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Schließung von Galeria-Filialen: Modekette will „größere Anzahl“ Standorte übernehmen

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Von: Johanna Werning

Rund 90 Standorte von Galeria Karstadt Kauf sollen schließen. Doch jetzt gibt es Hoffnung. Das Mode-Unternehmen Aachener will Filialen übernehmen.

Köln – Wie genau geht es mit den 131-Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof weiter? Seit Oktober 2022 ist klar, dass dem Unternehmen erneut die Pleite droht. Die Insolvenz wurde bereits angemeldet, seit dem läuft ein Schutzschirmverfahren. Unternehmenschef Miguel Müllenbach hatte damals angekündigt, dass das Filialnetz „um mindestens ein Drittel reduziert“ werden soll. Die Rede ist von über 90 Standorten, die schließen müssen. Doch für viele Filialen könnte es jetzt Hoffnung geben.

Das Logo von Galeria an der Schaufensterfront an der Hauptwache in Frankfurt. Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof will bundesweit zahlreiche Filialen schließen. Im Kreis: An der Fassade der Galeria Kaufhof in Halle hängt ein großes Transparent. Das Kaufhaus soll zum Jahresende schließen.
Für viele Galeria-Standorte soll es nun eine Rettung geben (IDZRNRW-Montage) © Boris Roessler/dpa & Heiko Rebsch/dpa
UnternehmenGaleria Karstadt Kaufhof GmbH
Fusion2019 aus Galeria Kaufhof und Karstadt
SitzEssen
Filialen131 (Stand 2023), davon 31 in NRW
Angestellteca. 17.000

NRW-Unternehmen will Galeria-Standorte übernehmen: „Aktuell in Gesprächen“

Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, plant das Mode-Unternehmen Aachener eine Übernahme. Man befinde sich „aktuell in Gesprächen mit Galeria und Eigentümern von Galeria-Immobilien, um gegebenenfalls eine größere Anzahl von Galeria-Standorten zu übernehmen“. Die Beschäftigten sollen ihre Jobs behalten, kündigt das Unternehmen an. Um welche Filialen es konkret geht, ist aktuell nicht bekannt. Man betont, dass der Deal noch nicht fix ist.

Aachener wurde erst vor rund einem Jahr gegründet. Derzeit gibt es sieben Standorte in Deutschland. Das Sortiment umfasst „Damen- und Herrenmode sowie Wäsche im gehobenen und höheren Preissegment. In ausgewählten Bekleidungshäusern bieten wir auch Markenmode für Kinder an“, so das Unternehmen. Unter anderem werden Artikel der Marken Betty Barclay, Bugatti, Gerry Weber, Joop!, Esprit, S.Oliver, Tom Tailor und Wellensteyn verkauft.

Schließungen bei Galeria Karstadt Kaufhof: Zweite Krise in wenigen Jahren

Bereits in den vergangenen Wochen gab es kurzzeitig Hoffnung für Galeria Karstadt Kaufhof. Markus Schön, Chef des Onlinehändlers Buero.de, hatte angekündigt, 47 Galeria-Standorte übernehmen zu wollen, die Pläne dann aber im Dezember 2022 wieder auf Eis gelegt. Aachener-Geschäftsführer Friedrich-Wilhelm Göbel betont auf die Frage nach seinem Konzept: „Es gab schon genügend Spinner, die Fantasien verbreiten. Für derartige Dinge bin ich nicht bekannt.“

Für Galeria Karstadt Kaufhof ist es bereits das zweite Schutzschirmverfahren in wenigen Jahren. Bereits während der Corona-Pandemie 2020/21 war das Unternehmen mit Sitz in Essen in eine Krise geraten. Anfang 2021 erhielt das Unternehmen einen Staatskredit von über 460 Millionen Euro, um die Folgen des Lockdowns zu überstehen. (jw) Tipp: Fair und verlässlich informiert, was in Köln passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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