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NRW-Ministerpräsident: Laschet legt am Montag Amt nieder – Wüst soll am Mittwoch gewählt werden

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Armin Laschet und Hendrik Wüst begrüßen sich lachend mit der Faust
Der amtierende NRW-Ministerpräsident Armin Laschet gratuliert seinem designierten Nachfolger Hendrik Wüst (Archivbild). © Marcel Kusch/dpa

NRW braucht nach der Bundestagswahl einen neuen Ministerpräsidenten. Am 27. Oktober soll Hendrik Wüst zum Nachfolger von Armin Laschet gewählt werden. Aktuelle Entwicklungen im News-Ticker.

Update vom 25. Oktober, 14:20 Uhr: Wie erwartet hat Armin Laschet am Montag seinen Rücktritt als NRW-Ministerpräsident eingereicht. Er bleibt kommissarisch im Amt, bis sich am Dienstag der neue Bundestag konstituiert hat. Am Mittwoch soll dann Hendrik Wüst in einer Sondersitzung des Landtags in Düsseldorf zum Nachfolger von Laschet und neuen NRW-Ministerpräsidenten gewählt werden.

Update vom 25. Oktober, 6:37 Uhr: Armin Laschet (CDU) wird am Montag offiziell beim Landtagspräsidenten sein Amt als nordrhein-westfälischer Ministerpräsident niederlegen. Der 60-jährige künftige Bundestagsabgeordnete hatte den Schritt bereits vor der Bundestagswahl angekündigt – auch für den Fall, dass er als Kanzlerkandidat der Union scheitert.

Sobald sich am Dienstag der neue Bundestag konstituiert hat, wird vorübergehend Laschets Stellvertreter, NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP), kommissarischer Regierungschef in Nordrhein-Westfalen. Voraussichtlich am Mittwoch soll dann schon NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) in einer Sondersitzung des Landtags zum neuen Ministerpräsidenten gewählt werden. Der 46-Jährige war am Wochenende zum Landeschef der CDU gekürt worden und hat Laschet damit in diesem Amt bereits beerbt.

Laschet-Nachfolge: Hendrik Wüst zum neuen Vorsitzenden der NRW-CDU gewählt

Update vom 23. Oktober, 14:54 Uhr: Beim CDU-Parteitag in NRW wurde Hendrik Wüst zum neuen CDU-Vorsitzenden im größten Bundesland gewählt. Er erhielt 98,3 Prozent der Stimmen. Kommende Woche soll der Laschet-Nachfolger dann auch zum Ministerpräsidenten ernannt werden.

Update vom 23. Oktober, 9:32 Uhr: Am heutigen Samstag findet der CDU-Parteitag in Bielefeld statt. Mit dabei: Hendrik Wüst und Armin Laschet. Zwar werde nicht über die Spitzenkandidatur zur Landtagswahl NRW am 15. Mai 2022 entschieden, für Laschet ist es aber der „Startschuss für die Vorbereitung“. Auch für Hendrik Wüst könnte es der vorbereitende Startschuss als neuer Ministerpräsident werden. Am Mittwoch, 27. Oktober soll der neue Ministerpräsident gewählt werden.

Update vom 22. Oktober,17:59 Uhr: Noch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet will nach dpa-Informationen am Montagmorgen beim Landtagspräsidenten seinen Rücktritt als Ministerpräsident einreichen und die Entlassungsurkunde entgegennehmen. Sein Nachfolger NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst soll am Mittwoch gewählt werden. (jaw/dpa)

Neuer NRW-Ministerpräsident: Letzte MPK mit Laschet – dann wäre Wüst am Zug

Update vom 18. Oktober, 15:45 Uhr: Am Mittwoch beginnt die letzte Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit Armin Laschet. Das Land NRW hat am 1. Oktober den Vorsitz der MPK übernommen und behält ihn für ein Jahr. Auf dem Petersberg bei Bonn treffen sich die Regierungschefs der Länder zur ersten ihrer vier gesetzten Sitzungen im Vorsitzjahr. Der scheidende Ministerpräsident will in den anstehenden Treffen vor allem über die Corona-Krise reden.

