1. 24RHEIN
  2. Welt
  3. Politik

Kritik an Mallorca-Urlaub: NRW-Umweltministerin Heinen-Esser zurückgetreten

Erstellt: Aktualisiert:

Ministerin Heinen-Esser
NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser hat sich wohl umentschieden. © Marius Becker/dpa

Nun also doch: Ursula Heinen-Esser tritt von ihrem Amt als NRW-Umweltministerin zurück. Zuvor hatte es neue Enthüllungen in der Mallorca-Affäre gegeben.

Düsseldorf – Knaller rund fünf Wochen vor der Landtagswahl in NRW: Nach neuen Enthüllungen über ihren Mallorca-Urlaub ist Ursula Heinen-Esser als NRW-Umweltministerin zurückgetreten. Die CDU-Politikerin sagte am Donnerstagabend (7. April), sie habe am Nachmittag Ministerpräsident Hendrik Wüst ihren Rücktritt angeboten. „Der Ministerpräsident hat den Rücktritt angenommen“, sagte sie. Am Mittag hatte Heinen-Esser einen Rücktritt noch abgelehnt.

Mallorca-Urlaub von Heinen-Esser: Drei NRW-Minister auf Geburtstagsfeier kurz nach Flut

Heinen-Esser hatte anderthalb Wochen nach Beginn der Flutkatastrophe auf Mallorca den Geburtstag ihres Mannes gefeiert – zusammen mit Bauministerin Ina Scharrenbach, Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner und der damaligen Staatssekretärin Serap Güler. Alle drei gehören der CDU an.

Zuerst wollte Heinen-Esser aber nichts von einem Rücktritt wissen. Sie hatte das damit begründet, dass sie sich weiter um die „großen Themen“ der Bewältigung der Folgen der Flutkatastrophe und die Folgen des Ukraine-Kriegs für die Lebensmittelversorgung kümmern wolle. Heinen-Esser räumte erneut Fehler ein, wies den Vorwurf der Täuschung aber zurück. Am frühen Abend dann sagte Heinen-Esser, sie habe sich die Reaktionen angesehen und festgestellt, dass sie ihr Handeln im vergangenen Sommer der Öffentlichkeit nicht habe vermitteln können. Es gebe kein Verständnis für ihr damaliges Handeln. Sie wolle nun mit dem Rücktritt „Schaden von ihrer Familie und vom Amt“ abwenden.

Die gesammelte nordrhein-westfälische Opposition aus SPD, Grünen und AfD hatte die umgehende Entlassung Heinen-Essers gefordert. SPD-Oppositionsführer Thomas Kutschaty sagte, während Zehntausende Betroffene des Hochwassers mit den Folgen der Flut gekämpft hätten, hätten es sich hochrangige Vertreter der NRW-Landesregierung auf Mallorca „gut gehen lassen“.

Flutkatastrophe in NRW

Mitte Juli 2021 zog ein schweres Unwetter über Westeuropa und Nordrhein-Westfalen. Dabei entstanden verheerende Schäden im zweistelligen Milliarden-Bereich. Der Bund hatte 30 Milliarden Sondervermögen für den Wiederaufbau bereitgestellt. Allein in NRW gab es 49 Todesopfer.

Mallorca statt NRW: Heinen-Esser stand länger unter Kritik – Wüst-Statement folgt

Die Umweltministerin stand bereits seit längerem in der Kritik, weil sie ihren Mallorca-Aufenthalt nach dem Hochwasser am 15. Juli zwar kurz unterbrochen, dann aber am 16. Juli fortgesetzt hatte. Dies hatte sie im Untersuchungsausschuss des Landtags damit begründet, sie habe ihre minderjährige Tochter und deren Freunde zurückholen müssen, die auf der Insel zurückgeblieben waren.

Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) befand sich am Donnerstag als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz in der Hauptstadt, sprach mit seinen Länderkollegen und Kanzler Olaf Scholz (SPD) über ukrainische Kriegsflüchtlinge. Kurz nach Heinen-Essers Einladung zu ihrem Pressestatement folgte eine Mail von Wüst – der sich „aus aktuellem Anlass“ äußern wolle – nach Ende der Beratungen der Ministerpräsidentenkonferenz. (os mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant