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Mallorca-Urlaub mit mehreren NRW-Ministern: Heinen-Esser schließt Rücktritt aus

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Ursula Heinen-Esser
Ursula Heinen-Esser (CDU), Umweltministerin von Nordrhein-Westfalen, sitzt im Landtag auf der Regierungsbank. © Marius Becker/dpa/Archivbild

Nach neuen Enthüllungen über ihren Mallorca-Urlaub lehnt Ursula Heinen-Esser einen Rücktritt als NRW-Umweltministerin ab. Die Grünen werfen ihr Lügen vor.

Düsseldorf/Mallorca – NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser lehnt einen Rücktritt nach neuen Enthüllungen um ihren Mallorca-Aufenthalt nach der Flutkatastrophe im Juli 2021 ab. Sie werde die Folgen der Hochwasserkatastrophe und das Thema der Lebensmittelversorgung in Folge des Ukraine-Kriegs weiter abarbeiten, sagte Heinen-Esser am Donnerstag (7. April) vor Journalisten in Düsseldorf.

Heinen-Esser Mallorca-Urlaub: Drei NRW-Minister auf Geburtstagsfeier kurz nach Flut

Heinen-Esser hatte anderthalb Wochen nach Beginn der Flutkatastrophe auf Mallorca den Geburtstag ihres Mannes gefeiert – zusammen mit Bauministerin Ina Scharrenbach, Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner und der damaligen Staatssekretärin Serap Güler. Alle drei gehören der CDU an.

Die NRW-Umweltministerin steht seit längerem in der Kritik, weil sie ihren Mallorca-Urlaub nach dem Hochwasser am 14. Juli zwar kurz unterbrochen, dann aber fortgesetzt hatte. Diesen Schritt hatte sie zunächst damit begründet, sie habe ihre minderjährige Tochter zurückholen müssen, die mit Freundinnen auf der Insel zurückgeblieben war. Von einem Abendessen hatte sie auch dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe in Düsseldorf bisher nichts mitgeteilt.

Mallorca-Urlaub: Grüne werfen NRW-Ministerin Lügen vor – Heinen-Esser hält dagegen

Die Grünen im NRW-Landtag haben Umweltministerin Ursula Heinen-Esser anschließend vorgeworfen, Parlament und Öffentlichkeit im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe belogen zu haben. Sie räume die Wahrheit „nur scheibchenweise und gezwungenermaßen nach Recherchen ein“, kritisierte Grünen-Fraktionschefin Verena Schäffer am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag. Das gelte auch für Bauministerin Ina Scharrenbach, Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner sowie die damalige NRW-Staatssekretärin und heutige Bundestagsabgeordnete Serap Güler.

Fünf Wochen vor der Landtagswahl in NRW forderte die Grünen-Politikerin personelle Folgen: Ministerpräsident Hendrik Wüst müsse darlegen, „welche Konsequenzen er zieht, angesichts dessen, dass Teile seines Kabinetts vor dem Parlament die Unwahrheit sagen und es offenbar mit ihrem Amtseid nicht so genau nehmen.“ Dass mitten in der größten Hochwasserkatastrophe in der Geschichte des Landes vier NRW-Regierungsmitglieder den Geburtstag von Heinen-Essers Ehemanns auf Mallorca feierten, sei unfassbar. „Ursula Heinen-Essers Amtsverständnis ist schlicht und ergreifend desaströs“.

Heinen-Esser betonte dazu am Donnerstag: „Den Vorwurf, das Parlament getäuscht zu haben, weise ich entschieden zurück.“ Sie habe ihre Amtsgeschäfte auch auf Mallorca „vollumfänglich“ wahrgenommen und werde dem Ausschuss bei der Sitzung am 22. April Rede und Antwort stehen. (os mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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