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NRW: Neuer Gesetzesentwurf – Koalition will Schweigepflicht bei Missbrauchsverdacht lockern

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Gestelltes Bild zum Thema häusliche Gewalt. Schatten sollen symbolisieren, wie ein Kind versucht, sich vor der Gewalt eines Erwachsenen zu schützen.
In Nordrhein-Westfalen könnte es vielleicht bald ein neues Gesetz geben, durch das Kindern und Jugendlichen frühzeitig bei Missbrauchsverdacht geholfen werden kann. (Symbolbild) © Maurizio Gambarini/dpa

Die CDU und die FDP wollen die Schweigepflicht für Mediziner bei Missbrauchsverdacht lockern. So könnte Kindern und Jugendlichen in NRW künftig früher gehofen werden.

Düsseldorf – Die Koalition aus CDU und FDP will die Schweigepflicht für Ärzte lockern, die bei jungen Patienten auf einen Missbrauchsverdacht stoßen. Ein neues Gesetz soll es den Medizinern erlauben, sich mit Kolleginnen und Kollegen über den jeweiligen Fall auszutauschen.

NRW: Koalition will Schweigepflicht der Ärzte bei Missbrauchsverdacht lockern

Wie es im Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen heißt, ist es Ärztinnen und Ärzten bei einem Verdacht auf Kindesmisshandlung bisher grundsätzlich nicht erlaubt, sich ohne Erlaubnis der Eltern - und damit der eventuellen Täter - mit Kollegen zu besprechen. Das neue Gesetz soll hier Rechtssicherheit geben. Sind die Kollegen sich einig, dass es einen klaren Verdacht auf Missbrauch gibt, könnte der Arzt dann das Jugendamt kontaktieren. Möglich wird das neue Landesgesetz durch neue Vorgaben des Bundes.

Kinderschutz in Nordrhein-Westfalen: Mediziner sollen bei Missbrauchsverdacht mehr Rechte erhalten

Christina Schulze Föcking, Kinderschutz-Sprecherin der CDU-Fraktion, sagte dazu: „Unser Gesetzentwurf ist ein Paukenschlag für den Kinderschutz in Nordrhein-Westfalen. Wir setzen damit das um, was Mediziner und Kinderschützer schon lange fordern und durch den neuen Bundesrahmen endlich möglich wird.“ Ein Arzt sei somit auch nicht allein mit der Entscheidung, ob und wie er eingreifen muss.

Marcel Hafke, familienpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, verwies zudem auf das Phänomen des „Ärztehoppings“: Durch den bewusst ständigen Wechsel von Kinderärzten würden gefährdete und betroffene Kinder und Jugendliche oft zu spät auffallen. Auch hier könnten sich Ärzte untereinander besprechen - wodurch Kindern und Jugendlichen frühzeitig geholfen werden könne. (dpa/lnw)

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