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„Braunkohle ist tödlich“ – Frühere Kohleausstiegs-Forderung strahlt auf RWE-Kraftwerk

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Auf dem Kühlturm des RWE Braunkohlekraftwerks Neurath ist der Schriftzug «Braunkohle ist tödlich – Für unsere Dörfer und unser Klima» projiziert.
Im Kampf gegen die Klimakrise wird von vielen Seiten ein Kohleausstieg bis 2030 – statt 2038 – gefordert. © Oliver Berg/dpa

Umweltaktivisten haben mit einer großen Projektion auf dem RWE-Kraftwerk Neurath einen früheren Kohleausstieg gefordert. Dabei warnten sie vor den Schäden fossiler Energie.

Neurath – Mit einer Aktion am Braunkohlekraftwerk Neurath im Rhein-Kreis Neuss haben Umweltaktivisten am Donnerstagmorgen einen schnelleren Kohleausstieg gefordert. Auf einen Kühlturm des Kraftwerks ließen sie den Schriftzug „Braunkohle ist tödlich – Für unsere Dörfer und unser Klima“ projizieren. „Auf jeder Zigarettenpackung stehen Warnhinweise, aber vor den Folgen fossiler Energien für unser Klima wird nicht gewarnt“, sagte eine Vertreterin der Gruppe „Menschenrecht vor Bergrecht“.

Kraftwerk Neurath

Das Kraftwerk Neurath von Energiekonzern RWE liegt im Süden von Grevenbroich (Rhein-Kreis Neuss) und wurde 1972 eröffnet. Es ist mit rund 4400 Megawatt Bruttoleistung das größte Kraftwerk in Deutschland und das zweitgrößte Braunkohlekraftwerk in ganz Europa.

Im Jahr 2015 verursachte es mit einem CO2-Ausstoß von 32,1 Millionen Tonnen die zweithöchsten Treibhausgasemissionen aller Kraftwerke in Europa.

Kohleabbau in NRW: Grüne Forderung Ausstieg bis 2030

In Neurath stehen die beiden größten Braunkohleblöcke des Energiekonzerns RWE. Sie sollen nach den Beschlüssen des Bundestags zum Kohleausstieg bis zum Jahr 2038 laufen. Das Kraftwerk Neurath ist nach Zahlen des Umweltbundesamtes die Industrieanlage mit dem höchsten Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid in Deutschland.

Der NRW-Landtag wird am Vormittag über einen Antrag der Grünen debattieren, in dem unter anderem eine Überarbeitung der Leitentscheidung der NRW-Landesregierung zum weiteren Braunkohleabbau gefordert wird. Die Landesregierung müsse die Voraussetzungen für die Beendigung des Braunkohleabbaus im Rheinischen Revier bis spätestens 2030 schaffen, heißt es darin.

RWE hält seinen Kritikern entgegen, der Konzern setze den Ausstieg aus der Braunkohle bereits konsequent um. Bis Ende 2022 würden sieben weitere Braunkohleblöcke vom Netz gehen. RWE werde bis 2030 insgesamt zwei Drittel der Braunkohlekapazität stilllegen. (dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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