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Rote Liste der bedrohten Tierarten: Sie könnten bald von der Erde verschwunden sein

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Von: Lena Bammert

Ein Iberischer Luchs leckt den Waldboden in Spanien, fotografiert mit einer Kamerafalle.
Ein Iberischer Luchs leckt den Waldboden in Spanien, fotografiert mit einer Kamerafalle. © AGAMI/O. Diez/Imago Images

Von Säugetieren über Nager bis hin zu Reptilien - wir zeigen Ihnen die Tiere, die weltweit auf der „Roten Liste“ der bedrohten Tierarten stehen

Die „Rote Liste gefährdeter Arten“ heißt im Original „Red Data Book“. Sie gibt Aufschluss darüber, welche Tier- und auch Pflanzenarten derzeit vom Aussterben bedroht sind. Herausgegeben wird sie von der Weltnaturschutzunion „International Union for Conservation of Nature and Natural Resources“ (IUCN).

Traurig: Einige Tiere sind bereits von der Liste verschwunden wie etwa der sogenannte verlorene Hai (Carcharhinus obsoletus), der 2020 vom IUCN als möglicherweise ausgestorben deklariert wurde. Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland, warnte bereits vor dem „größten Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier“. Die folgenden Tiere stehen auf der Liste - und sind somit derzeit gefährdet:

Indri: Der größte Lemur Madagaskars

Ein Indri-Lemur bei der Nahrungsaufnahme von frischen Blättern im Regenwald Madagaskars.
Ein Indri-Lemur bei der Nahrungsaufnahme von frischen Blättern im Regenwald Madagaskars. © Nick Garbutt/Imago Images

Der größte Lemur Madagaskars leidet vor allem unter der Rodung seiner tropischen Heimat-Wälder. Die Jagd auf die Tiere, die bis zu 90 Zentimeter groß werden können, ist zwar illegal, wird aber von einigen Unverbesserlichen trotzdem nicht gestoppt. Die Baumbewohner betreten nur selten den Boden und leben in monogamen Paaren. Am Morgen singen die Indris innerhalb ihres Reviers, um dieses zu markieren und zu verteidigen.

Koboldmaki: Winzige Affen in den Philippinen

Ein Philippinen-Koboldmaki klammert sich an einen Ast.
Ein Philippinen-Koboldmaki klammert sich an einen Ast. © Martina Katz/Imago Images

Auch der Koboldmaki verliert immer größere Teile seines Lebensraums in den südostasiatischen Inselwäldern. Außerdem wird er von der brutalen Jagd auf sein Fell bedroht. Der Handel ist zwar verboten, findet auf dem Schwarzmarkt aber weiterhin statt. Teilweise wird außerdem versucht, die Tiere als Haustiere zu halten. Dabei sterben die meisten jedoch innerhalb von zwei Jahren.

Mausmaki auf Madagaskar: Die kleinsten Primaten

Ein Mausmaki im Nationalpark Montagne d‘Ambre in Madagaskar.
Ein Mausmaki im Nationalpark Montagne d‘Ambre in Madagaskar. © Imago Images

Mausmaki zählen zu den kleinsten Primaten der Welt und werden lediglich bis zu 15 Zentimeter groß. Sie zählen zu den Lemuren und kommen dementsprechend ausschließlich auf Madagaskar vor. Die Verkleinerung ihres Lebensraumes stellt für sie das größte Risiko dar, auch wenn noch nicht viele Daten über die Tiere gesammelt wurden.

Meerkatze: Zu Hause in den Regenwäldern und Savannen Südafrikas

Eine Meerkatze isst eine Frucht auf einem Baum.
Eine Meerkatze isst eine Frucht auf einem Baum. © Clément Philippe/Imago Images

Meerkatzen leben südlich der Sahara in Afrika und ernähren sich hauptsächlich von Früchten. Da sie auf der Nahrungssuche teilweise Felder und Plantagen verwüsten, sind sie in einigen Regionen unbeliebt. Der Lebensraum der Meerkatzen wird immer mehr in Ackerland und Viehweiden umgewandelt. Als besonders stark gefährdet gelten die Arten Diana-, Rotbauch-, Westliche Vollbart- und Nigeria-Blaumaulmeerkatze.

Zwergfaultier: Winziger Lebensraum auf einer kleinen Insel vor Panama

Das Zwergfaultier kommt ausschließlich auf der Inses Escudo de Veraguas vor.
Das Zwergfaultier kommt ausschließlich auf der Inses Escudo de Veraguas vor. © Craig Turner ZSL/dpa

Das Zwergfaultier macht seinem Namen alle Ehre und kommt auf eine Länge von gerade mal rund 50 Zentimeter. Damit ist es circa 40 Prozent kleiner als das Braunkehl-Faultier. Die Art kommt ausschließlich auf der Insel Escudo de Veraguas bei Panama vor und ist dort in den Mangrovenwäldern heimisch. Aufgrund des nur kleinen Verbreitungsgebietes ist das Zwergfaultier vom Aussterben bedroht. Zunehmender Tourismus, Sportfischer und weitere menschliche Aktivitäten auf der eigentlich nahezu unbewohnten Insel machen ihnen zu schaffen.

Der König der Tiere: Bedrohte Löwen in Westafrika

Ein Löwe in Kenia, im Osten Afrikas.
Ein Löwe in Kenia, im Osten Afrikas. © Hugo Alonso/Imago Images

Der König der Tiere muss um sein Königreich und seine Beute bangen. Im Westen Afrikas nimmt die Population zunehmend ab, in einigen Ländern ist der Löwe schon längst nicht mehr vorhanden. Die Zerstörung des Lebensraums und der Konkurrenzkampf mit dem Mensch, der sich die Löwen-Beute in der Viehzucht hält, sorgen für immer weniger Platz in der Natur.

Tiger: Die großen Katzen Asiens

Ein Tiger bei der Erfrischung im Tadoba Nationalpark in Maharashtra, Indien.
Ein Tiger bei der Erfrischung im Tadoba Nationalpark in Maharashtra, Indien. © Morales/Imago Images

Auch die Tiger haben es immer schwerer. Die majestätischen Raubkatzen sind seit Jahren stark gefährdet und stehen auf der roten Liste - trotzdem sinkt die Tiger-Population weiter, alle sechs Tigerarten in Asien leiden unter der Jagd, dem streng illegalen Handel und dem Verlust ihres Lebensraums. Weltweit gibt es nur noch ein paar Tausend.

Amurleopard: Eines der seltensten Säugetiere der Welt mit Zuhause in Russland

Artur, der Amur-Leopard, im Big Cat Sanctuary in Kent.
Artur, der Amur-Leopard, im Big Cat Sanctuary in Kent. © Kieran Cleeves/Imago Images

Der Amurleopard gehört zu den seltensten Säugetieren der Welt und galt im Jahr 2007 nahezu als ausgestorben. So gab es in freier Wildbahn - im Südwesten der russischen Region Primorje - nur noch 14–20 Erwachsene und und fünf bis sechs Jungtiere. Der Einsatz von Tierschützern hat der Population in Russland und China etwas auf die Sprünge geholfen, mittlerweile werden über 80 lebende Tiere geschätzt.

Iberischer Luchs: Die spanischen Jäger der Wildkaninchen

Ein Iberischer Luchs leckt den Waldboden in Spanien, fotografiert mit einer Kamerafalle.
Ein Iberischer Luchs leckt den Waldboden in Spanien, fotografiert mit einer Kamerafalle. © AGAMI/O. Diez/Imago Images

Der iberische Luchs oder Pardelluchs ist in Spanien und Portugal beheimatet und gilt als Unterart des eurasischen Luchses. Da die Art von wilden Kaninchen abhängig ist und sich ausschließlich von ihnen ernährt, sind die Katzen sehr bedroht. Die Kaninchen litten unter Seuchen und Rodungen ihres Lebensraumes, das wirkte sich auch auf die Luchse aus. Durch Ansiedlungen von Kaninchen konnte sich auch der Luchs-Bestand auf der iberischen Halbinsel etwas erholen.

Afrikanische Goldkatze: Scheu und versteckt in den Regenwäldern Zentralafrikas

Eine afrikanische Goldkatze der westafrikanischen Rasse in der Nacht.
Eine afrikanische Goldkatze der westafrikanischen Rasse in der Nacht. © Imago Images

Über die äußerst scheue afrikanische Goldkatze ist nur sehr wenig bekannt. Das Raubtier, das circa doppelt so groß ist wie die übliche Hauskatze, lässt sich nur selten blicken. Dementsprechend schwierig ist die genaue Einschätzung der aktuellen Bestände in den Regenwäldern Zentralafrikas. Was allerdings bekannt ist, ist dass der Lebensraum der Tiere immer kleiner wird und den Katzen weniger Platz lässt.

Margay: Der Baumkletterer Mittel- und Südamerikas

Der Margay ist eine kleine Wildkatze, die in Mittel- und Südamerika zu Hause ist.
Der Margay ist eine kleine Wildkatze, die in Mittel- und Südamerika zu Hause ist. © Artush Foto/Imago Images

Der Margay ist in weiten Teilen Südamerikas zu Hause und wurde jahrelang wegen seines Fells gejagt. Die Langschwanzkatzen wurden jährlich über tausend Mal erlegt, erst durch den Einsatz von Tierschützern konnte sich die Art wieder etwas erholen. Mittlerweile werden die Tiere von der Weltnaturschutzunion auf der Vorwarnstufe geführt.

