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Russische Medien fabulieren von bevorstehendem Atomkrieg

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Von: Sandra Kathe

Im Krieg gegen die Ukraine sprechen russische Staatsmedien immer wieder von Russland in der Opferrolle.
Im Krieg gegen die Ukraine sprechen russische Staatsmedien immer wieder von Russland in der Opferrolle. (Symbolfoto) © Juan Barreto/AFP

In einer russischen Fernsehsendung beteuern ein Militärexperte und eine Moderatorin die friedlichen Absichten Russlands – und drohen mit Atomangriffen.

Moskau – Vor Tausenden Zuschauern haben die russische TV-Propagandistin Olga Skabejewa und ihr Gesprächspartner, der Militärexperte Igor Korotchenko, dem Westen mit einem Atomschlag gedroht. Alles was der Westen fürchte, hieß es in dem Gespräch, sei die Möglichkeit, dass Russland seine „taktischen nuklearen Waffen“ einsetzt, sagte Korotchenko laut einem Bericht des US-Nachrichtenportals Newsweek.

Skabajewa, die für den staatlichen Nachrichtensender Rossija 1 moderiert, fügte hinzu, dass man für den Fall, dass Russland in eine Ecke gedrängt würde, alle vernichten könnte. Alle die, so Skabajewa, die Russland zerstören wollten, würden ebenfalls zerstört. Russland könne darüber hinaus ausschließlich durch „eine nukleare Explosion“ zunichtegemacht werden, wie Newsweek die 37-jährige Kreml-treue Journalistin zitiert.

Ukraine-Krieg: Militärexperte warnt den Westen

Die Kreml-treuen Medien verbreiten bereits seit Kriegsbeginn das Narrativ, dass die russischen Angriffe auf die Ukraine eine reine Verteidigungsmaßnahme vor dem Westen seien und dem Schutz der ukrainischen Gesellschaft vor Nazis dienten. Weil der Westen der Ukraine Waffen zu ihrer Verteidigung liefert, wurde diese Behauptung zuletzt mehrfach wiederholt. Auch der russische Machthaber Wladimir Putin drohte in einer Fernsehansprache am Mittwoch (21. September) mit dem Einsatz von Atomwaffen, wenn die Ukraine weiter mit Waffen unterstützt würde.

Militärexperte Korotchenko nannte die Worte Putins „wertvoll“, was er mit der „Angst“ des Westens vor russischen Atomwaffen begründete. „Der Westen muss verstehen: Wenn bestimmte Waffen existieren, können Tabus und Beschränkungen, was ihre Nutzung angeht, unter bestimmten Umständen auch aufgehoben werden.“

Drohungen im russischen Fernsehen: Atomkrieg scheint „beschlossene Sache“

Die angebliche Opferrolle Russlands betonte auch Skabajewa, als sie in dem Gespräch fragte, was „die Ziele des kollektiven Westens“ seien und was Russland tun solle, um einen Atomkrieg zu verhindern – „falls der noch nicht beschlossene Sache ist“. Auch in Putins TV-Auftritt diese Woche sähe Skabajewa eine klare Position für den Frieden: „Putin hat es so prägnant und deutlich gesagt. Wir drohen nicht, wir wollen keinen Krieg. Wir sind die ersten, die den Krieg beenden wollen.“ (ska)

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