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Kurz spricht vor Vereidigung über seine Gefühle und macht deutlich: „Ich bin kein Schattenkanzler“

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Von: Clara Marie Tietze

Der Lebenslauf von Sebastian Kurz liest sich aktuell ein wenig wie die Ikarus-Geschichte. Nun gibt er sich kämpferisch und äußert sich zur jetzigen Situation.

Wien - Eine „emotionale Achterbahnfahrt“: So beschreibt Sebastian Kurz* in einem am Donnerstagmorgen bei Facebook veröffentlichten Video die letzten Tage und Wochen. Er gibt sich vor seiner Angelobung als Abgeordneter im österreichischen Nationalrat kämpferisch und inszeniert sich mit seinem Rücktritt* als Retter Österreichs vor einer chaotischen Vier-Parteien-Regierung, die scheinbar schon in den Startlöchern stand. Zudem betont er noch einmal, dass die aktuellen Korruptions- und Betrugsvorwürfe gegen ihn unhaltbar und falsch seien.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in Wien ermittelt aktuell in zwei Verfahren gegen Kurz*. Zunächst wegen einer vermeintlichen Falschaussage im Rahmen des Untersuchungsausschusses zur Ibiza-Affäre. Auch dem Verdacht der Veruntreuung von Steuergeldern. Der Kanzler soll damit positive Medienberichte und geschönte Umfragen erkauft haben. Die kürzlich in diesem Zusammenhang festgenommene Meinungsforscherin Sabine Beinschab wurde laut APA-Informationen wieder freigelassen.

Sebastian Kurz vor Vereidigung auf Facebook: „Enttäuschung, Resignation, Wut“

In seinem Video bei Facebook spricht Sebastian Kurz von „Enttäuschung, Resignation, Wut“. Das seien Gefühle, die er sehr gut nachvollziehen kann, da er sie selbst in den vergangenen Tagen gespürt habe. „Klar ist, ich bin kein Schattenkanzler“, erklärt Kurz. „Ich werde als Bundesparteiobmann und Klubobmann um Alexander Schallenberg und das Regierungsteam bestmöglich unterstützen. Damit all das auch umgesetzt werden kann, was wir uns im Regierungsprogramm vorgenommen haben.“

Betitelt ist sein Facebook-Video mit „Weiterarbeiten für Österreich“. Das könnte beim ein oder anderen den Glauben daran schüren, dass Kurz beabsichtige, seinen Kanzlerposten keineswegs für länger auf Eis zu legen. In dem Video spricht er zudem von einem „Schritt zur Seite“, nicht zurück. Doch der Rücktritt kostet ihn auch finanziell einiges*.

Sebastian Kurz in Facebook-Video: „Schritt zur Seite“, nicht zurück

Durch seinen neuen Abgeordnetenstatus wird Kurz eine strafrechtliche Immunität zuteil. Das Parlament könnte den Ex-Kanzler davon aber auf Antrag der Staatsanwaltschaft befreien. Dieser hatte aber ohnehin bereits vorab angekündigt, auf seine Immunität zu verzichten. In seinem Video beteuert er: „Ich habe mir in meinem ganzen Leben noch nicht strafrechtlich etwas zu Schulden kommen lassen.“

Die Facebook-Nutzer sind unter dem Video geteilter Meinung. Von „Gut gemacht, wir warten auf Sie!“ über „Ich wünsche mir einen stillen Abgang, für immer!“ ist nahezu jede Ansicht vertreten. Ein Nutzer spricht von „asozialen Chatnachrichten“*, eine andere vom „wahren Gesicht“ des Ex-Kanzlers, welches nun offenbart worden sei. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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