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NRW: Das sieht die Bevölkerung als größtes Problem an – Klimawandel ist es nicht

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Von: Oliver Schmitz

Windraeder im Windpark vor RWE Kraftwerk Neurath am Tagebau Garzweiler Grevenbroich Nordrhein-Westfalen Deutschland
Erneuerbare Energien wie Windkraft sollen die Kohleenergie im Idealfall bis 2030 ablösen. Doch die NRW-Bevölkerung hat andere Prioritäten. © Rupert Oberhäuser/Imago

Für den Großteil der Menschen in NRW ist der Klimawandel laut einer Umfrage aktuell nicht ansatzweise das größte Problem. Ein anderes Thema steht deutlich auf Platz 1.

Köln – Welche Sorgen und Ängste oder besser gesagt Probleme beschäftigt die Bevölkerung von Nordrhein-Westfalen derzeit am meisten? Mit dieser Frage hat sich der erste „NRW Check“ beschäftigt. Bei der Umfrage kam heraus, dass die Bekämpfung der Klimakrise derzeit eine eher untergeordnete Rolle im Westen spielt. Vielmehr betrachten die meisten Menschen die Corona-Pandemie mit all ihren verschiedenen Facetten als größte Problematik – mit weitem Abstand vor anderen Themen.

Größtes Problem in NRW: Corona mit Abstand erster – Klimawandel auf Platz 4

Im „NRW Check“ sehen derzeit 64 Prozent der Wahlberechtigten die Corona-Pandemie allgemein als größtes Problem an – wobei Mehrfachnennungen möglich waren. Hinzukommen jeweils 5 bis 7 Prozent, die das größte Problem in einzelnen Facetten wie Corona-Leugnern, Corona-Beschränkungen oder der Organisation der Corona-Impfungen sehen. Zusammen kommen dann alle Corona-bezogenen Sorgen auf 87 Prozent. Mit deutlichem Abstand auf der Rangliste der drängendsten Probleme folgten die Themen Bildung sowie Verkehr und Mobilität, genannt von 14 Prozent der Befragten, sowie Klima- und Umweltschutz (13 Prozent).

In der Folge gehen die bisher getroffenen Maßnahmen in NRW zur Bekämpfung der Pandemie rund 63 Prozent der Befragten nicht weit genug, 18 Prozent halten sie für angemessen, 15 Prozent gehen sie zu weit. Auch eine allgemeine Impfpflicht findet bei einer großen Mehrheit von 73 Prozent der über 18-Jährigen Zustimmung.

Das Vertrauen in die Problemlösungskompetenz der Parteien in NRW insgesamt gering: Über die Hälfte der Wahlberechtigten traut derzeit keiner Partei zu, mit den Problemen im Land fertig zu werden. Die meisten (18 Prozent) nannten die CDU, gefolgt von der SPD (13 Prozent) als jene Partei, die die Probleme am besten lösen könne. Den Grünen, der FDP oder sonstigen Parteien trauen dies nur wenige zu (jeweils 4 bis 5 Prozent).

NRW: Bevölkerung glaubt nicht an Kohleausstieg 2030

Die Menschen in NRW haben laut dem „NRW Check“ starke Zweifel an einer schnellen Energiewende. Demnach glauben rund 63 Prozent der Befragten nicht, dass der Kohleausstieg bis 2030 gelingen wird. Dennoch halten rund 58 Prozent von ihnen es richtig, dies zumindest zu versuchen. 34 Prozent sind derweil dagegen.

Der Klima- und Umweltschutz wird aktuell von fast allen Bevölkerungs- und Wählergruppen als untergeordnetes Problem wahrgenommen. Lediglich eine knappe Mehrheit der Grünen-Wähler sehen es mit rund 51 Prozent ganz oben auf der Prioritätenliste.

Was ist der „NRW-Check“?

Der „NRW-Check“ ist eine gemeinsame Aktion von 38 Tageszeitungen aus Nordrhein-Westfalen. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa führt im Vorfeld der NRW-Landtagswahl 2022 in deren Auftrag vier repräsentative Umfragen durch. Neben der „Sonntagsfrage“ zum Wahlverhalten werden dabei auch die Zufriedenheit mit der Landesregierung oder Politik allgemein sowie Meinung zu wichtigen Themen abgefragt. Die erste Umfrage erschien am 15. Dezember 2021. Die weiteren folgen Januar/Februar, März und April/Mai 2022.

Bei der ersten Ausgabe des „NRW Check“ sind vom 26. November bis zum 7. Dezember insgesamt 2009 Menschen per Telefon durch das Forsa-Institut befragt worden.

Neben den wichtigsten Problemen und Einzelaspekten wie Corona und Klima wurden beim „NRW Check“ auch direkt Politik bezogenen Fragen gestellt. Unter anderem wurde auch das potenzielle Wahlverhalten für die anstehende Landtagswahl 2022 abgefragt. (os mit dpa und ots) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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