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Ukraine-Krieg: Fake-Videos kursieren in Deutschland – LKA alarmiert

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Von: Max Müller

Auf einem Smartphone werden Fake-News zum Ukraine-Krieg angezeigt.
Fake-News über den Ukraine-Krieg werden auch in Deutschland geteilt. (Symbolbild) © Andre M. Chang/Imago

Das Fake-Video eines angeblichen Verbrechens in Euskirchen zeigt: Der Ukraine-Krieg ist auch ein Informationskrieg. Das LKA NRW beobachtet diese Entwicklung mit Sorge.

Köln – Am Wochenende machte ein Video die Runde, in dem von einem angeblichen Verbrechen in Euskirchen berichtet wurde. In dem Video erzählt eine Frau, dass mehrere Ukrainer einen Russen verprügelt haben. Am Montag (21. März) stellte sich raus: Das Video ist ein Fake. Die Urheberin entschuldigte sich auf der Social-Media-Plattform Tiktok in einem weiteren Video für die falsche Information. Die Frau sagte darin, ihre Behauptung habe sich als unwahr herausgestellt und sie wolle nicht, dass andere den gleichen Fehler machten wie sie. „Wir prüfen in Absprache mit der Staatsanwaltschaft den Verdacht einer Straftat“, sagte ein Polizeisprecher mit Bezug auf die Clips.

Der Vorfall zeigt, wie sensibel mit Informationen rund um den Krieg in der Ukraine umgegangen werden muss. Neben den Kämpfen vor Ort tobt längst ein Kampf um Deutungshoheit – und das nicht erst seit dem Angriff des russischen Militärs. Das bestätigt das Landeskriminalamt (LKA) NRW auf Anfrage von 24RHEIN. „Medial ist festzustellen, dass Berichterstattungen von offiziellen und privaten Betreibern, sowohl auf russischer, als auch auf ukrainischer Seite seit Kriegsbeginn zugenommen haben.“

Warum sind Fake-Videos über den Ukraine-Krieg gefährlich?

Die sozialen Medien wirken dabei als Katalysator. Ungeprüft werden Informationen – speziell solche, die auf den ersten Blick überraschend sind – weiter geteilt, ohne den Wahrheitsgehalt zu prüfen. Dass immer mehr Desinformationen gestreut werden, beobachtet das LKA mit Sorge. „Bei der Verbreitung von absichtlichen Falschmeldungen kann immer eine Zielsetzung unterstellt werde“, schreibt ein Sprecher vom LKA. Das Ziel: Eigene Narrative etablieren, den Gegner diskreditieren.

Dabei können die unterschiedlichsten Motive eine Rolle spielen. Wie ist die Situation rund um das Fake-Video aus Euskirchen? Möglicherweise besteht das Ziel darin, „zu einer gewalttätigen Reaktion auf Seiten der russisch zugewandten Bevölkerung in Deutschland“ aufzuhetzen. Damit werde die durch den Ukraine-Krieg derzeit ohnehin schon angespannten Beziehung zwischen Russen und Ukrainern weiter verschärft.

Ukraine-Krieg: Was kann man tun, um Fake-News und -Videos zu unterbinden?

Das große Problem ist: Wer geht gegen Fake-News vor? „Das Bewerten und Recherchieren von Nachrichten ist keine polizeiliche Aufgabe“, stellt das LKA klar. Bei dem Fake-Video aus Euskirchen war die Polizei durch Anrufer auf das Video in den sozialen Medien aufmerksam geworden. In der Folge wurde das Video gelöscht, nun soll die Identität der Frau im Video geklärt werden.

Eigentlich müssen die Betreiber der Plattform, auf der ein Inhalt veröffentlicht wird, das Video oder den Text prüfen – und gegebenenfalls reagieren. Wenn es um strafbare Inhalte geht, kann die Polizei eine Löschung beantragen. (mm) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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