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Schneller nach Roermond? Wüst will Bahnstrecke ausbauen

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Von: Oliver Schmitz

Hendrik Wüst
Hendrik Wüst ist auf seiner ersten Auslandsreise als NRW-Ministerpräsident. (Archivbild) © Oliver Berg/dpa

Die Bahnverbindung zwischen NRW und Belgien soll in Zukunft deutlich ausgebaut werden. Hendrik Wüst will dafür das Projekt 3RX vorantreiben.

Brüssel – Mit dem Zug von Mönchengladbach nach Antwerpen, ohne umzusteigen? Das könnte in Zukunft möglich sein. Dahinter steckt das Bahnprojekt „3RX“, das die Bahnverbindung zwischen Nordrhein-Westfalen, Belgien und den Niederlanden deutlich verbessern soll. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst will das Thema am Donnerstag (3. Februar) gemeinsam mit der belgischen Regierung vorantreiben. Dies könnte auch Vorteile für Shopping-Fans aus NRW haben.

Von NRW nach Belgien: Diese Zugstrecke soll die 3RX-Verbindung abdecken

3RX-Zugstrecke: Bessere NRW-Verbindung nach Roermond und Antwerpen

Auf seiner ersten Auslandsreise als Chef der NRW-Landesregierung geht es für Hendrik Wüst gleich zur Sache. So trifft er sich bei dem Trip nach Brüssel unter anderem mit Belgiens Premierminister Alexander De Croo. Dabei soll es wohl vor allem um die Umsetzung der Schienenverbindung „3RX“ zwischen Antwerpen und der Metropolregion Rhein-Ruhr.

NRW-Regierungschef Wüst will durch das 3RX-Projekt die Zusammenarbeit mit den Nachbarländern vertiefen. „Belgien und Nordrhein-Westfalen sind enge Partner“, erklärte er. Das Gleiche gelte auch für die Niederlande und Luxemburg. Doch die Zugstrecke hat auch ein viel konkreteres Ziel: Die bessere Anbindung an einen sehr wichtigen Wirtschafts-Umschlagort.

„Der Hafen Antwerpen gehört zusammen mit dem Hafen Rotterdam zu den für Nordrhein-Westfalen bedeutendsten Überseehäfen“, erklärte Wüst. Deshalb möchte man mit der 3RX-Zugstrecke die Verbindung nach Antwerpen „spürbar verbessern“.

Bahn in NRW: Schnell nach Roermond? 3RX ermöglicht Direkt-Verbindungen

Wirft man einen Blick auf die Strecke des 3RX-Projekts fällt schnell auf, dass auch der in NRW beliebte Shopping-Ort Roermond mit dabei ist. Für alle, die gerne ins Outlet Roermond fahren, könnte in Zukunft also auch der Zug eine gute Möglichkeit sein. Aktuell benötigt man von Mönchengladbach mindestens eine Stunde, muss aber eben einmal umsteigen. Mit dem 3RX könnte es dann eine neue Direktverbindung geben.

Das gilt natürlich auch für die meisten anderen Orte auf der Strecke. Allen voran Antwerpen könnte mit dem 3RX ein neues Bahn-Ausflugsziel werden. Denn aktuell muss man mindestens zweimal, meistens dreimal, umsteigen und braucht dafür von Mönchengladbach 3,5 bis 4 Stunden. Mit der neuen Strecke dürfte sich nicht nur die Reisezeit deutlich verkürzen, sondern Reisende müssten womöglich gar nicht mehr umsteigen.

Zug von NRW über Niederlande nach Belgien – die 3RX-Zugstrecke im Überblick

Das 3RX-Projekt stellt eine Alternative zur Wiederbelebung der alten Bahnstrecke „Eiserner Rhein“ dar. Dabei soll aber größtenteils bestehende Schienen genutzt werden. Unter anderem hat sich die Zugstrecke gegen den Ausbau der A52-Autobahn durchgesetzt. In Zukunft sollen bis zu 72 Züge pro Tage zwischen Antwerpen und Mönchengladbach verkehren (in beide Richtungen). Aufgrund des wirtschaftlichen Hintergrunds wären dies etliche Güterzüge, aber auch einige Bahnen für den Personen-Verkehr.

Sobald zwischen den politischen Entscheidern alle Details geklärt wären, könnte der Bau beginnen. Da dieser aber mindestens 7 Jahre dauern soll, wird die 3RX-Zugstrecke wohl nicht vor 2030 in Betrieben gehen.

Was ist „Eiserner Rhein“?

Bei dem „Eiserner Rhein“ handelte es sich um eine Eisenbahnstrecke, die vom Hafen Duisburg über Mönchengladbach und Roermond zum Hafen von Antwerpen verlief. Ursprünglich wurde die Bezeichnung für die Strecke Köln-Aachen der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft verwendet. Diese war Teil der Verbindung Antwerpen-Berchem von Köln über Düren, Eschweiler, Aachen, Verviers, Lüttich und Löwen.

Hendrik Wüst in Brüssel: Auch Klimaschutz Thema bei Belgien-Besuch

Bei seiner zweitägigen Auslandsreise wird sich Hendrik Wüst auch mit Ursula von der Leyen, der Chefin der EU-Kommission treffen. Bei dem Gespräch soll es vor allem um den Übergang der NRW-Industrie zu einem möglichst klimafreundlichen Betrieb gehen. Bereits Ende Januar hatte sich Wüst mit Wirtschaftsminister Robert Habeck getroffen, um über besseren Klimaschutz zu reden.

Insgesamt spielt das Dauerthema Corona-Pandemie eher eine untergeordnete Rolle bei dem Belgien-Besuch von Hendrik Wüst. In NRW ist man sich derzeit uneins, wie es weitergehen soll. Während die CDU sich vorsichtig gibt, will die FDP Corona-Lockerungen für NRW. (os) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Unabhängig informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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