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Boeing kündigt Passagierflugzeuge mit rein umweltfreundlichem Antrieb bis 2030 an

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Von: Tanja Koch

Eine Passagiermaschine des Herstellers Boeing kurz nach dem Start.
2020 war kein gutes Jahr für Boeing. © dpa / Ted S. Warren

Fliegen ist eine der größten Umweltsünden. Der Flugzeugproduzent Boeing plant eigenen Angaben zufolge, bis 2030 eine Alternative zum herkömmlichen Kerosin-Antrieb zu entwickeln.

Chicago - Der US-amerikanische Hersteller von Luft- und Raumfahrttechnik Boeing will offenbar bis zum Jahr 2030 Passagiermaschinen hervorbringen, die vollständig mit Öko-Kraftstoffen angetrieben werden.

Boeing habe bereits in den vergangenen Jahren Tests mit sogenannten nachhaltigen Flugzeugtreibstoffen (SAF) durchgeführt. Das verkündete das Unternehmen am Freitag. Beispielsweise sind das pflanzliche Stoffe, recycelte Haushaltsabfälle oder gebrauchtes Küchenöl. Konkurrent Airbussetzt indes auf Wasserstoff.

Öko-Kerosin: Internationale Vorschrift blockiert umweltfreundliches Fliegen

Bereits im Jahr 2009 war erstmals ein Flugzeug gestartet, das neben Kerosin auch mit Biotreibstoff betankt werden konnte. Internationalen Vorschriften zufolge dürfen Flugzeuge jedoch nur bis zur Hälfte mit nachhaltigen Treibstoffen angetrieben werden. Aus diesem Grund fordert Boeing auf eine rasche Anpassung der entsprechenden Gesetze. Wenn der Luftfahrtsektor seinen CO2-Ausstoß zugunsten des Klimas* bis zum Jahr 2050 um die Hälfte verglichen mit 2005 senken soll, müssten schon sehr bald auch Maschinen zugelassen werden, die ausschließlich mit Öko-Kraftstoffen angetrieben werden.

Wie der internationale Luftfahrtverband IATA erklärte, können alternative Kraftstoffe den CO2-Ausstoß im Vergleich zu reinem Kerosin unterm Strich um 80 Prozent senken. Im Herbst hatte der Verband zu größeren Anstrengungen bei Forschung und Entwicklung in dem Bereich aufgerufen.

Boeing: Zuletzt mit 737 MAX in den Medien

Zuletzt war der Flugzeugbauer in die Nachrichten geraten, weil die Europäische Flugsicherheitsbehörde EASA das Flugverbot für die Boeing 737 MAX* aufheben will. Die entsprechende Vorschrift solle kommende Woche veröffentlicht werden, sagte EASA-Chef Patrick Ky am Dienstag in einer Video-Pressekonferenz. „Wenn es nach uns geht, kann die MAX Anfang nächster Woche wieder fliegen.“

Das weltweite Flugverbot für die 737 MAX war im März 2019 verhängt worden. Grund waren die Abstürze von zwei Maschinen des Typs in Indonesien und Äthiopien mit insgesamt 346 Todesopfern. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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