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Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten: Steinmeier ruft zum Zusammenhalt auf

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Von: Johanna Werning

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht nach der Aufzeichnung der traditionellen Weihnachtsbotschaft des Präsidenten im Schloss Bellevue vor einem geschmückten Weihnachtsbaum.
Auch 2021 hält Bundespräsident Steinmeier die traditionelle Weihnachtsansprache © Michael Sohn/dpa

Bei der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten geht es erneut um Corona. Steinmeier: „Wir müssen uns nach der Pandemie noch in die Augen schauen können.“

Berlin – Zum zweiten Mal feiert Deutschland Weihnachten im Schatten des Coronavirus. Angesichts der Belastungen der Gesellschaft durch die anhaltende Pandemie-Krise rief Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seiner Weihnachtsansprache zum Zusammenhalt auf.

Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten: Steinmeier ruft zum Zusammenhalt auf

Steinmeier mahnte vor dem Hintergrund von Auseinandersetzungen über die Corona-Politik: „In der Demokratie müssen wir nicht alle einer Meinung sein. Aber bitte denken wir daran: Wir sind ein Land! Wir müssen uns auch nach der Pandemie noch in die Augen schauen können. Und wir wollen auch nach der Pandemie noch miteinander leben.“

Natürlich gebe es Streit, Unsicherheiten und Ängste. Sie auszusprechen, daran werde niemand gehindert, sagte der Bundespräsident. „Entscheidend ist, wie wir darüber sprechen – in der Familie, im Freundeskreis, in der Öffentlichkeit. Wir spüren: Nach zwei Jahren macht sich Frust breit, Gereiztheit, Entfremdung und leider auch offene Aggression.“

Weihnachten: Erneut besondere Corona-Regeln

Traditionell stark besuchte Gottesdienste an Heiligabend finden diesmal teilweise unter 2G-Bedingungen statt – also mit Zugang nur für Geimpfte und Genesene. Es gibt aber beispielsweise auch Angebote unter freiem Himmel ohne Gesundheitsnachweis.

Auch für private Treffen gelten in NRW besondere Corona-Regeln. Personen, die nicht geimpft oder genesen sind, dürfen nur Personen aus dem eigenen Haushalt und zusätzlich maximal zwei Personen eines weiteren Haushaltes treffen. Diese Regel gilt, sobald eine Person nicht geimpft oder genesen ist. Doch auch für Geimpfte und Genesene gelten bald Kontaktbeschränkungen. Ab dem 28. Dezember sind maximal zehn Personen erlaubt. Das gilt innen und außen. Eine Begrenzung der Zahl der Hausstände gibt es dabei nicht. Kinder bis einschließlich 13 werden nicht mitgezählt. Die Regel geht aus dem Bund-Länder-Treffen hervor.

Die Corona-Zahlen in Deutschland waren zwar zuletzt gesunken. Experten befürchten wegen der ansteckenderen Omikron-Variante aber eine baldige Trendumkehr. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet mit einer großen Welle zum Jahreswechsel. Omikron wurde mittlerweile in allen Bundesländern nachgewiesen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem am Donnerstagabend veröffentlichten Wochenbericht schreibt. Auch wenn der überwiegende Anteil der Infektionen nach wie vor von der Delta-Variante verursacht wird, ist die Zahl der nachgewiesenen Omikron-Fälle in den letzten Wochen deutlich angestiegen.

Corona: Steinmeier bedankt sich „aus vollem Herzen“ für verantwortungsvolles Handeln

Steinmeier bedankte sich außerdem „aus vollem Herzen“ bei der „großen, oft stillen Mehrheit“, die seit Monaten umsichtig und verantwortungsvoll handele, und appellierte an die Verantwortung des Einzelnen: „Der Staat kann sich nicht für uns die Schutzmaske aufsetzen, er kann sich auch nicht für uns impfen lassen. Nein, es kommt auf uns an, auf jeden Einzelnen!“

Bundesweit müssen fast alle Pflegeheimbewohner nach Einschätzung des Patientenschützers Eugen Brysch an den Feiertagen strenge Besuchseinschränkungen hinnehmen. „Vor allem spontane Besuche in den Einrichtungen sind wegen der Corona-Krise leider nur in Ausnahmefällen möglich“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz der Deutschen Presse-Agentur.

Dies liege daran, dass die rund 12.000 Einrichtungen mit etwa 820.000 alten und pflegebedürftigen Bewohnern die Corona-Schnelltests vor Ort selbst organisieren müssten und dafür die Kapazitäten fehlten. Gerade angesichts der neuen Omikron-Variante sei es aber wichtig, dass die Tests direkt vor dem Besuch und nicht mit einem größeren zeitlichen Abstand durchgeführt würden. Deshalb sei die Anmeldung von Angehörigen meist nur mit 24-stündiger Ankündigung im Voraus und in einem kurzen Zeitfenster möglich, was weniger Besuche zur Folge habe. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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