1. 24RHEIN
  2. Welt
  3. Politik

Keine Maskenpflicht: Kanada-Reise von Scholz und Habeck in der Kritik

Erstellt:

Von: Vincent Büssow

Auf dem Regierungsflug von Scholz und Habeck nach Kanada gilt keine Maskenpflicht. Auch die Begründung der Regierung sorgt für Kritik.

Berlin/Montreal – Die Kanada-Reise von Bundeskanzler Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Robert Habeck steht in der Kritik. Die mehr als 80 Passagiere haben auf dem Hinflug keine Masken zum Schutz vor einer Corona-Infektion getragen, wie Aufnahmen vom Sonntag (21. August) zeigen. Die Frage wird laut, weshalb für den Regierungsflug andere Regeln gelten, als für sonstige Reisen. Auch die Lufthansa und Armin Laschet beteiligen sich an der Debatte.

Eigentlich soll bei der Reise von Olaf Scholz und seinem Vizekanzler die Versorgung von Deutschland mit Flüssiggas im Fokus stehen. Die Aufnahmen des Hinflugs sorgen allerdings auch für Aufsehen, da Robert Habeck dort dicht an dicht mit Journalisten zu sehen ist – ohne Maske. Die Bundesregierung bestätigte mittlerweile, dass auf dem Flug keine Maskenpflicht galt. Diese entfalle „auf den Flügen der Luftwaffe“, erklärte ein Sprecher.

Scholz und Habeck besuchen Kanada
Robert Habeck ist bei seiner Kanada-Reise mit Olaf Scholz zu sehen, wie er dicht an dicht mit Journalisten im Flugzeug spricht – ohne Maske. © Kay Nietfeld/dpa

Scholz und Habeck in der Kritik: Keine Maskenpflicht auf Kanada-Reise

In den sozialen Medien sorgten die Aufnahmen von Habeck für einiges an Kritik. So schrieb etwa der ehemalige CDU-Chef und Kanzlerkandidat Armin Laschet am Montag auf Twitter, Journalisten und Regierungsmitglieder setzten sich „über (zwar unsinnige, aber geltende) Gesetze“ hinweg. Im Vorlauf der Bundestagswahl war Laschet selbst mehrfach aufgefallen, weil er keine Maske trug.

Der Anwalt für Strafrecht Udo Vetter stellte außerdem die juristische Grundlage für die Argumentation der Bundesregierung infrage. In seiner Interpretation des Infektionsschutzgesetzes gebe es keine Regelung, welche die Maskenpflicht zum Schutz vor Corona für den Regierungsflug aufhebt.

Mitreisende Journalisten verteidigten die maskenfreie Kanada-Reise. So machte etwa die Chefredakteurin im Hauptstadtbüro von T-Online, Miriam Hollstein, darauf aufmerksam, dass „alle Mitreisenden einen PCR-Test vorlegen“ mussten, der nicht älter als 24 Stunden sein durfte. Ein Twitter-Nutzer, der daraufhin fragte, ob dies für alle Flüge gelte, wurde von der Lufthansa korrigiert: „Ein negativer PCR-Test befreit nicht vom Tragen einer Maske.“ (vbu mit dpa)

Auch interessant