Unwetter in Italien: Mehrere Orte evakuiert – Familien verbringen Weihnachten in Notunterkünften

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Von: Carmen Mörwald

Italiens Region Emilia-Romagna steht unter Wasser: Schwere Unwetter zwingen hunderte Familien, das Weihnachtsfest in Notunterkünften zu verbringen.

Ravenna – Statt Geschenke auszupacken, packten sie ihre wichtigsten Sachen zusammen: Am ersten Weihnachtstag (25. Dezember) mussten hunderte Menschen in der italienischen Region Emilia-Romagna ihre Häuser verlassen. Sintflutartige Regenfälle haben die Flüsse Senio, Lamone und Montone über die Ufer treten lassen und zwangen ganze Gemeinden zur Flucht aus ihren Häusern.

Autos stauen sich vor einer Straßenunterführung, die bei einem Unwetter überflutet wurde.
Die Region Emilia-Romagna wird erneut von einem schweren Unwetter heimgesucht. Bereits in den vergangenen zwei Jahren kam es dort zu Überschwemmungen und Erdrutschen. (Archivbild) © Claudio Furlan/dpa

Die Unwetter-Lage spitzte sich an Weihnachten dramatisch zu: Mehrere Gemeinden in der Provinz Ravenna – Bagnacavallo mitsamt dem Ortsteil Traversara, Castel Bolognese, Cotignola, Lugo, Solarolo, Fusignano und Alfonsine – ordneten Evakuierungen für Bewohner in einem Umkreis von 300 Metern zu den Flüssen an, berichtete unter anderem La Repubblica. In Castel Bolognese mussten rund 100 Familien ihre Häuser verlassen, als der Senio die kritische rote Warnschwelle überschritt.

Weihnachts-Unwetter in Italien: Dreimal so viel Regen wie erwartet – Flüsse treten über die Ufer

Die Zahlen sind erschreckend: Laut dem meteorologischen Zentrum der Emilia-Romagna fielen in einigen Ortschaften innerhalb von nur 48 Stunden „doppelt oder zeitweise sogar dreimal so viel Regen wie im Dezember erwartet“. San Cassiano sul Lamone verzeichnete demnach mit 233 mm Regen einen neuen Rekord. Zur Einordnung: Das entspricht 233 Liter Wasser pro Quadratmeter.

Die Gemeinden reagierten schnell: In Bagnacavallo öffneten Freiwillige der örtlichen Zivilschutzgruppe die Turnhalle der Grundschule in der Via Cavour als Notunterkunft. In Fusignano wurde das Brainstorm-Zentrum als Aufnahmestelle eingerichtet. Hunderte Familien in Italien verbrachten so Weihnachten fernab der eigenen vier Wände. Die regionale Zivilschutzbehörde arbeitet laut Rai News rund um die Uhr und steht in ständigem Kontakt mit den Gemeinden und der Regierung.

Unwetter in Italien lässt nach, aber es gibt keine Entwarnung

Nach den heftigen Regenfällen der vergangenen Stunden hat der Niederschlag nachgelassen, weshalb der Zivilschutz die Warnstufe von Rot auf Orange herabgesetzt hat. Allerdings hat es stärker geregnet als erwartet. Daher werden die Hochwasserspitzen nach Informationen der Nachrichtenagentur Ansa schwerwiegender ausfallen als ursprünglich angenommen. Die Gefahr ist also noch nicht gebannt. Die Zivilschutzbehörden bleiben dementsprechend in höchster Alarmbereitschaft.

Die Region Emilia-Romagna war bereits im September 2024 von heftigen Niederschlägen und darauffolgenden Überschwemmungen betroffen. Tausende Menschen mussten evakuiert werden. Im Mai 2023 kamen in der gleichen Region 17 Menschen bei schweren Unwettern ums Leben. Der Sachschaden ging in die Milliarden. Zuletzt starb ein Deutscher bei einem Unwetter in Italien. Er versuchte zuvor, einer 83-jährigen Frau das Leben zu retten. (Quellen: Ansa, La Repubblica, Rai News) (cln)

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