Für Armin Laschet ist es der letzte Auftritt in der Runde der Ministerpräsidenten. Wenn Laschet am 26. Oktober bei der konstituierenden Sitzung des Bundestags sein neues Mandat annimmt, kann er von da an nicht mehr gleichzeitig NRW-Ministerpräsident sein. Voraussichtlich am 27. Oktober soll im Düsseldorfer Landtag sein designierter Nachfolger Hendrik Wüst gewählt werden. Der würde dann schon bei der nächsten MPK in Berlin am 9. Dezember den Vorsitz übernehmen. Das Dezember-Treffen beinhaltet eine anschließende Besprechung der Runde mit der Bundeskanzlerin oder dem Bundeskanzler. Sollte bis dahin bereits ein Kandidat die Nachfolge von Angela Merkel angetreten haben, wäre Hendrik Wüst nicht das einzige neue Gesicht am Tisch. (sk mit dpa)

Neuer NRW-Ministerpräsident: Wüst soll Laschet-Nachfolge antreten – Bosbach dafür

Update vom 6. Oktober, 22:34 Uhr: Der langjährige CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach hat Parteichef Armin Laschet nahegelegt, den Weg für einen Generationswechsel in der CDU freizumachen. Dabei verweist er auch auf Laschets Vorschlag, dass Hendrik Wüst als Nachfolger festzulegen.

„In NRW hat Armin Laschet mit Hendrik Wüst gezeigt, wie es geht. Er ist ein junges, frisches Gesicht. Er ist Mitte vierzig“, sagte Bosbach. Es wäre ein gutes Zeichen, wenn Laschet jetzt auch den Generationswechsel in der CDU moderieren würde. „Es geht um Würde und Achtung für Armin Laschet selber“, betonte Bosbach. „Wir wollen keine wochenlange Demontage. Das sind wir Armin Laschet schuldig, dass wir anständig mit ihm umgehen.“

Neuer NRW-Ministerpräsident: Wüst soll Laschet-Nachfolge antreten

Update vom 6. Oktober, 13:00 Uhr: Henrik Wüst wurde nun zwar als neuer Ministerpräsident nominiert – ob er es tatsächlich wird, entscheidet sich aber voraussichtlich erst am 27. Oktober. Spitzenpolitiker von CDU und FDP haben sich jedoch zuversichtlich geäußert, dass ihre dünne Parlamentsmehrheit bei der Wahl des neuen Ministerpräsidenten in Nordrhein-Westfalen steht. CDU und FDP verfügen im Landesparlament mit ihren insgesamt 100 Abgeordneten über eine hauchdünne Mehrheit von nur einer Stimme.

FDP-Landtagsfraktionschef Christof Rasche sagte, er gehe „selbstverständlich“ davon aus, dass die 28 FDP-Abgeordneten geschlossen für Wüst stimmen werden. Eine Probe-Abstimmung sei in seiner Fraktion nicht vorgesehen.

NRW: Wüst soll neuer Ministerpräsident werden – auf ihn kommen große Herausforderungen zu

Update vom 5. Oktober, 21:35 Uhr: Nach der CDU-Sondersitzung erklärte Armin Laschet, auf den neuen NRW-Ministerpräsidenten kämen große Herausforderungen zu. „Wir haben ein Jahrzehnt des Wiederaufbaus vor uns nach der Flutkatastrophe“, sagte Laschet. Der Kampf der Pandemie, der Strukturwandel im Ruhrgebiet, „und und und“, betonte der scheidende NRW-Regierungschef.

Update vom 5. Oktober, 21:10 Uhr: Hendrik Wüst, rechnet sich Chancen für den Sieg der CDU bei der Landtagswahl im Mai 2022 aus. Er sei „fest entschlossen“ die gemeinsame Arbeit der CDU/FDP-Regierung auch „in den kommenden Jahren fortzusetzen“, sagte Wüst am Dienstag in Düsseldorf. Bis zu Wüsts Wahl – wahrscheinlich am 27. Oktober – will der amtierende Ministerpräsident im Amt bleiben. Unionskanzlerkandidat Armin Laschet will bis zur konstituierenden Sitzung des Bundestags am 26. Oktober Ministerpräsident von NRW bleiben. Mit der Annahme des Bundestagsmandats trete dann laut NRW-Verfassung aber eine „Inkompatibilität“ mit dem Amt des Landesregierungschefs ein, sagte Laschet. „Ab dieser Sekunde kann man nicht mehr Ministerpräsident des Landes sein.“ (dpa/lnw)

Neuer NRW-Ministerpräsident: Reaktionen zum Wüst-Vorschlag

Update vom 5. Oktober, 19:50 Uhr: Es gibt bereits erste Reaktionen aus der Politik. So meldete sich beispielsweise FDP-Chef Christian Lindner auf Twitter. Er kenne Hendrik Wüst schon lange. Er sei ein „fairer Partner, der offen ist für liberale Ideen“. NRW-Familienminister Joachim Stamp freute sich bei dem Kurznachrichtendienst, die „vertrauensvolle NRW-Koalition fortzusetzen.“

SPD-Oppositionsführer Thomas Kutschaty hat CDU-Landesverkehrsminister Hendrik Wüst zur Nominierung als Nachfolger Armin Laschets. Er wolle mit Wüst im Falle von dessen Wahl durch den Landtag eine „inhaltliche Auseinandersetzung um die besten Ideen für unser Land“ führen, sagte der SPD-Partei- und Fraktionschef am Dienstag in Düsseldorf.

„Der erfolglose Laschet bestellt nun sogar seinen eigenen Nachfolger in NRW für den Übergang bis zur nächsten Landtagswahl – ein Neuanfang ist das sicherlich nicht, vielmehr Makulatur einer verkorksten Amtsperiode“, erklärte Nadja Lüders, Generalsekretärin der NRW-SPD in einer Stellungnahme. (sk mit dpa)

Update vom 5. Oktober, 19:07 Uhr: Am 23. Oktober soll Hendrik Wüst auf dem Landesparteitag zum CDU-Landesvorsitzenden gewählt werden – als Nachfolger von Armin Laschet. Das gab Laschet am Dienstagabend in Düsseldorf bekannt. Auch mit der Wahl zum Ministerpräsidenten könnte es schnell gehen: CDU-Fraktionschef Bodo Löttgen gab an, dass der 27. Oktober als Termin angestrebt werde. Das wäre ein Tag nach der konstituierenden Sitzung des Bundestags. Der Koalitionspartner FDP habe bereits Zustimmung zu dem Vorgehen signalisiert.

Laschet-Nachfolge: Hendrik Wüst soll neuer Ministerpräsident von NRW werden

Update vom 5. Oktober, 18:20 Uhr: Den Personalvorschlag, Hendrik Wüst zu seinem Nachfolger zu machen, hat Armin Laschet am Dienstag (5. Oktober) nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dem CDU-Landesvorstand in Düsseldorf unterbreitet. Laschet habe Wüst als vorausschauend denkenden, klug handelnden Politiker empfohlen, erfuhr die dpa aus Teilnehmerkreisen.

Update vom 5. Oktober, 15:05 Uhr: Nach Informationen aus Regierungsfraktionen soll Hendrik Wüst die Laschet-Nachfolge antreten. Wie die dpa erfuhr, will Armin Laschet diesen Personalvorschlag am Dienstag dem CDU-Landesvorstand und der Landtagsfraktion unterbreiten. Der neue Ministerpräsident muss vom Düsseldorfer Landtag gewählt werden. Über die neue Parteispitze wird am 23. Oktober ein Landesparteitag in Bielefeld entscheiden.

Vom FDP-Koalitionspartner ist kein Widerstand gegen den wirtschaftsliberalen Wüst zu erwarten. Wie aus FDP-Kreisen verlautete, werden Laschet und Wüst an diesem Mittwoch noch vor dem Landtagsplenum in einer Sonderfraktionssitzung der Liberalen zu Gast sein. CDU und FDP haben im Landtag eine hauchdünne Regierungsmehrheit von nur einer Stimme, die sie nun seit über vier Jahre getragen hat. (dpa/lnw)

Update vom 5. Oktober, 11:50 Uhr: Nach übereinstimmenden Medien-Berichten hat sich Armin Laschet wohl auf Hendrik Wüst als seinen Nachfolger festgelegt. Der Unions-Kanzlerkandidat soll den aktuellen NRW-Verkehrsminister am Dienstagabend ganz offiziell als nächsten Ministerpräsidenten und CDU-Landeschef vorschlagen. Wüst hatte zuletzt immer mehr offiziellen Zuspruch erhalten und galt bereits zuvor als größter Favorit für den Posten.

Update vom 5. Oktober, 11:40 Uhr: Der Europa-Abgeordnete Peter Liese hat sich für Landesverkehrsminister Hendrik Wüst als Nachfolger für Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident und Landesparteichef Armin Laschet (alle CDU) ausgesprochen. Wüst sei als Vorsitzender der CDU-Mittelstandsvereinigung „mit einem super Ergebnis“ wiedergewählt worden, und gleichzeitig habe sich mit der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) der Sozialflügel der CDU für Wüst ausgesprochen.

