es innerhalb weniger Monate zu drei Explosionen gekommen. (S © Oliver Berg/dpa

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart hat nach der Explosions-Serie im Chempark Leverkusen eine Überprüfung der Anlage gefordert. Es drohen Konsequenzen.

Leverkusen – Nach mehreren schwerwiegenden Pannen im Chempark in Leverkusen will Andreas Pinkwart eine genaue Überprüfung der Anlagen dort. „Wir betrachten diese wiederholten Schadensereignisse aufmerksam, denn wir sind im Industrieland NRW auf das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Sicherheit der Anlagen angewiesen. Jetzt ist eine schnelle Aufklärung wichtig, um die Akzeptanz nicht zu gefährden“, sagte der NRW-Wirtschaftsminister der Rheinischen Post am Freitag (11. Februar).

Chempark Leverkusen
Adresse:Kaiser-Wilhelm-Allee 101-103, 51373 Leverkusen

Leverkusen: Drei Explosionen im Chempark fordern 7 Tote und 35 Verletzte

Im vergangenen Juli war es im Chemiepark zu einem schweren Unglück gekommen. Durch eine Explosion in einer Sondermüll-Verbrennungsanlage kamen sieben Menschen ums Leben, 31 erlitten zum Teil schwere Verletzungen. Auch jüngst gab es wieder einige Zwischenfälle: Am Mittwochabend war mit lautem Knall eine Chempark-Rohrleitung mit einer Chemikalie geborsten.

Ende Januar waren bei einer Verpuffung im Chempark vier Personen verletzt worden. Und Ende des Jahres räumte die Betreiberfirma Currenta zudem eine undichte Stelle an einer Tankleitung ein, über die ein Abwassergemisch ohne zusätzliche Filterung in die Kläranlage geflossen war.

Chempark Leverkusen

Der Chempark ist einer größten industriellen Chemieparks in ganz Europa. Neben dem Standort in Leverkusen gehören noch Fabriken und Gebäude in den nahegelegenen Dormagen sowie Krefeld-Uerdingen zu dem Komplex. Ende 2016 waren im Chempark insgesamt rund 48.000 Personen bei den ca. 70 dort angesiedelten Unternehmen angestellt.

Insgesamt findet rund ein Drittel der gesamten Chemieproduktion von Nordrhein-Westfalen hier statt. Betreibergesellschaft ist das Chemie-Unternehmen Currenta, welches bis Ende 2019 größtenteils zur Bayer AG gehörte. Auf dem Gelände der Müllentsporgungsanlage werden nach Angaben der Betreiberfirma unter anderem Sondermüll und giftige Stoffe entsorgt.

Das Umweltministerium bekräftigte auf Anfrage der Rheinischen Post, die Zwischenfälle seit dem der Explosion im Sommer seien „aktuell Gegenstand einer Betrachtung von Bezirksregierung und Umweltministerium“. (os mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Unabhängig informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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