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Anstieg der Delta-Variante möglich: Lauterbach gegen Sammelunterkünfte für Flutopfer

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Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, spricht bei der Pressekonferenz zur aktuellen Coronalage und dem weiteren Vorgehen bei den Impfungen.
Karl Lauterbach warnt davor, dass die Unterbringung von Flutopfern in Sammelunterkünften zu weiteren Corona-Ansteckungen führen könnte. (Archivbild) © Michael Kappeler/dpa

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnt davor, Flutopfer in Sammelunterkünften unterzubringen. Dadurch herrsche ein hohes Corona-Ansteckungsrisiko.

Düsseldorf – Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach davor gewarnt, Flutopfer in den Hochwasserregionen in Sammelunterkünften unterzubringen. „Massenunterkünfte sind eine Gefahr für die Menschen, denn dort herrscht ein hohes Corona-Ansteckungsrisiko“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auch Behörden warnten davor, dass die Bewältigung der Flutkatastrophe zu einem Superspreader-Event werden könnte.

Lauterbach warnt vor Unterbringung in Sammelunterkünften – mobile Impfteams vor Ort einsetzen

Solche beengten Unterkünfte seien daher unbedingt zu vermeiden, mahnte der Politiker. Stattdessen sollten Flutopfer in Hotels und Einzelunterkünften untergebracht werden. Nur so ließen sich Massenausbrüche verhindern und die Zahl der vermeidbaren Kontakte eingrenzen. „Es wäre fatal, wenn die ohnehin dramatische Situation in den Hochwasserregionen durch massenhafte Infektionen mit der Delta-Variante zusätzlich erschwert würde.“ Zugleich rief Lauterbach dazu auf, mobile Impfteams in den Katastrophenregionen einzusetzen. 

Lauterbach für mobile Impfteams in Hochwassergebieten – Sonderimpfaktion in NRW nicht geplant

Das Landesgesundheitsministerium Rheinland-Pfalz bereite in Absprache mit den Behörden der betroffenen Landkreise eine Sonderimpfaktion in den Katastrophengebieten vor, sagte David Freichel vom Corona-Kommunikationsstab der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag)

Eine Sonderimpfaktion wie in Rheinland-Pfalz sei vonseiten des Landes Nordrhein-Westfalen derzeit jedoch nicht geplant, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur und verwies auf die Zuständigkeit der Behörden vor Ort. Währenddessen lag die Sieben-Tage-Inzidenz in den von der Unwetterkatastrophe besonders betroffenen Gegenden im Rhein-Erft-Kreis und in Euskirchen bei den niedrigen Werten von 3,8 und 3,6. Landesweit lag dieser Wert am Dienstag bei 13,0. Verstärkte Ansteckungen mit dem Coronavirus zum Beispiel in Notunterkünften können sich in den Zahlen allerdings erst mit einer zeitlichen Verzögerung abbilden. (dpa)

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