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Amokfahrt in Trier mit fünf Toten: Täter zu lebenslanger Haft verurteilt

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Von: Astrid Theil

Trierer Amokfahrer
In einem Transporter wurde der Trierer Amokfahrer in das Landgericht gebracht. © Harald Tittel/dpa

Nach dem Prozess um das Attentat in Trier 2020 wurde der Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Täter mit paranoider Schizophrenie wird in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht.

Trier - In dem Prozess um die Amokfahrt in Trier mit fünf Toten ist der Angeklagte am Dienstag (16. August) zu einer lebenslangen Haft verurteilt worden. Das Landgericht befand zudem die besondere Schwere der Schuld und ordnete die Unterbringung des Mannes in einer geschlossenen Psychiatrie an. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 52-Jährige am 1. Dezember 2020 mit seinem Geländewagen durch die Trierer Fußgängerzone raste, um möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen.

Bei der Tat starben fünf Menschen: ein neun Wochen altes Baby, dessen Vater (45) und drei Frauen im Alter von 73, 52 und 25 Jahren. Zudem gab es zahlreiche Verletzte und rund 300 traumatisierte Augenzeugen. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Deutschen fünffachen Mord und versuchten Mord in 18 weiteren Fällen sowie schwere Körperverletzung vorgeworfen. Die Schwurgerichtskammer des Gerichts folgte in dem Urteil den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung war für die Einweisung in eine Klinik.

Amokfahrer in Trier: paranoide Schizophrenie mit Wahnvorstellungen

Nach dem Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen leidet der 52-Jährige an einer paranoiden Schizophrenie mit bizarren Wahnvorstellungen. Er ist demnach vermindert schuldfähig und gilt als gemeingefährlich. Der Angeklagte sehe sich als Opfer „eines großangelegten Komplotts des Staates“ gegen ihn und fühle sich verfolgt, abgehört und beobachtet, hatte der Experte berichtet. An den Tatzeitraum will der Amokfahrer keine Erinnerung haben.

Der gelernte Elektroinstallateur hat den ganzen Prozess über zu den Vorwürfen geschwiegen. Laut Anklage war er zur Tatzeit alleinstehend, arbeitslos, ohne festen Wohnsitz und durch seine persönlichen Lebensumstände frustriert. Die Hinterbliebenen und Betroffenen seien erleichtert, dass der Prozess nach einem Jahr Dauer zu Ende gehe, sagte Bernd Steinmetz für die Stiftung Katastrophen-Nachsorge der Deutschen Presse-Agentur. „Es war schon eine Belastung jetzt über die lange Zeit.“ Der Prozess sei „ein Meilenstein für die Verarbeitung“ gewesen. (at/dpa)

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