1. 24RHEIN
  2. Welt
  3. Politik

NRW: Lehrerverband weiter für Maskenpflicht an Schulen – zumindest vorerst

Erstellt: Aktualisiert:

Eine Schülerin sitzt mit ihrer Maske neben ihrem Etui, das auf ihrem Tisch in der Klasse 5a an der Gesamtschule in Münster liegt.
Der Philologen-Verband möchte für Schulen die Auswirkungen der Herbstferien abwarten. (Symbolbild) © Guido Kirchner/dpa

Der Philologenverband NRW ist gegen eine vorschnelle Aufhebung der Maskenpflicht an Schulen. Grund sind die anstehenden Herbstferien. Die Lehrer üben deutliche Kritik.

Düsseldorf – Vor einer Entscheidung der NRW-Landesregierung über die weitere Linie bei der Maskenpflicht in Klassenzimmern hat der Philologenverband vor übereilten Schritten gewarnt. Es dürfe keine „Experimente kurz vor und nach den Herbstferien geben, wie etwa durch den Fall der Maskenpflicht“, forderte die Vorsitzende des Lehrerverbands für die Gymnasien in Nordrhein-Westfalen, Sabine Mistler.

Philologenverband

Der Deutsche Philologenverband (DPhV) ist ein gewerkschaftlicher Zusammenschluss von Lehrerinnen und Lehrern an Schulen sowie weiteren Bildungseinrichtungen, die auf das Abitur vorbereiten. Er vertritt seine rund 90.000 Mitglieder in berufs- und bildungspolitischen Fragen. Dem DPhV sind als Dachverband 15 Landesverbände angeschlossen.

Maskenpflicht an NRW-Schulen: Philologenverband will Auswirkungen von Herbstferien abwarten

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) will zeitnah mitteilen, wie es nach den Herbstferien – sie dauern vom 11. bis 24. Oktober - mit der Maskenpflicht in den Schulen weitergeht. In den ersten rund zwei Wochen nach den Ferien brauche es weiter eine Maskenpflicht im Unterricht, betonte Mistler.

Man müsse zunächst mittels Corona-Testungen genau beobachten, wie sich die Infektionszahlen nach Rückkehr aus dem Urlaub in den Schulen entwickeln. Dann werde sich zeigen, ob die Masken fallen könnten. „Wichtig ist der Präsenzunterricht, und es dürfen keine weiteren bürokratischen Aufgaben damit verbunden werden“, sagte Mistler am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Maskenpflicht an NRW-Schulen: Philologenverband übt Kritik an bürokratischem Aufwand

Viele Schulen hätten seit den Sommerferien mit noch mehr Bürokratie zu kämpfen. Schulleitungen und Lehrkräfte seien völlig überlastet. Sie müssten sich endlich wieder auf den Unterricht und ihre pädagogischen Aufgaben konzentrieren können, statt sich um Corona-Tests zu kümmern und wegen vielfach geänderter politischer Vorgaben immer wieder organisatorisch zum Umsteuern gezwungen zu werden, verlangte die Verbandsvorsitzende. Präsenz- und Distanzunterricht für abwesende Schülerinnen und Schüler gehörten weiterhin zum Alltag, was ebenfalls viel Zeit- und Organisationsaufwand bedeute.

„Die Schülerinnen und Schüler brauchen gerade jetzt guten Unterricht, pädagogische Unterstützung und individuelle Förderung.“ Dafür müssten Lehrkräfte dringend von Verwaltungsaufgaben befreit werden. „Der jetzige Zustand ist nicht akzeptabel.“

Das Kabinett wollte sich am Dienstag auch mit dem Thema Schulen und Maskenpflicht befassen. Im Anschluss waren am Abend Gespräche mit Verbänden geplant. Einige Bundesländer haben bei der Maskenpflicht im Unterricht bereits Lockerungen eingeführt, diese ganz aufgehoben oder planen entsprechende Schritte. (os mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren

Auch interessant