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Welche Galeria-Filialen schließen? Entscheidung fällt womöglich im Januar

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Von: Mirjam Ratmann

Galeria Kaufhof in Halle kündigt Schließung an
Derzeit droht 90 Galeria-Filialen die baldige Schließung. © Heiko Rebsch/dpa

Zahlreichen Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof droht die Schließung. Noch im Verlauf des Januars könnte sich klären, welche Standorte schließen müssen.

Essen – Die (erneute) Hiobsbotschaft kam im Oktober 2022: Galeria Kaufhof musste einmal mehr ins Schutzschirmverfahren gehen und Insolvenz anmelden. Unternehmenschef Miguel Müllenbach hatte damals angekündigt, dass das Filialnetz von Galeria Karstadt Kaufhof „um mindestens ein Drittel reduziert werden“ müsse.

In einem internen Schreiben, das kurze Zeit später öffentlich wurde, war die Rede von bis zu 90 Filialen, denen möglicherweise die Schließung drohen könnte. Wie Radio Essen berichtete, soll nun bereits an diesem Mittwoch, 18. Januar, der Aufsichtsrat tagen, um endgültig über diese Schließungen zu entscheiden. Das Unternehmen selbst wollte diese Berichte auf Nachfrage nicht bestätigen.

UnternehmenGaleria Karstadt Kaufhof GmbH
Fusion2019 aus Galeria Kaufhof und Karstadt
SitzEssen
Filialen131 (Stand 2023), davon 31 in NRW
Angestellteca. 17.000

Entscheidung über Galeria-Filialen soll im Januar fallen

Von Galeria selbst heißt es, dass man derzeit in Gespräche mit den Vermietern gehe. Abhängig von Miete, Flächennutzung, energetische Sanierungen und möglichen Modernisierungs- und Baumaßnahmen würde man abhängig machen, ob ein Standort erhalten bleiben könne oder nicht, so die Unternehmenskommunikation gegenüber 24RHEIN. „Wir gehen davon aus, dass es im Laufe des Januar dieses Jahres Klarheit darüber geben wird.“

Von den insgesamt 131 Filialen deutschlandweit gibt es derzeit alleine noch 31 Standorte in NRW –  unter anderem in DüsseldorfKölnDuisburg und Bonn.

Diese Galeria Karstadt Kaufhof-Filialen gibt es in NRW

Zwischenzeitlich hatte es Hoffnung für die Galeria-Angestellten gegeben. Denn im vergangenen Jahr hatte Markus Schön, Chef des Onlinehändlers Buero.de, angekündigt, gerne 47 Galeria-Standorte übernehmen zu wollen, diese Pläne dann aber im Dezember 2022 wieder auf Eis gelegt.

Möglicherweise gibt es inzwischen neue Interessenten, die eine Übernahme von Galeria-Filialen in Betracht ziehen. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, wolle der Modehändler Aachener offenbar einige Galeria-Filialen retten und die dortigen Arbeitsplätze erhalten – um welche es dabei konkret gehen soll, sei noch nicht bekannt.

Schon 2020 verloren 2.500 Menschen bei Galeria ihre Jobs

Bereits während der Corona-Krise 2020/21 war Galeria Karstadt Kaufhof in die Krise geraten. Die Gewerkschaft Ver.di, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei Galeria vertritt, spricht in einem Papier von einem Umsatzverlust von bis zu 1,8 Milliarden Euro. Durch die Schließungen während der Lockdowns musste das Unternehmen bereits im April 2020 ein erstes Schutzschirmverfahren beantragen.

Im Juli 2020 ging dieses in ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung über. Anfang 2021 erhielt das Unternehmen einen Staatskredit von über 460 Millionen Euro, um die Folgen des Lockdowns zu überstehen.

Einst geretteten Galeria-Filialen könnte nun die Schließung drohen

Statt den ursprünglich geplanten 60, mussten damals dann 40 Filialen schließen. In NRW konnten die Filialen in Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf (Schadowstraße), Essen (Limbecker Platz), Leverkusen und Neuss in letzter Sekunde durch Mietminderung gerettet werden. Trotzdem verloren, laut ver.di-Angaben, rund 2.500 Menschen ihre Arbeit.

Nun könnten eben diese Geschäfte einmal mehr auf der Abschussliste des Unternehmens stehen. Gerade für den Standort Essen wäre es fatal, denn: Der Laden ist das Herzstück des Einkaufscenters Limbecker Platz am Rande der Essener Innenstadt und füllt rund ein Drittel der Fläche im Untergeschoss aus.

„Galeria 2.0.“ sollte mehr Fokus aufs Lokale richten

Die Galeria Karstadt Kaufhof GmbH mit Sitz in Essen ist der zweitgrößte Warenhauskonzern Europas. Das Unternehmen entstand 2019. Damals fusionierte die ehemals eigenständigen Unternehmen Galeria Kaufhof mit Karstadt. Im August 2021 kündigte der Konzern eine neue Firmenstrategie unter der Headline „Galeria 2.0“. an.

Vorstandschef Müllenbach ließ damals verlautbaren, die Warenhäuser regionaler ausrichten zu wollen: „Wir sollen das vernetzte Herz der Innenstadt werden, und zwar mit Konzepten, die ganz genau auf den lokalen Standort abgestimmt sind.“ Mit der neuen Strategie ging einher, dass die Warenhäuser seitdem nur noch den Namen „Galeria“ tragen.

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