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NRW-Landtagswahl Umfrage: SPD und CDU auf Augenhöhe – Wüst und Kutschaty unbeliebt

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Von: Oliver Schmitz

Thomas Kutschaty, (r), Fraktionsvorsitzender der SPD, spricht im Landtags nach der Regierungserklärung des Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (2.v.l, CDU).
Bei einer Direktwahl würde die Mehrheit der Menschen in NRW weder für Hendrik Wüst (l.) noch für Thomas Kutschaty (r.) abstimmen. © Oliver Berg/dpa

In der neusten Umfrage zur NRW-Landtagswahl liegen SPD und CDU gleich auf. Laut dem „NRW-Check“ gibt es aber kaum Zustimmung für die Ministerpräsidenten-Kanidaten.

Düsseldorf – Rund fünf Monate vor der NRW-Landtagswahl wurde in einer neuen Umfrage das Stimmungsbild in Nordrhein-Westfalen abgefragt. Wenn bereits jetzt gewählt würde, kämen sowohl SPD als auch CDU auf 27 Prozent. Die Grünen kämen auf Platz drei.

Neben der klassischen „Sonntagsfrage“ für die Wahl des NRW-Landtags wurde die Bevölkerung im „NRW-Check“ auch zu vielen anderen Dingen befragt. Unter anderem zu den größten Problemen, der Zufriedenheit mit der NRW-Landesregierung oder auch der Zustimmung – oder besser gesagt Ablehnung – der Top-Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten.

Was ist der „NRW-Check“?

Der „NRW-Check“ ist eine gemeinsame Aktion von 38 Tageszeitungen aus Nordrhein-Westfalen. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa führt im Vorfeld der NRW-Landtagswahl 2022 in deren Auftrag vier repräsentative Umfragen durch. Neben der „Sonntagsfrage“ zum Wahlverhalten werden dabei auch die Zufriedenheit mit der Landesregierung oder Politik allgemein sowie Meinung zu wichtigen Themen abgefragt. Die erste Umfrage erschien am 15. Dezember 2021. Die weiteren folgen Januar/Februar, März und April/Mai 2022.

Umfrage Landtagswahl NRW: Ergebnisse der „Sonntagsfrage“ im Überblick – welche Koalition ist drin?

Wenn die Landtagswahl nicht am 15. Mai 2022, sondern bereits jetzt gewesen wäre, wäre die amtierende Regierungskoalition von CDU und FDP weit von einer Mehrheit entfernt. Mit 27 Prozent hätte die CDU zwar deutlich mehr Zustimmung als bei den Landtagswahl-Umfragen Anfang/Mitte Oktober, jedoch wären das immer noch 6 Punkte weniger als bei der letzten Wahl 2017. Die FDP ist mit 12 Prozent statt 12,6 derweil recht stabil.

Ein rot-grünes Bündnis hätte derweil etwas mehr Zustimmung, jedoch ebenfalls nicht genügend. Die SPD kommt aktuell auf 27 Prozent und somit rund 4 Prozent weniger als 2017. Die Grünen haben im Langzeitvergleich einen äußerst großen Sprung von 6,4 bei der letzten Wahl auf jetzt 17 Prozent gemacht. Schaut man sich jedoch die letzten Umfragen an, gibt es derzeit kaum Veränderung der linksliberalen Partei.

Somit wäre aber genau wie im Bund aktuell eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP oder auch ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP möglich. Im Zweifelsfall könnten sich SPD und CDU aber auch zu einer Großen Koaltion zusammen tun. Die AfD würde es mit 7 Prozent erneut in den Landtag schaffen und die Linken den Einzug mit 4 Prozent erneut knapp verpassen.

NRW-Landtagswahl Umfrage: Bevölkerung will weder Wüst noch Kutschaty als Ministerpräsidenten

Besonders wenig Zustimmung erhalten derweil die Spitzenkandidaten der beiden größten Parteien. Bei einer Direktwahl zum Amt des Ministerpräsidenten würden sich rund zwei Drittel der Wahlberechtigten weder für Amtsinhaber Hendrik Wüst von der CDU noch für seinen SPD-Herausforderer Thomas Kutschaty entscheiden. Wüst käme demnach auf 24 Prozent, Kutschaty auf 12 Prozent.

Rund sieben Wochen nach dem Wechsel im Amt des Ministerpräsidenten zeigten sich 40 Prozent der Wahlberechtigten weniger oder gar nicht zufrieden mit der Arbeit von Armin Laschets Nachfolger Wüst, 31 Prozent äußerten sich zufrieden. Ein hoher Anteil von 29 Prozent hat sich demnach noch kein Bild gemacht. Deutlicher ist das Bild bei der Haltung zur Arbeit der Landesregierung: Während 31 Prozent sich zufrieden zeigen, sind die übrigen zwei Drittel (64 Prozent) unzufrieden.

Umfrage NRW-Landtagswahl: Corona-Pandemie ist das größte Problem – Klima untergeordnet

Als derzeit größtes Problem sehen 64 Prozent der Wahlberechtigten die Corona-Pandemie, wobei Mehrfachnennungen möglich waren. Hinzukommen jeweils 5 bis 7 Prozent, die das größte Problem in einzelnen Facetten wie etwa in Corona-Leugnern oder auch den Corona-Beschränkungen sehen. Die getroffenen Maßnahmen in NRW zur Bekämpfung der Pandemie gehen dabei 63 Prozent der Befragten nicht weit genug, 18 Prozent halten sie für angemessen, 15 Prozent gehen sie zu weit.

Auch eine allgemeine Impfpflicht findet bei einer großen Mehrheit von 73 Prozent der über 18-Jährigen Zustimmung. Mit deutlichem Abstand auf der Rangliste der drängendsten Probleme folgten die Themen Bildung sowie Verkehr und Mobilität, genannt von 14 Prozent der Befragten, sowie Klima- und Umweltschutz (13 Prozent).

Dabei ist das Vertrauen in die Problemlösungskompetenz der Parteien in NRW insgesamt gering: Über die Hälfte der Wahlberechtigten traut derzeit keiner Partei zu, mit den Problemen im Land fertig zu werden. Die meisten (18 Prozent) nannten die CDU, gefolgt von der SPD (13 Prozent) als jene Partei, die die Probleme am besten lösen könne. Den Grünen, der FDP oder sonstigen Parteien trauen dies nur wenige zu (jeweils 4 bis 5 Prozent). (os mit ots und dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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