Symbol des weltweiten Klimawandels: Der Eisbär

Ein Eisbär läuft im Schnee der Inselgruppe Spitzbergen in Norwegen.
Ein Eisbär läuft im Schnee der Inselgruppe Spitzbergen in Norwegen. © AGAMI/M. Guyt/Imago Images

Der Eisbär ist eines der größten Opfer des Klimawandels. Die Tiere des Nordpols zählen zu den größten Landraubtieren der Welt und finden immer weniger Raum zum Leben. Dieser schmilzt ihnen durch die Erderwärmung buchstäblich unter den Füßen weg. Außerdem greift die Förderung von Erdöl und Erdgas in das Leben der Tiere ein. Auf lange Sicht gilt der Bestand ob des Weltklimas als sehr unsicher.

Großer Panda: Der fortpflanzungsscheue Bambus-Fresser in China

Ein Großer Panda im Berliner Zoo.
Ein Großer Panda im Berliner Zoo. © Imago Images

Der Große Panda galt schon als vom Aussterben bedroht, scheint sich aber glücklicherweise zu erholen, weil Chinas Bambuswälder erneut aufgeforstet wurden. Das Problem: Der Panda pflanzt sich kaum fort und verspeist am Tag zehn bis 40 Kilo Bambus. 2015 wurden 1864 Tiere in China gezählt.

Spitzmaulnashorn: Das Nashorn mit dem doppelten Horn

Ein ostafrikanisches Spitzmaulnashorn im Zoo Leipzig.
Ein ostafrikanisches Spitzmaulnashorn im Zoo Leipzig. © Michael Schöne/Imago Images

Dass der Mensch der größte Feind der Natur ist, zeigt sich vor allem am Beispiel der Nashörner. Die Tiere haben zwar nahezu keine natürlichen Feinde, sind aber stark vom Aussterben bedroht. Wilderer machen sich an den Hörnern der Tiere zu schaffen und verkaufen diese zu horrenden Preisen auf dem Schwarzmarkt. Alle fünf Nashornarten sind bedroht. Vom Spitzmaulnashorn, das gleich zwei Hörner auf dem Kopf trägt, gab es 2020 rund 5.000 Stück.

Südliches Breitmaulnashorn: Zuhause in den Schutzgebieten Süd- und Zentralafrikas

Ein südliches Breitmaulnashorn mit ihrem Kalb im Lake Nakuru Nationalpark in Kenia.
Ein südliches Breitmaulnashorn mit ihrem Kalb im Lake Nakuru Nationalpark in Kenia. © Gerrit Vyn/Imago Images

Das Breitmaulnashorn ist in Schutzgebieten von Süd- und Zentralafrika zu Hause und hat ebenfalls zwei Hörner. Es gibt noch ungefähr 10.00 Exemplare, der Zustand wird als „gering gefährdet“ eingestuft.

Nördliches Breitmaulnashorn: Seltenstes Großsäugetier der Welt

Ein Nördliches Breitmaulnashorn schläft im Ziwa Rhino Sanctuary in Uganda.
Ein Nördliches Breitmaulnashorn schläft im Ziwa Rhino Sanctuary in Uganda. © Gilles Barbier/Imago Images

Das Nördliche Breitmaulnashorn ist auf natürliche Art und Weise eigentlich schon ausgestorben, es gibt nur noch zwei Exemplare in einem kenianischen Reservat - die Kühe Najin und Fatu. Der letzte Bulle wurde 2018 eingeschläfert, ihm konnte lediglich noch Sperma für künstliche Befruchtungen entnommen werden.

Sumatra-Nashorn: Nur noch in Sumatra, Borneo und Malaysia

Ein Sumatra-Nashorn liegt im Wald des Way Kambas Nationalparks im Süden Sumatras, Indonesien. 
Ein Sumatra-Nashorn liegt im Wald des Way Kambas Nationalparks im Süden Sumatras, Indonesien.  © Mark Carwandine/Imago Images

Die kleinste Nashornart ist das Sumatra-Nashorn, das wie seine Genossen ebenfalls vom Aussterben bedroht ist. In Sumatra, Borneo und Malaysia leben noch rund 30 Tiere in freier Wildbahn, die Art gehört damit zu den bedrohtesten Großsäugern der Welt.

Wisent: Bison-Art und Europas größtes Landsäugetier

Ein Wisent im Wildpark Schorfheide in Groß Schönebeck im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin.
Ein Wisent im Wildpark Schorfheide in Groß Schönebeck im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin. © Volker Hohlfeld/Imago Images

Seit 2013 gibt es in Deutschland wieder die Bison-Art Wisent. Im Kreis Siegen-Wittgenstein wurden einige Exemplare ausgewildert, die dort nun eine Herdengröße von immerhin 25 erreicht haben. Zuvor war es in Europa jahrelang ausgestorben, auch heute gibt es nur wenige Herden von Europas größten Landsäugetieren.