Das sei ein „klares Zeichen“, erklärte Liese, der auch Mitglied im Landesvorstand der CDU ist, am Dienstag. Wüst (46) vereine die Flügel der Partei und sei aufgrund seiner Ministererfahrung „bestens geeignet“ für das Amt des Regierungschefs. „Er ist im besten Sinne ein moderner Konservativer und steht für eine neue Generation in der CDU.“

Update vom 5. Oktober, 11:10 Uhr: Armin Laschet will in einer Sondersitzung des CDU-Landesvorstands an diesem Dienstagabend einen Personalvorschlag für das Amt des Ministerpräsidenten und den Landesparteivorsitz unterbreiten. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Parteikreisen. Laschet hatte im Vorfeld der Bundestagswahl erklärt, er gehe „ohne Rückfahrkarte“ nach Berlin – auch, wenn er nicht Kanzler werde. Deshalb muss für diese Spitzenämter in Nordrhein-Westfalen die Nachfolge geklärt werden. Als Favorit gilt CDU-Landesverkehrsminister Hendrik Wüst.

Update vom 2. Oktober, 13:52 Uhr: Als erster CDU-Spitzenpolitiker hat sich Karl-Josef Laumann klar für Hendrik Wüst als neuen NRW-Ministerpräsidenten ausgesprochen. Wüst solle „der zukünftige Mann der CDU in Nordrhein-Westfalen“ werden, sagte der NRW-Gesundheitsminister am Samstag auf einer Parteiveranstaltung in Rheine.

Für Laumann gehören die Posten des Ministerpräsidenten, des CDU-Landesvorsitzes und des Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl in eine Hand. Dafür hatte sich zuvor auch CDU-Landtagsfraktionschef Bodo Löttgen ausgesprochen. Sollte sich diese Meinung durchsetzen, würde sich der Kandidaten-Kreis auf jeden Fall verengen. So hat beispielsweise die ebenfalls gehandelte Bauministerin Ina Scharrenbach im Gegensatz zu Wüst kein Landtagsmandat und würde somit nicht mehr infrage kommen. (os)

Update vom 2. Oktober, 10:05 Uhr: Weiter ist unklar, wer die Nachfolge von Armin Laschet als neuer Ministerpräsident in NRW antreten könnte. Wären nun Neuwahlen eine Möglichkeit den Prozess zu beschleunigen oder zu vereinfachen? FDP-Landeschef Joachim Stamp hat sich nun sehr deutlich zu der Möglichkeit der frühzeitigen Landtagswahl geäußert. (os)

Update vom 1. Oktober, 13:48 Uhr: Die Frage um den neuen NRW-Ministerpräsidenten ist noch nicht offiziell geklärt. Das Wochenende könnte aber neue Erkenntnisse bringen: Denn Armin Laschet soll erste Gespräche mit den potenziellen Kandidaten aufnehmen.

Für seine Nachfolge im Ministerpräsidentenamt sind noch immer Verkehrsminister Hendrik Wüst und Bauministerin Ina Scharrenbach im Gespräch. Obwohl die beiden Kandidaten Wüst (46) und Scharrenbach (44) zwar jung sind, würden die beiden Politiker für einen Generationswechsel in der CDU stehen. Ob das kommende Wochenende einen neuen NRW-Ministerpräsidenten oder auch neue potenzielle Nachfolger hervorbringt, bleibt abzuwarten. (jaw mit dpa)

Update vom 29. September, 13:20 Uhr: Es kommt langsam Tempo in die Suche nach einem neuen Ministerpräsidenten für Nordrhein-Westfalen. Die CDU-Landesführung hat nun den Zeitraum für die Ankündigung des favorisierten Kandidaten genauer eingegrenzt. Laut Landtagsfraktionschef Bodo Löttgen möchte Armin Laschet seine Vorschläge „nach dem Wochenende“ bekannt geben.

Demnach könnte der Nachfolger womöglich schon am 4. Oktober geklärt sein – zumindest theoretisch. Die offizielle Entscheidung wird erst am Landesparteitag am 23. Oktober gefällt. Löttgen ist aber guter Dinge, dass zuerst die Fraktion und dann auch der Parteitag dem Vorschlag zum neuen Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten zustimmen werden. Auf jeden Fall sollen beide Ämter erneut von einer einzigen Person belegt werden.

