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Springer-Chef Döpfner gibt sein Amt als Zeitungsverbandspräsident vorzeitig ab

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Von: Isabel Wetzel

Springer-Chef Mathias Döpfner legt sein Amt als BDZV-Präsident vorzeitig nieder. (Archivbild)
Springer-Chef Mathias Döpfner legt sein Amt als BDZV-Präsident vorzeitig nieder. (Archivfoto) © Bernd von Jutrczenka / dpa

Mathias Döpfner will sein Amt als Zeitungsverbandspräsident vorzeitig abgeben. Der Springer-Chef war ursprünglich bis Herbst 2024 gewählt worden.

Berlin – Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner will sein Amt als Präsident des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) vorzeitig ab Herbst 2022 in neue Hände geben. Das teilte der Verband am Dienstag (31. Mai) in Berlin mit. Der 59-Jährige war im Herbst 2020 für eine zweite Amtszeit – vier Jahre – wiedergewählt worden.

In einem Brief an die Landesverbände teilte Döpfner nun mit: „Ich möchte mein Amt als Präsident ab Herbst in geordneter Weise in neue Hände, vorzugsweise auch in neue Strukturen, übergeben.“ Als Begründung führte Döpfner zwei Punkte an. Axel Springer sei mit dem Wachstum in den USA und dem Kauf der Politico-Mediengruppe als größtem der Unternehmensgeschichte in einer entscheidenden Phase, die mehr Zeit und Präsenz in Amerika erfordere. „Darum werde ich mich nicht mehr in der aus meiner Sicht für einen Präsidenten notwendigen Form und Intensität für den Verband engagieren können.“

Springer-Chef Mathias Döpfner gibt sein Amt als BDZV-Präsident ab

Weiter schrieb Döpfner: „Um stärker die Interessen kleinerer und mittelgroßer, regionaler und lokaler Verlage zu vertreten, braucht es eine Person bzw. Konstellation an der Spitze, die nicht für ein großes, internationales und sehr digitales Verlagshaus steht.“ Das habe in der Vergangenheit immer wieder zu Missverständnissen geführt.

In den vergangenen Monaten hatte es innerhalb des Verlegerverbands Kritik an Springer-Chef Döpfner gegeben, die zum Teil von Medienhäusern auch öffentlich geäußert worden war. Es gab Unmut bis hin zu Rücktrittsforderungen. Anstoß des Ganzen war ein Artikel in der New York Times im vergangenen Herbst gewesen. In dem Bericht ging es um Vorwürfe des Machtmissbrauchs gegen den damaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt, der im Oktober 2022 schließlich entlassen wurde. Die US-Zeitung hatte auch aus einer privaten Kurznachricht Döpfners an den Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre zitiert.

Der Springer-Chef hatte Reichelt darin als letzten und einzigen Journalisten in Deutschland bezeichnet, der noch mutig gegen den „neuen DDR-Obrigkeitsstaat“ aufbegehre. Fast alle anderen seien zu „Propaganda Assistenten“ geworden. Springer hatte die Kurznachricht als Ironie eingeordnet. Mathias Döpfner sah sich darüber hinaus zuletzt auch Plagiatsvorwürfen ausgesetzt, die seine Doktorarbeit betreffen. (isw/asc mit dpa)

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