Elefanten: Bedrohung durch den Elfenbeinhandel

Ein Afrikanisches Elefanten-Weibchen mit seinem Jungen im Masai Mara National Reserve in Kenia.
Ein Afrikanisches Elefanten-Weibchen mit seinem Jungen im Masai Mara National Reserve in Kenia. © Eric Baccega/ Imago Images

Wie die Nashörner, leiden auch die Elefanten stark unter dem illegalen und gesellschaftlich verachteten Elfenbeinhandel. Die zarten Riesen, die noch vor wenigen Jahrhunderten in fast unzählbaren Mengen durch Asien und Afrika streiften, wurden aufgrund ihrer Stoßzähne bis in die Arten-Bedrohung gejagt. Heute gilt der Afrikanische Elefant als „gefährdet“ und der Asiatische Elefant als „bedroht“.

Weißbartpekari: Die Nabelschweine werden stark gejagt

Ein Weißbartpekari mit Nachwuchs im Schweinehaus des Zoologischen Gartens Berlin.
Ein Weißbartpekari mit Nachwuchs im Schweinehaus des Zoologischen Gartens Berlin. © Imago Images

Vom starken Leiden durch die Jagd können auch die Weißbartpekaris ein Lied singen. In Süd- und Mittelamerika geht die Population immer weiter zurück, in Mexiko und Costa Rica sind sogar von 80 Prozent Rückgang die Rede. Konkurrenz zur Nutzviehhaltung, Epidemien und der Verlust der Lebensräume sind weitere Gründe.

Östlicher Flachlandgorilla: Gefährliches Überleben im Dschungel der Demokratischen Republik Kongo

Das Flachlandgorilla-Weibchen Touni trägt ihren Nachwuchs durch das Gehege im Zoo von Bristol. Das Gorilla-Baby ist wenige Tage vor Weihnachten auf die Welt gekommen.
Das Flachlandgorilla-Weibchen Touni trägt ihren Nachwuchs durch das Gehege im Zoo von Bristol. © Ben Birchall/dpa

Der Flachlandgorilla, der fast nur in der Republik Kongo lebt, ist nicht nur vom Aussterben bedroht, sondern ihm kann aktuell auch kaum jemand helfen. Die Region ist von politischen Unruhen und Krieg gezeichnet, Schutzprogramme sind kaum durchführbar. So können Wilderer und Landschaftszerstörer ihr Unwesen treiben und die Art, die bereit zu 75 Prozent verschwunden ist, weiter dezimieren.

Orang-Utan: Die bedrohte Art mit langem Generationszyklus

Ein Orang-Utan Weibchen spaziert mit ihrem Baby durch den Tarakan Wald in Indonesien.
Ein Orang-Utan Weibchen spaziert mit ihrem Baby durch den Tarakan Wald in Indonesien. © Imago Images

Auch sämtliche Arten des Orang-Utans sind vom Aussterben bedroht. Durch den langen Generationszyklus bekommt ein Weibchen nur alle vier bis acht Jahre Nachwuchs. Dadurch kann sich die Population, wenn sie einmal bedroht ist, nur sehr schwer und langsam erholen.

Schimpanse: Gefährdeter Menschenaffe südlich der Sahara

Ein Schimpanse im Dvur Kralove Zoo in Tschechien.
Ein Schimpanse im Dvur Kralove Zoo in Tschechien. © David Tanecek/Imago Images

Unsere Verwandten die Menschenaffen werden südlich der Sahara vom schwindenden Lebensraum bedroht. Bis 2050 soll sich ihr Bestand seit 1975 um die Hälfte verringert haben, ein Trendwechsel ist bislang nicht in Sicht. Auch Krankheiten und Wilderer machen den Tieren zu schaffen.

Bonobo: Der gefährdete Menschenaffe mit den rosa Lippen

Ein Bonobo-Weibchen trägt sein Jungtier auf dem Rücken.
Ein Bonobo-Weibchen trägt sein Jungtier auf dem Rücken. © Jürgen & Christine Sohns/Imago Images

Dem biologisch engsten Verwandten des Menschen geht es wie dem Schimpansen. Die Tiere leben im Kongo, Schätzungen über die Population sind allerdings kaum durchführbar. 2009 ging das WWF von höchstens 50.000 Bonobos aus.

