Zeit für Orangen: Bis Juni sind in Spanien Apfelsinen reif - örtlich Ernteverluste durch Unwetter

Ob als gepresster Saft oder als geschälte Frucht: Die ab November in Spanien reifen Orangen sind in Deutschland besonders in der Weihnachtszeit ein Renner. Dabei ist die „Weihnachtsorange“ nur eine von vielen, denn die Apfelsinen-Ernte läuft bis in den Juni hinein.
Nachdem die ersten Mandarinen verspeist sind, beginnt im November in Spanien die Orangensaison. Passend also zu der Zeit, in der es in deutschen Gefilden kühler wird und sich Feste wie Nikolaus und Weihnachten nähern, bei denen Orangen für deutsches Empfinden einfach dazugehören - sei es auf dem Nikolausteller oder unter dem Weihnachtsbaum. Dabei ist die Navelina, die erste Orangensorte und für viele die typische „Weihnachtsorange“, nur der Anfang. In Spanien ist bis in den Juni hinein Ernte-Zeit für verschiedene Sorten Apfelsinen.
2026 müssen einige Landwirte an der nördlichen Costa Blanca, wo sich Orangenfeld an Orangenfeld reiht, allerdings Verluste bei der Ernte beklagen. Das schwere Unwetter Adam, das hier am 18. und 19. Oktober gewütet hat, hat auch in der Landwirtschaft Schaden angerichtet und einige Orangenfelder mit seinen Wassermassen überflutet – zum Glück noch bevor die Navelina-Orangen reif waren. Doch keine Angst: Orangen aus Spanien gibt es in diesem Jahr trotzdem, schließlich ist nur ein kleiner Teil der Anbaufläche betroffen. Und: Die Apfelsinen an den unteren Ästen, die von der Regenflut am Boden überschwemmt wurden und daher anfälliger für einen Pilz sind, fallen ganz von allein ab.
Orangen aus Spanien: Ernte bis in den frühen Sommer
Haupterntezeit der ersten Apfelsinen-Sorte, der Navelina, ist im November und Dezember. Anfangs könnte die Schale noch etwas grün sein. Das liegt, genau wie bei den ersten Mandarinen, daran, dass die Temperaturen in Spanien im November oft noch nicht niedrig genug sind, um der Schale ihr typisch orangefarbenes Aussehen zu verleihen. Trotzdem ist die Frucht schon reif. Die Navelina ist eine große und saftige Sorte, hat keine Kerne, ist leicht zu schälen und perfekt sowohl zum Verzehr als auch zum Pressen von Saft. Übrigens: Das „Navel“ im Namen dieser und anderer Sorten aus der Navel-Familie stammt vom englischen Wort für „Nabel“ und bezieht sich auf den wie ein Nabel aussehenden unteren Abschluss der Orangen.
Nach Weihnachten ist der Orangen-Hunger noch nicht gestillt? Dann geht es direkt weiter mit der nächsten Apfelsinen-Sorten, der Navelate. Wie die Navelina gehört sie zur Navel-Familie, Ernte ist in Spanien im Januar und Februar. Sie hat ähnliche Charakteristika wie die Navelina, Gourmets schmeckt sie oft sogar noch besser. Dass sie später dran ist als die Navelina, hat ihr den Zusatz „late“ (spät) verliehen.
Es ist nur logisch, dass gerade im heißen Spanien zumindest auch zu Beginn des Sommers noch erfrischende, saftige Orangen verzehrt werden. Das haben Apfelsinen-Liebhaber der Sorte Valencia late zu verdanken. Haupterntezeit ist zwar April und Mai, manchmal geht die Ernte aber auch noch in den Juni hinein. Und selbst wenn nicht: Die Valencia zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass sie gekühlt sehr lange haltbar ist. In manch einem spanischen Haushalt oder Café bekommt man noch im Hochsommer ein Glas frisch gepressten Orangensaft, gerne auch mit Eiswürfeln, serviert.
Anders als ihre Vorreiter hat die Valencia late keinen „Nabel“, sie ist etwas kleiner und kann auch Kerne enthalten. Dafür ist ihr Saftgehalt geradezu phänomenal, daher am besten direkt in die Saftpresse damit. Kein Wunder, dass sich auch die Saftindustrie am liebsten dieser Sorte bedient. Weitere Sorten, die Spaniens Orangenkalender füllen, sind zum Beispiel die Chislett aus der Navel-Gruppe (Ernte im Februar/März) oder auch die Saftorange Salustiana (reif im Dezember/Januar).