Als größte Aspiranten für die Laschet-Nachfolge gelten Landesverkehrsminister Hendrik Wüst und Bauministerin Ina Scharrenbach. Vor allem der Name Wüst soll in der Landesvorstandssitzung am Montagabend besonders oft gefallen sein. (os mit dpa)

CDU sucht Laschet-Nachfolger: Wer wird der neue NRW-Ministerpräsident?

Erstmeldung vom 27. September 2021:

Düsseldorf – Kurz nach der Bundestagswahl geht für Nordrhein-Westfalen bereits der Blick zur Landtagswahl. Am 15. Mai 2022 wählt NRW eine neue Landesregierung. Doch eine Entscheidung muss schon vorher getroffen werden: Wer wird bis zur Wahl im Mai Armin Laschets Nachfolger als NRW-Ministerpräsident? Denn Laschet hatte schon vor der Bundestagswahl angekündigt, auf jeden Fall in Berlin bleiben zu wollen. Der Kampf um seine Nachfolge in der NRW-CDU hat bereits begonnen – und die Opposition fordert eine schnelle Entscheidung.

Laschet-Nachfolge in NRW: Die wichtigsten Termine der nächsten Monate im Überblick

Laschet-Nachfolger in NRW gesucht: „Hängepartie nicht länger fortsetzen“

„Ich gehe davon aus, dass wir vor dem Parteitag sicherlich nicht die Wahl eines neuen Ministerpräsidenten haben“, sagte der nordrhein-westfälische CDU-Generalsekretär Josef Hovenjürgen am Montag (27. September) der Deutschen Presse-Agentur. Der Landesparteitag der CDU in NRW wird am 23. Oktober stattfinden. Bis dahin werde Laschet auch Parteichef bleiben, so Hovenjürgen.

Der SPD ist das zu lange. NRW-Parteichef Thomas Kutschaty forderte am Montag eine schnelle Wahl des neuen Ministerpräsidenten – am liebsten schon in der Plenarwoche im Landtag in Düsseldorf Anfang Oktober. „Armin Laschet darf diese Hängepartie jetzt nicht noch länger fortsetzen. Wir hatten schon die letzten Monate nur noch einen Teilzeit-Ministerpräsidenten“, sagte Kutschaty am Montag der dpa. Auch die Grünen fordern eine schnelle Klärung der Laschet-Nachfolge. „Nordrhein-Westfalen braucht eine handlungsfähige Regierung“, betonte NRW-Fraktionschefin Josefine Paul gegenüber WDR 2.

Auch die FDP hatte sich beim Thema Laschet-Nachfolger zu Wort gemeldet – jedoch unterstützend statt kritisch. So meinte Joachim Stamp er würde das Amt des Ministerpräsidenten notfalls auch übernehmen. Zumindest zeitweise. Der CDU-Koalitionspartner erklärte zudem, dass man mit allen möglichen Kandidaten zufrieden wäre.

MInisterpräsident NRW: Möglicher Dreikampf um Laschet-Nachfolge

Nach dem historisch schlechten Abschneiden der Union bei der Bundestagswahl steht auch die NRW-CDU vor den nächsten Landtagswahlen gehörig unter Druck. Experten raten der CDU nun schnelle und vor allem klare Entscheidungen zu treffen. Doch in NRW bleibt die Nachfolge Laschets weiterhin unklar. Aktuell werden vor allem Verkehrsminister Hendrik Wüst, Landesbauministerin Ina Scharrenbach und Innenminister Herbert Reul als nächste Ministerpräsidenten gehandelt.

Um jedoch schon vor der Wahl im Mai 2022 die Ämter Laschets übernehmen zu können, benötigt sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin ein Landtagsmandat. Das ist in der NRW-Landesverfassung so vorgeschrieben. Aus dem Kandidatentrio Wüst, Scharrenbach und Reul verfügt aktuell nur Hendrik Wüst über ein solches.

Laschet-Nachfolger in NRW: Hendrik Wüst gilt als Top-Favorit

Verkehrsminister Hendrik Wüst gilt seit Monaten als aussichtsreichster Kandidat auf die Nachfolge Armin Laschets. Am Wahlabend ließ Wüst aber seine Ambitionen im Hinblick auf das Amt des Ministerpräsidenten und NRW-Parteichefs noch offen. Er betonte aber auch: „Die Menschen haben schon die Erwartung, dass wir Klarheit schaffen in absehbarer Zeit.“ Wüst gilt als bürgerlich-konservativer Unionspolitiker.

