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NRW-Wahl: CDU und SPD fast gleich auf – die Umfragen im Überblick

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Von: Max Müller

Die Flagge von NRW, daneben eine Hand, die einen Stimmzettel in eine Urne steckt. (Montage)
Die Umfrage vor der Landtagswahl NRW zeigen ein teils knappes Rennen. (Montage) © Winfried Rothermel/Imago & Eibner/Imago

Die Landtagswahl am 15. Mai wird zeigen, wer NRW in Zukunft regiert. Die Umfragen im Vorfeld der Wahl zeigen, welche Chancen die Parteien haben könnten.

Düsseldorf – Bis zum 14. Mai sind sie noch wichtig, danach sind sie völlig egal: Wahlumfragen zur Landtagswahl in NRW. Wenn am 15. Mai in Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt wird, zählt nur das amtliche Endergebnis. Dennoch zeigen die Umfragen vor der NRW-Landtagswahl, wie die Stimmung sich seit Januar verändert hat. Sie sind die Basis, auf der bereits vorher mögliche Koalitionen diskutiert werden. Und sie definieren die Fallhöhe.

Umfragen zur Landtagswahl in NRW: Wüst (CDU) beliebter als Kutschaty (SPD)

Die CDU von Ministerpräsident Hendrik Wüst scheint glimpflich davongekommen zu sein. Immerhin hatte die Debatte um die Mallorca-Affäre zwischenzeitlich sogar bundespolitische Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Der Rücktritt von NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser am 7. April markierte den vorläufigen Höhepunkt der Krise in der NRW-CDU. Beobachter erwarteten einen Einbruch, doch der Heinen-Esser-Effekt blieb aus. In der Folge konnte die Partei sogar Prozente gewinnen und die 30-Prozent-Hürde wieder überspringen, die in den Wochen zuvor verfehlt wurde. Am schlechtesten schnitt die CDU Anfang Februar mit 26 Prozent ab.

Verlassen kann sich Wüst auf seine persönlichen Beliebtheitswerte. Wenn die Wahlberechtigten in Nordrhein-Westfalen den Ministerpräsidenten direkt wählen könnten, würden aktuell 41 Prozent für Wüst stimmen und nur 32 Prozent für SPD-Spitzenkandidat Thomas Kutschaty.

Landtagswahl NRW 2022: Umfrage-Ergebnisse im Überblick

DatumCDUSPDGrüneFDPAfDLinkeInstitut
02.05.202230,5%31%16,5%9%6%2,5%Wahlkreisprognose
24.04.202231%30%16%8%7%3%Infratest dimap
22.04.202229%30%17%9%7%2%Civey
17.04.202229%31%14%10%7%4%INSA
13.04.202230%30%18%8%6%2%Forsa
05.04.202228%30%15%10%7%4%INSA
03.04.202231%30%15%8%7%4%Infratest dimap
16.03.202232%27%17%8%6%3%Forsa
20.02.202227%29%14%12%8%4%INSA
09.02.202229%27%18%9%7%4%Forsa
03.02.202226%28%14%12%8%4%INSA
30.01.202228%28%17%10%8%3%Infratest dimap
14.05.201733,0%31,2%6,4%12,6%7,4%4,9%LTW 2017

NRW-Wahl 2022: Umfragen – SPD bei 30 Prozent

Bei der SPD hat der große Triumph bei der Bundestagswahl 2021 Begehrlichkeiten geweckt. Lange Jahre dümpelten die Sozialdemokraten auf Bundesebene einer einstelligen Prozentzahl entgegen. Nun ist Olaf Scholz Bundeskanzler. Nicht von ungefähr steht er auf einigen Wahlplakaten neben Spitzenkandidat Kutschaty. Der Glanz des Kanzlers soll abfärben auf die „Herzkammer der SPD“. Dabei hat die SPD an Rhein und Ruhr das gar nicht nötig: Meinungsforscher wiesen die Partei zu keinem Zeitpunkt unter 27 Prozent aus. Aktuell steht die SPD bei 30 Prozent.

Für Aufsehen sorgte die Ankündigung von Kutschaty, dass er im Falle eines zweiten Platzes versuchen will, Ministerpräsident zu werden. „Natürlich. Das ist prinzipiell nichts Verbotenes“, sagte der frühere Justizminister und SPD-Landeschef dem Tagesspiegel. „Es geht darum, eine stabile Mehrheit im Parlament für eine eigene Regierung zu organisieren, wenn es rechnerisch möglich ist.“

Umfragen der Grünen vor NRW-Landtagswahl: Baerbock-Effekt bleibt aus

Wenn die Grünen sich die Umfrageergebnisse der letzten Wochen anschauen, dürften sie etwas enttäuscht sein. So richtig nach oben ging es nicht. Und das, obwohl Politiker auf Bundesebene in letzter Zeit enorm punkten konnten. In einer INSA-Umfrage Mitte April erhielt Robert Habeck mit 52,3 Prozent die höchste Zustimmung aller deutschen Politiker, Außenministerin Annalena Baerbock landete auf dem zweiten Platz (48,6 Prozent).

Und dennoch werden die Grünen wohl so oder so feiern können. Denn das Wahlergebnis 2017, als die Umweltpartei mit 6,4 Prozent gerade so den Sprung in den Landtag schafft, dürften sie toppen. Aktuell würden sie bei der NRW-Landtagswahl 16,5 Prozent der Stimmen bekommen und ihren Stimmenanteil damit mehr als verdoppeln.

NRW-Landtagswahl: FDP unter zehn Prozent?

Hendrik Wüst, der die „Zusammenarbeit mit der FDP gerne fortsetzen“ möchte, dürfte sich die Umfragen der Liberalen sehr genau anschauen. Denn eines ist klar: Für ein Fortbestehen der Schwarz-Gelben Koalition braucht er einen starken Juniorpartner. 2017 konnte die FDP noch 12,6 Prozent der Stimmen holen. Eine Zahl, die sie in den aktuellen Umfragen der letzten Zeit nicht erreichen konnte. Legt man das Stimmungsbild vor der Wahl zugrunde, dürfte ein Ergebnis von acht oder neun Prozent wesentlich wahrscheinlicher sein. Für Schwarz-Gelb dürfte es damit eng werden, aber auch für Rot-Grün wird es knapp.

NRW-Landtagswahl: Umfragen sehen Linke bei 2,5 Prozent

Wann immer es keine klaren Mehrheiten gibt, sind die Ergebnisse der Randparteien umso wichtiger. Während die AfD eher wegen ihrer Ziele am Rand zu verorten ist, könnte man überlegen, die Linken unter „Sonstige“ einzusortieren. Der Landesverband von Sahra Wagenknecht ist rein quantitativ eine Mini-Partei. Traditionell tun sich die Linken im Westen der Republik schwer, so auch in Nordrhein-Westfalen. Mit aktuell 2,5 Prozent spielen die Linken praktisch keine Rolle.

Umfragen der AfD vor NRW-Landtagswahl: Geringste Ausschläge aller Parteien

Die geringste Amplitude weisen die Umfragen für die AfD aus. Zwischen sechs und acht Prozent bekam die Partei bei den Erhebungen der letzten Wochen. Zumindest auf dem Papier scheint die Prognose damit vergleichsweise am sichersten: Die AfD wird ihr Ergebnis von 2017, damals erhielt die Partei 7,4 Prozent, wahrscheinlich wiederholen – aber auch keinen Sprung nach vorne machen. (mm) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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