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Umfragen nach TV-Triell: Laschet konnte Zuschauer nicht überzeugen, Baerbock überrascht

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Kanzlerkandidat Olaf Scholz (SPD, l-r), Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock (Bündnis90/Die Grünen) und Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) sind während des Triells auf einem Bildschirm zu sehen.
Die Zuschauer-Umfragen zum TV-Triell sahen Olaf Scholz als Gesamtsieger an. © Christophe Gateau/dpa

Die Umfragen nach dem TV-Triell bei ARD und ZDF geben ein klares Bild ab. Laschet war für die Zuschauer nie der Beste, konnte sich aber dennoch steigern.

Köln/Berlin – Zwei Wochen vor der Bundestagswahl haben sich Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock (Grüne) und Olaf Scholz (SPD) im zweiten TV-Triell auf ARD und ZDF ein teils scharfer Schlagabtausch geliefert. Die Zuschauer bewerteten die Leistungen der Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen dabei aber sehr unterschiedlich.

In den Blitz-Umfragen von ARD und ZDF sahen sie Scholz als Gesamtsieger des Triells an. In gewissen Einzelkategorien konnte aber auch Baerbock überzeugen. Laschet landete hingegen nie auf dem ersten Platz und konnte dennoch Boden gut machen.

TV-Debatten zur Bundestagswahl 2021

Im Vorfeld der Bundestagswahl finden etliche TV-Debatten statt. Neben den drei Triellen gibt es auch einige Einzelauftritte der Kanzlerkandidaten. Hier sind alle Termine mit Laschet, Baerbock und Scholz im Überblick.

Triell Bundestagswahl 2021: Scholz klarer Sieger bei ARD-Umfrage

Nach der Erhebung von Infratest-dimap für die ARD fanden 41 Prozent der Zuschauer Scholz insgesamt am überzeugendsten. Auf Platz zwei landete Laschet mit 27, am wenigsten überzeugend fanden die Zuschauer mit 25 Prozent laut ARD-Umfrage die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.

Auch bei der Frage nach der Kompetenz lag Scholz der ARD-Umfrage zufolge jetzt vorn. 49 Prozent der Zuschauer schrieben ihm den kompetentesten Auftritt zu, dahinter kamen Laschet mit 26 Prozent und Baerbock mit 18 Prozent. Die Zuschauer fanden Scholz der Umfrage zufolge auch am glaubwürdigsten (39 Prozent). Baerbock und Laschet sind in dem Punkt mit 26 Prozent gleichauf.

Etwas anders stellt sich die Sache beim Punkt Sympathie dar: Am sympathischsten fanden die Zuschauer die Grünen-Kandidatin Baerbock mit 39 Prozent, dahinter liegt Scholz auf Platz zwei mit 24 Prozent. Unionskandidat Laschet fährt mit 18 Prozent die wenigsten Sympathiepunkte ein. Bei der Frage danach, wer die größte Tatkraft während des Schlagabtauschs ausstrahlte, konnte Baerbock mit 41 Prozent die meisten Punkte sammeln. Scholz und Laschet lagen bei diesem Punkt jeweils mit 28 und 25 Prozent hinter Baerbock.

Triell zur Bundestagswahl 2021: Laschet steigert sich in ZDF-Umfrage deutlich

Ein insgesamt ähnliches Bild ergab die ZDF-Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen. 32 Prozent der befragten Zuschauer entschieden sich für Olaf Scholz, dahinter lag Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock mit 26 Prozent, Armin Laschet kam auf 20 Prozent. 21 Prozent sahen bei der Frage, wer sich am besten geschlagen habe, keinen großen Unterschied.

Bei der Frage, wen man am liebsten als Bundeskanzler hätte, zeigte der Sender Ergebnisse vor und nach dem TV-Triell im direkten Vergleich. Demnach lag Scholz nach der Debatte mit 46 Prozent weiterhin an Platz 1, allerdings hatte er vor der Sendung mit 55 Prozent noch mehr Zuspruch gehabt. Laschet konnte mit 28 gegenüber 19 Prozent Boden gut machen. Baerbock verharrte in etwa auf ihrem Niveau: erst 19 Prozent, nach der Sendung 20.

Bezogen auf die Erwartungen der Kanzlerkandidaten hieß es von der Forschungsgruppe, dass vor allem Baerbock positiv überrascht habe. Für 53 Prozent habe sie die Erwartungen übertroffen, für 38 Prozent sei sie wie erwartet gewesen und für acht Prozent schlechter. Bei Laschet sagten demnach 35 Prozent „besser als erwartet“ (wie erwartet: 53 Prozent, und schlechter: 12 Prozent) und für 27 Prozent habe sich Scholz besser geschlagen als erwartet (wie erwartet: 58 Prozent, und schlechter: 15 Prozent).

Triell zur Bundestagswahl 2021: Umfragen nicht für alle Wähler representativ – Gesamtbild unverändert

An der ARD-Umfrage wurden insgesamt 1750 Menschen befragt. Bei der von ZDF mit 753 deutlich weniger. Dennoch sind beide repräsentativ für die Fernsehzuschauer des Triells, damit aber nicht repräsentativ für alle Wahlberechtigten. Die Befragungen liefen überwiegend telefonisch und teils online ab.

In einer Forsa-Umfrage nach dem ersten TV-Triell bei RTL/ntv hatten die Zuschauer ebenfalls Scholz als Sieger gesehen (36 Prozent). Damals landete Baerbock (30) auf Platz zwei und Laschet (25) auf drei. Somit war der Gesamteindruck des zweiten Triells sehr ähnlich. Bereits am Montag (13. September) steht mit dem TV-Vierkampf der anderen Parteien die nächste Sendung zur Bundestagswahl im ZDF auf dem Programm. (os mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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