Caqueta-Springaffe: Als Kleinstgruppe im Regenwald Kolumbiens unterwegs

Ein Caqueta-Springaffe bei der Nahrungsaufnahme.
Ein Caqueta-Springaffe bei der Nahrungsaufnahme. © Javier Garcia/dpa

Die Caqueta-Springaffen kommen wohl nur in Kolumbien vor und leben dort im Regenwald. Das Habitat wird zunehmend abgeholzt und voneinander getrennt. Der Bestand der erst 2010 erstmals beschriebenen Art wird lediglich auf 250 geschätzt.

Okapi: Die Waldgiraffe Zentralafrikas

Das Okapi wird stark gewildert.
Das Okapi wird stark gewildert. © Jürgen & Christine Sohns/Imago Images

Auch das Okapi ist überwiegend im Kongo zu Hause und kann aufgrund der dortigen Zustände kaum beschützt werden. Stattdessen werden die sogenannten Waldgiraffen wegen ihres Fells und ihres Fleischs gejagt und gelten mit abnehmender Population als stark gefährdet.

Stör: Gefährdet durch Überfischung, gefragt wegen seines Kaviars

Ein Russischer Stör - fast alle Stör-Arten sind weltweit gefährdet oder vom Aussterben bedroht.
Ein Russischer Stör - fast alle Stör-Arten sind weltweit gefährdet oder vom Aussterben bedroht. © A. Hartl/Imago Images

Sämtliche Störarten der Welt sind entweder gefährdet, stark gefährdet oder schon vom Aussterben bedroht. Auch der in Deutschland heimische Sterlet. Die Tiere wurden in den vergangenen Jahrzehnten massiv überfischt, vor allem wegen ihres Kaviars sind sie sehr beliebt. Auch ihre Lebensräume werden durch die sich verschlechternde Wasserqualität immer schwieriger.

Japanischer Aal: Der teuerste Fisch Japans

Zollbeamte bearbeiten die Einfuhr von japanischen Aalen am Narita Flughafen in der Nähe von Tokio.
Zollbeamte bearbeiten die Einfuhr von japanischen Aalen am Narita Flughafen in der Nähe von Tokio. © Imago Images

Auch der Japanische Aal fällt der Überfischung zum Opfer. In Japan ist er der teuerste Fisch des Landes und gilt dort als Delikatesse. Außerdem sind Verschmutzung und diverse Hindernisse während der Wanderung Gründe für die Gefährung der Tierart.

Seepferdchen: Kollateralschaden des Fischens

Ein Dorniges Seepferdchen auf dem Meeresgrund des Roten Meers in Jordanien.
Ein Dorniges Seepferdchen auf dem Meeresgrund des Roten Meers in Jordanien. © Norbert Probst/Imago Images

Obwohl Seepferdchen keine natürlichen Feinde haben und selbst der Mensch keine Seepferdchen jagen will, geraten sie als Beifang in die Netze der Fischerboote und werden somit bedroht. Auch die Zerstörung der Seegraswiesen sorgt dafür, dass sich immer mehr Arten auf den roten Listen wiederfinden.

Israelischer Scheibenzüngler: Seltene Sichtungen in den Sumpfgebieten des isrealischen Chulatals

Umgangssprachlich wird diese Art auch als Hula-Frosch bezeichnet.
Umgangssprachlich wird diese Art auch als Hula-Frosch bezeichnet. © Frank Glaw/dpa

Der Israelische Scheibenzüngler ist extrem selten und wurde bislang nur im israelischen Chulatals gesichtet. In den 50er Jahren galten die Tiere aufgrund der trockengelegten Sümpfe schon als ausgestorben, wurden allerdings in Sumpf-Resten wiederentdeckt. Die Scheibenzüngler sind im Naturreservat Chulatal noch vereinzelnd vorhanden, haben dort aber mit vielen Zugvögeln zu kämpfen.

Gelbbauchunke: Ihr spezifischer Lebensraum schrumpft immer mehr

Eine Gelbbauchunke sitzt im Flachwasser in Deutschland.
Eine Gelbbauchunke sitzt im Flachwasser in Deutschland. © T. Douma/Imago Images

Die Gelbbauchunken haben es aufgrund ihres besonderen Habitats naturgemäß nicht leicht. Die Tiere benötigen Kleinstgewässer, um ihre Eier zu legen - Pfützen etwa. Auch in Steinbrüchen und Kiesgruben sind sie zu Hause. Da diese Räume immer seltener werden, schrumpfen weltweit die Bestände.

Geburtshelferkröte: Akutes Aussterben in Bayern

Bei den Geburtshelferkröten tragen die Männchen die Eier um ihre Hinterbeine gewickelt, bis diese schlüpfen.
Bei den Geburtshelferkröten tragen die Männchen die Eier um ihre Hinterbeine gewickelt, bis diese schlüpfen. © Cyril Ruoso/Imago Images

Besonders in Bayern ist die Geburtshelferkröte vom Aussterben bedroht, so finden sich teils nur noch kleine Vorkommen von circa fünf Tieren. Die Art hat das gleiche Problem wie der Gelbbauchunke, deren spezifischer Lebensraum immer seltener wird.

