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„Pietätlos und falsch“: Scharrenbach und Güler entschuldigen sich für Mallorca-Urlaub

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Montage: Links Serap Güler und rechts Ina Scharrenbach.
Serap Güler (l.) und Ina Scharrenbach (r.) waren nach der Flut auf einer Geburtstagsparty auf Mallorca. (Montage) © Johannes Neudecker/dpa und Federico Gambarini/dpa

Nach ihrem Mallorca-Urlaub bei Ursula Heinen-Esser haben sich Ina Scharrenbach und Serap Güler entschuldigt. Konsequenzen ziehen sie nicht. Der dritte NRW-Minister schweigt.

Düsseldorf – Einen Tag nach dem Bekanntwerden ihres Mallorca-Urlaubes nach der Flutkatastrophe in NRW haben sich Bauministerin Ina Scharrenbach und Ex-Staatssekretärin Serap Güler entschuldigt. Die beiden CDU-Politikerinnen waren Mitte Juli 2021 zu einer privaten Feier mit Ursula Heinen-Esser gereist. Die ehemalige NRW-Umweltministerin trat am Donnerstag (7. April) zurück. Zuvor hatte sie lange in der Kritik gestanden. Der ebenfalls anwesende Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner hat sich bisher nicht zu dem Vorfall geäußert.

Entschuldigung nach Mallorca-Affäre: Ina Schattenbach flog „die falschen“ Tage in Urlaub

Ina Scharrenbach referierte in ihrer Entschuldigung vor allem auf ihr schlechtes Timing: „Ich bin seit 2017 exakt einmal privat ins Ausland geflogen – zweieinhalb Tage, aber es waren schlicht und ergreifend die falschen. Ich ärgere mich unendlich über den Eindruck, den ich durch diese zwei Tage erweckt habe.“ Das betonte die CDU-Ministerin, die seit 2017 im Amt ist, am Freitag (8. April) in Düsseldorf. „Es tut mir sehr, sehr leid und ich entschuldige mich dafür.“ Weiter sagte Scharrenbach: „Ich habe das Ausmaß der Katastrophe selbst vor Ort erlebt und die Bilder und das Leid der Menschen treiben mich auch heute bei der herausfordernden Organisation des Wiederaufbaus an.“

Sie habe sich sofort nach der Flut „nach Kräften gekümmert“, unterstrich Scharrenbach nun am Freitag. Am Donnerstag hatte sie bereits berichtet, sie habe direkt nach der Katastrophe ab dem 16. Juli 2021 die betroffenen Regionen besucht. Das Ministerium habe auch die Soforthilfen für die Kommunen über 65 Millionen Euro auf den Weg gebracht, hatte ein Sprecher geschildert. Am 23. Juli 2021 sei die Politikerin dann nach Mallorca geflogen. „Ministerin Scharrenbach war zu jeder Zeit erreichbar, im Dienst und hat ihre Amtsgeschäfte auch über das Wochenende wahrgenommen“, hatte er betont.

Mallorca-Urlaub: Serap Güler nennt ihre Reise „pietätlos und falsch“

Bereits zuvor hatte sich auch die damalige NRW-Staatssekretärin Serap Güler für ihre Reise während der Flutkatastrophe nach Mallorca entschuldigt: „Pietätlos und falsch – leider trifft beides auf mein Verhalten im vergangenen Juli im Rahmen der Flutkatastrophe in NRW zu. Ich hätte eine private Wochenendreise nach Mallorca, die Wochen vorher gebucht war, in dieser Situation nicht antreten dürfen“, so Güler am Freitag.

„Meine fehlende Sensibilität, die den Eindruck erweckt hat, das Schicksal der von der Flut betroffenen Menschen interessiere mich nicht, war ein Fehler, für das ich mich aufrichtig entschuldige. Es tut mir leid“, schrieb Güler am Freitag bei Twitter. Die CDU-Politikerin war während der Flutkatastrophe Staatssekretärin für Integration und sitzt inzwischen im Bundestag. (os mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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