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NRW: Polizisten erhalten hunderttausende Stoffmasken – aber können sie nicht nutzen

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Polizisten kontrollieren die Einhaltung der Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie, inbesondere die Maskenpflicht und das Abstansgebot, im Einkaufzentrum Schönhauser Allee Acarden in Berlin-Prenzlauer Berg
In der aktuellen Lage der Corona-Pandemie reichen Stoffmasken nicht aus. (Symbolbild) © snapshot/Imago

Die Polizei NRW hat hunderttausende Alltagsmasken an ihre Beamten verteilt – obwohl sie aktuell nicht nutzbar sind. Das sorgt für Kritik. Aber die Polizei verteidigt sich.

Düsseldorf – Ein halbes Jahr nach der umstrittenen Bestellung von 1,25 Millionen Stoffmasken beim Modehersteller van Laack hat die Polizei einen Großteil an ihre Beamten in NRW verteilt. Das teilte das zuständige Landesamt für zentrale polizeiliche Dienste (LZPD) auf dpa-Anfrage mit. Die Opposition fragt sich, was die Polizeibeamten mit den Stoffmasken anfangen sollen.

Stoffmasken an NRW Polizei: SPD übt scharfe Kritik – doch Landesamt verteidigt sich

„Diese Vergabe hatte von Anfang an ein Geschmäckle. Aber jetzt ist es nur noch absurd. Stoffmasken braucht zurzeit nun wirklich kein Mensch“, sagte SPD-Fraktionsvize Sven Wolf. Die Landtags-Opposition hatte den gesamten Vergabeprozess kritisch begleitet: Der erste Auftrag an van Laack war wegen vergaberechtlicher Mängel storniert worden, dann kam der Hersteller aus Mönchengladbach in der zweiten Runde erneut zum Zug.

Inzwischen wurden laut LZPD alle 1,25 Millionen Masken geliefert. „Ein kleiner Bestand ist eingelagert, da eine Lagerung bis zu zehn Jahren möglich ist“, so eine Sprecherin des LZPD. Der Rest sei verteilt worden, denn: Die Alltagsmaske sei weiter ein „Ausstattungselement in der Auswahl der Masken“, das den Beschäftigten zur Verfügung gestellt werde. Die Polizisten hätten natürlich auch FFP2-Masken und medizinische Masken, so das LZPD.

NRW: Polizei-Gewerkschaft sieht Stoffmasken-Anschaffung langfristig

Laut dem Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, Michael Mertens, helfen den Beamten die Stoffmasken in der aktuellen pandemischen Lage „natürlich nicht“. Aber, so Mertens: „Im Übergang aus der Pandemie heraus werden die Kolleginnen und Kollegen sie wieder nutzen können.“ Denn FFP2-Masken seien in vielen Einsatzsituationen einfach schwer zu tragen – zudem hätten die verteilten Stoffmasken eine wirklich gute Qualität. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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