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Bargeld-Versorgung: Bundesbank arbeitet an Notfallplänen für möglichen Blackout

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Von: Thomas Schmidtutz

Euro-Banknoten: Die Bundesbank arbeitet an Notfallplänen für den Fall eines möglichen, länger andauernden Stromausfall.
Euro-Banknoten: Die Bundesbank arbeitet an Notfallplänen für einen möglichen, länger andauernden Stromausfall. © Patrick Pleul/dpa

Sollte in Deutschland der Strom ausfallen, wäre auch die Versorgung mit Bargeld in Gefahr - mit weitreichenden Folgen. Bundesbank und Bafin arbeiten an Notfallplänen.

Frankfurt – Die deutschen Finanzbehörden arbeiten für den Fall eines möglichen, breiten Stromausfalls an Notfallplänen, um die Versorgung mit Bargeld sicherzustellen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mehrere mit den Vorgängen vertraute Personen.

Danach stocke die Bundesbank für den Fall eines längeren Blackouts ihre Bargeldbestände auf. Außerdem arbeite die Zentralbank an möglichen Obergrenzen zu Bargeld-Abhebungen und prüfe Schwachstellen bei der Bargeld-Verteilung. Auch die Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin sowie mehrere Branchenverbände arbeiteten an entsprechenden Notfallplänen, hieß es.

Eine zentrale Rolle spielten in den Szenarien die Geldtransportdienste. Die Branche dränge darauf, im Krisenfall als Teil der kritischen Infrastruktur gewertet zu werden und damit „vorrangigen Zugang zu Treibstoff und Telekommunikationsdienstleistungen“ zu erhalten. Andernfalls sei man im Falle eines längeren Stromausfalls nicht in der Lage, Banken oder Supermärkte mit Bargeld zu versorgen, berichtet Merkur.de.

Verband: Müssen uns mit Blackout-Szenario befassen

Es gebe „große Regulierungslücken im Gesetz“, sagte der Geschäftsführer der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW), Andreas Paulick, gegenüber Reuters. „Wir müssen uns präventiv mit dem Blackout-Szenario befassen.“

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Die Banken seien aus Sicht der Aufsichtsbehörden für eine solche Krisensituation nicht ausreichend vorbereitet, zitierte die Agentur einen ungenannten Behördenvertreter. Sollte es tatsächlich zu einem Stromausfall kommen, wären Bankautomaten und Bezahlterminals außer Betrieb. Dann könnten Kunden nur noch mit Bargeld bezahlen.

Bundesbank: Bargeld bleibt dominierendes Zahlungsmittel

In Deutschland ist Bargeld noch immer das am häufigsten genutzte Zahlungsmittel. Nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Bundesbank erklärten 2021 insgesamt 58 Prozent der Befragten, Waren und Dienstleistungen cash zu bezahlen (siehe Grafik).

Bargeld genießt laut Bundesbank ein sehr hohes Vertrauen. So habe der Bedarf an Bargeld zu Beginn der Corona-Pandemie „außergewöhnlich stark zugelegt“, schreibt die Bundesbank in einer aktuellen Übersicht zum Bargeld.

In den vergangenen Monaten ist die Sorge um einen möglichen Blackout im Winter gewachsen. So hat etwa die Stadt Rosenheim im vergangenen September mit Tipps zum Verhalten bei einem längeren Stromausfall für Aufsehen gesorgt.

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