Feuersalamander: Nur in Bayern gefährdet

Ein Feuersalamander sitzt am 28.04.2014 im Großen Übeltal bei Geraberg (Thüringen) auf Moos.
Ein Feuersalamander sitzt am 28.04.2014 im Großen Übeltal bei Geraberg (Thüringen) auf Moos. © Michael Reichel/dpa

Auch der Feuersalamander gilt speziell in Bayern als sehr gefährdet. Die Tiere leben in Mischwäldern mit Bächen und verlieren zunehmend ihr Habitat. Deutschlandweit ist der Salamander nicht in Gefahr.

Harlekinfrösche: Giftig und bunt in Lateinamerika

Zwei Harlekinfrösche auf einem Felsen.
Zwei Harlekinfrösche auf einem Felsen. © dpa

Die Harlekinfrösche sind indirekt vom Klimawandel betroffen. So wird davon ausgegangen, dass die Erderwärmung die Ausbreitung eines speziellen Pilzes in Südamerika so verstärkt, dass er immer mehr in Nadelwäldern zunimmt. Dort befällt er fast alle 90 Arten der bunten und giftigen Harlekinfrösche, die durch entstehende Krankheiten nun vom Aussterben bedroht sind.

Dunkler Tigerpython: Handel auf dem Schwarzmarkt in China

Der Tigerpython-Nachwuchs im Tierpark Aschersleben.
Der Tigerpython-Nachwuchs im Tierpark Aschersleben. © Steffen Schellhorn/Imago Images

Der Handel mit dem Fleisch und der schönen Haut der Dunklen Tigerpython ist zwar strikt untersagt, auf dem Schwarzmarkt wird er jedoch weiter betrieben. Besonders auf dem chinesischen Markt sind etwaige Produkte sehr beliebt.

Tarzan-Chamäleon: Zu Hause in den Feuchtwäldern Ost-Madagaskars

Ein Tarzan-Chamäleon, fotografiert von der International Union for Conservation of Nature (IUCN).
Ein Tarzan-Chamäleon, fotografiert von der International Union for Conservation of Nature (IUCN). © Andrea Marshall / Iucn/dpa

Das Tarzan-Chamäleon wurde erst 2010 zum ersten Mal beschrieben, gilt aber schon als bedroht. Die Tiere leben in den Wäldern von Madagaskar, die immer mehr abgeholzt werden. So könnten die Art schon bald nicht mehr existieren.

Riesenmanta: Langer Körper, Lange Geschlechtsreife

Ein Riesenmanta in Indonesien.
Ein Riesenmanta in Indonesien. © SeaTops/Imago Images

Riesenmantas haben ein ähnliches Problem wie der Orang Utan. Da es fünf Jahre dauert, bis sie geschlechtsreif werden, ist es für die Art sehr schwierig, sich bei erstmaliger Gefährdung zu erholen. Vor allem die Fischerei stellt eine große Bedrohung dar.

Riesensepia: Überfischung in Australien

Ein Riesensepia Männchen beschützt sein eierlegendes Weibchen (gerade noch sichtbar unter seinen Armen) im Spencer-Golf in Australien.
Ein Riesensepia Männchen beschützt sein eierlegendes Weibchen (gerade noch sichtbar unter seinen Armen) im Spencer-Golf in Australien. © Imago Images

Weltweit gibt es keine größere Sepienart. An den Küsten Australiens fällt die Riesensepia der Überfischung zum Opfer und wurde vom IOCN auf die Vorwarnstufe gesetzt.

Weißrückengeier: Vergiftung durch Kadaver

Ein Weißrückengeier landet im Zimanga Private Game Reserve in Südafrika.
Ein Weißrückengeier landet im Zimanga Private Game Reserve in Südafrika. © Coralise Noske/Imago Images

In Afrika und Asien ist der Geier-Bestand in den vergangenen Jahrzehnten schon um 95 Prozent zurückgegangen. Offenbar ist das größte Problem, dass die Tiere die Kadaver von vergifteten Tieren fressen und in der Konsequenz ebenfalls zu Grunde gehen. Seit 2020 ist die Art eine „stark gefährdete Spezies“.