Hendrik Wüst

Seit 2017 ist Hendrik Wüst Verkehrsminister des Landes Nordrhein-Westfalen. Der 46-Jährige stammt gebürtig aus Rhede in Westfalen und war Rechtsanwalt. Wüst ist seit 1990 in der Politik und war zunächst jahrelang in der Jungen Union aktiv, deren Landesvorsitz in NRW er von 2000 bis 2006 innehatte. Danach wurde er CDU-Generalsekretär in NRW und später wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion. Armin Laschet berief ihn am 30. Juni 2017 als Verkehrsminister für NRW in sein Kabinett. Mit 52,9 Prozent der Erststimmen gewann er zudem auch das Direktmandat in seinem Wahlkreis Borken I und verfügt dadurch über ein Landtagsmandat.

Laschet-Nachfolge noch offen: Auch Ina Scharrenbach macht sich Hoffnung

Auch Landesbauministerin Ina Scharrenbach ist in der Verlosung für die Laschet-Nachfolge. Allerdings fehlt ihr das nach der Landesverfassung vorgeschriebene Landtagsmandat, weshalb sie wohl erst im Mai 2022 für die Funktionen infrage käme.

Ina Scharrenbach

Ina Scharrenbach ist im aktuellen Landeskabinett in NRW Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung. Die 44-Jährige stammt aus Unna und arbeitete nach ihrem Abitur als Bankkauffrau bei der Städtischen Sparkasse Kamen. Danach schloss sie ein BWL-Studium ab und arbeitete bis 2012 bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Scharrenbach ist seit 1996 CDU-Mitglied und seit 2012 stellvertretende Landesvorsitzende der NRW-CDU. 2017 verpasste sie ein Landtagsmandat bei der Landtagswahl, wurde aber am 30. Juni 2017 als Ministerin berufen.

Herbert Reul: NRW-Innenminister als möglicher Laschet-Nachfolger?

Innenminister Herbert Reul gilt ebenfalls als möglicher Kandidat. Er selbst betonte zwar am Wahlabend, er sei „so alt und so lange in den Ämtern, dass ich es auch gar nicht nötig habe, Karrierepläne zu schmieden“, aber als Innenminister mit relativ hohem Bekanntheitsgrad könnte er eine Option sein. Voraussetzung: Auch Reul müsste ein Landtagsmandat erringen. Das plant er im kommenden Jahr.

Herbert Reul

Mit 69 Jahren ist NRW-Innenminister Herbert Reul der älteste unter den am heißesten gehandelten Kandidaten um die Nachfolge von Armin Laschet. Als Innenminister steht er öfter im Fokus und gilt als prominenter als seine Konkurrenz. Reul stammt aus Langenfeld (Kreis Mettmann) und arbeitete nach einem Lehramtsstudium lange Zeit als Studienrat des Landes NRW. Reul ist schon seit 1971 CDU-Mitglied und war von 1991 bis 2003 Generalsekretär der NRW-CDU. Von 2012 bis 2017 war er Vorsitzender von CDU/CSU im Europäischen Parlament. Seit dem 30. Juni 2017 ist er als Innenminister Teil des Kabinetts von Armin Laschet. Reul steht politisch vor allem für Themen der inneren Sicherheit. So will er die Digitalisierung der Polizei und eine „Null-Toleranz-Politik“ gegenüber Kriminellen vorantreiben. Er hat aktuell kein Landtagsmandat, will aber 2022 wieder dafür kandidieren.

CDU sucht Laschet-Nachfolger in NRW: Interimslösung denkbar?

Möglicherweise greift die CDU auch zu einer Interimslösung. Denkbar wären dann beispielsweise auch Finanzminister Lutz Lienenkämper oder der Landtagsfraktionsvorsitzende Bodo Löttgen, die das Amt des Ministerpräsidenten übergangsweise übernehmen könnten. Das wäre aber „machtlogisch die schlechtere Wahl“, erklärte der Düsseldorfer Politikwissenschaftler Stefan Marschall gegenüber der dpa.

Eines ist jetzt schon klar: Es bleibt spannend in NRW. Der CDU-Landesvorstand und die Fraktion tagen am Montag und Dienstag. Danach könnte die Richtung möglicherweise schon klarer sein. (bs mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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