Dreibindengürteltier: Maskottchen der Fußball-WM 2014 in Brasilien

Ein vier Wochen altes Südliches Dreibindengürteltier liegt zusammengerollt als Ball neben dessen Mutter im Tropenhaus des Budapester Zoo.
Ein vier Wochen altes Südliches Dreibindengürteltier liegt zusammengerollt als Ball neben dessen Mutter im Tropenhaus des Budapester Zoo. © Attila Kovacs/dpa

Das Maskottchen der Fußball-WM 2014 in Brasilien und damit Glücksbringer für die deutsche Nationalmannschaft galt in den 80er-Jahren schon als ausgestorben. Die Bestände gehen trotzdem immer weiter zurück. Zwar haben die Tiere keine natürlichen Fressfeinde, werden aber vom Menschen gejagt. Ihre Schutzhaltung - sich in Kugeln zusammenzurollen - ist zwar gegen andere Tiere effektiv, erleichtern dem menschlichen Jäger allerdings die Arbeit.

Das Schuppentier: Fleisch-Delikatesse in Westafrika und Asien

Ein Schuppentier schnuppert in Bangkok (Thailand) an einem Kunstrasen.
Ein Schuppentier schnuppert in Bangkok (Thailand) an einem Kunstrasen. © Sakchai Lalit/dpa

Auch das Schuppentier wird stark bewildert und zählt aufgrund des als Delikatesse geltenden Fleisches zu den am stärksten bejagten und illegal gehandelten Tierarten der Welt. Alle vier afrikanischen Arten werden als gefährdet eingestuft.

Plattschwanzgecko: Nachtaktive Echse in Madagaskar

Ein Nördlicher Plattschwanzgecko auf einem bemoosten Ast in Nord-Madagaskar.
Ein Nördlicher Plattschwanzgecko auf einem bemoosten Ast in Nord-Madagaskar. © Marko von der Osten/Imago Images

Alle 14 Arten des Plattschwanzgeckos sind auf dem „achten Kontinent“ Madagaskar beheimatet. Dort werden die nachtaktiven Arten von Bränden und der Kohlegewinnung bedroht. Alle Arten stehen auf der roten Liste.

Neuseeländischer Seelöwe: Robbenschutzgebiet auf den Auckland Islands

Ein Neuseeländischer Seelöwe im Gras auf der Südinsel von Neuseeland.
Ein Neuseeländischer Seelöwe im Gras auf der Südinsel von Neuseeland. © Imago Images

Schon 1881 wurde die Jagd auf die Seelöwen verboten, trotzdem erholt sich der Bestand nur äußerst mühsam. In nur noch drei Kolonien auf den Auckand Islands sind die Robben zu Hause. Das sind zwar menschenleere Schutzgebiete, jedoch schrumpft die Zahl von 3.000 Tieren weiter. Das liegt unter anderem am Fischfang. Jährlich sterben circa 100 Robben als Beifang.

Guadalupe-Seebär: Rettung durch verschärfte Schutzgesetze

Ein Guadalupe-Seebär auf einem Felsen.
Ein Guadalupe-Seebär auf einem Felsen. © Imago Images

Durch die aggressive Robbenjagd wurde auch der Bestand der Guadalupe-Seebären beträchtlich dezimiert. Während es in den 50er-Jahren nur noch weniger als 500 Robben waren, stellten sich die Verschärfungen der Schutzgesetze als großer Erfolg heraus. Die Population steht mittlerweile bei über 20.000.

Gelbnasenalbatros: Auf der roten Liste wegen Hochseefischerbooten

Ein Jungvogel der Gelbnasenalbatrosse - der schwarze Schnabel hat einen gelben Rand und eine gelbe Spitze.
Ein Jungvogel der Gelbnasenalbatrosse - der schwarze Schnabel hat einen gelben Rand und eine gelbe Spitze. © L. Steijn/Imago Images

Es sind nicht nur Fische, die in die Fänge der riesigen Fischernetze geraten. Auch Gelbnasenalbatrosse verfangen sich in den Ködern und Fangleinen und werden dadurch in ihrer Population verkleinert. Einige Albatros-Arten stehen dadurch auf der Roten Liste.

Blauwal: Das größte Lebewesen der Erde

Ein Blauwal kommt an die Wasseroberfläche der Skjálafandi-Bucht im Nordosten von Island.
Ein Blauwal kommt an die Wasseroberfläche der Skjálafandi-Bucht im Nordosten von Island. © Mark Carwardine/Imago Images

Selbst das größte Lebewesen der Erde hat es auf unserem Planeten nicht leicht. Die bis zu 35 Meter langen Tiere, deren Herz so groß wie ein Kleinwagen ist, wurden so intensiv bejagt, dass sie beinahe ausstarben. Die Bestände im Norden erholen sich zwar allmählich, jedoch sind sie weiterhin gefährdet. Der Blauwal der Antarktis ist sogar vom Aussterben bedroht.

Atlantischer Nordkaper: Glattwal im Nordatlantik

Der Kopf des Atlantischen Nordkapers ragt in Südafrika aus dem Wasser heraus.
Der Kopf des Atlantischen Nordkapers ragt in Südafrika aus dem Wasser heraus. © Imago Images

2020 gab die Weltnaturschutzunion bekannt, dass die Walart „Atlantischer Nordkaper“ nun als offiziell vom Aussterben bedroht gilt. 2017 waren noch etwa 400 lebende Individuen bekannt. Seitdem sind 41 weitere Tiere, also zehn Prozent davon, verstorben.

Maui-Delfin: Der gefährdetste Meeres-Delfin der Welt

Zwei Maui-Delfine schwimmen in den Gewässern vor Neuseeland.
Zwei Maui-Delfine schwimmen in den Gewässern vor Neuseeland. © Auckland Conservancy/dpa

Maui-Delfine gibt es nur in Gewässern um Neuseeland. In den 70er Jahren wurden sogenannte „Nylon-Kiemennetze“ in der Fischerei eingeführt. Diese sind mit Schuld daran, dass der Bestand der Art so stark sinkt. Es gibt nur noch etwa 50 Tiere. Durch kommerzielles Kiemenfischen sterben mehr Individuen als neue geboren werden. Zwar wurden bereits diverse Schutzmaßnahmen eingeführt, etwa Fischverbots-Zonen und Kontrollen. Doch diese konnten die Lage nicht verbessern.

Mayottedrongo: Singvogel zwischen Madagaskar und Mosambik

Ein Mayottedrongo auf einem Ast auf Madagaskar.
Ein Mayottedrongo auf einem Ast auf Madagaskar. © P. Morris/Imago Images

Der Mayottedrongo ist eine Vogelart, der auf der Insel Mayotte im indischen Ozean zu Hause ist. Verbreitet ist das Tier auf Bergen mit feucht-tropischen und subtropischen Wäldern und Mangrovenwäldern, Buschgebieten und Plantagen. Inzwischen gibt es nur noch wenige Individuen. Der Bestand gilt als gefährdet - aufgrund von Habitatverlust. Der Hauptgrund für den Rückgang von Lebensräumen ist menschliches Handeln, etwa Abholzung von Wäldern.

Lederschildkröte: Erstickung in Fischernetzen

Ein Lederschildkröten-Schlüpfling im Sand
Ein Lederschildkröten-Schlüpfling im Sand © Mark Conlin/Imago Images

Am Anfang ihres Leben ist sie klein und schlüpft aus einem Ei - doch die Lederschildkröte kann mehr als 700 Kilogramm schwer, ihr Panzer bis zu 2,5 Meter lang werden. Sie ist damit das größte Meeresreptil der Welt. Die Art insgesamt ist gefährdet. Doch es gibt noch einige Subpopulationen, die sogar vom Aussterben bedroht sind. Besonders im Pazifik sinken die Bestände. Denn die Schildkröte wird gejagt. Während ihr Fleisch eigentlich als ungenießbar gilt, gibt es einige Länder, in denen es verzehrt wird, etwa in Indonesien. Auch die Eier des Tiers sind als Nahrungsmittel beliebt.

Zagros-Molch: Ein kleiner Schwanzlurch im Süden des iranischen Zagros-Gebirges

Ein Zagros-Molch auf einem Stein.
Ein Zagros-Molch auf einem Stein. © Imago Images

Der Zagros-Molch ist nur etwa 10 bis 15 cm lang. Er ist größtenteils braunschwarz, hat jedoch an den Gliedmaßen und am Körper verschiedene Farbakzente. Die Bestände der Art nehmen stetig ab. Nach intensiver Feldforschung, um diese zu überprüfen, wurde die Art als gefährdet bewertet. Eine Erhebung aus dem Jahr 2014 geht von mehr als 9000 adulten Individuen aus. 2020 wurde deshalb der internationale Handel eingeschränkt.

Europäischer Nerz: Nur noch Rest-Populationen in Spanien, Frankreich, Rumänien und Russland

Ein Europäisches Nerz-Weibchen auf einer Waldstraße.
Ein Europäisches Nerz-Weibchen auf einer Waldstraße. © Florian Möllers/Imago Images

Der Europäische Nerz ist als stark gefährdet. In ganz Europa gibt es nur noch zwischen 10.000 und 20.000 Individuen. Zum einen wurden die Tiere Anfang des 20. Jahrhunderts massenhaft aufgrund ihres Fells gejagt, zum anderen wurde der natürliche Lebensraum des Europäischen Nerzes zerstört. Der Mink, eine verwandte Art aus Amerika, verdrängt den nur noch kleinen Bestand weiter. Biologen versuchen allerdings, die Art in Menschenhand nachzuzüchten und dann zurück in die Natur auszuwildern.

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