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Diese NRW-Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof könnten für immer schließen

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Von: Oliver Schmitz

Rund jede zweite Filiale von Galeria Karstadt Kaufhof ist von einer Schließung bedroht. Davon auch viele in NRW. Doch mancherorts gibt es noch Hoffnung.

Köln – Seit der Ankündigung des erneuten Insolvenzverfahrens von Galeria Karstadt Kaufhof im Oktober 2022 gibt es viele offenen Fragen. Allen voran, wie viele der 131 Standorte von Schließungen betroffen sein werden. Doch auch über zehn Wochen später gibt es darauf keine klare Antwort. Zuerst sprach das Unternehmen von mindestens einem Drittel, dann standen aber plötzlich 90 Galeria-Warenhäuser auf der Kippe. Wie es nun scheint, könnte es letztlich wohl etwa 60 Filialen treffen – davon viele auch in NRW.

Schließungen bei Galeria Karstadt Kaufhof: Liste zeigt, welche NRW-Standorte betroffen sind

Galeria-Schließungen in NRW: Nur sieben Filialen scheinen sicher zu sein

Galeria Kaufhof in Muenchen am Marienplatz
Womöglich wird das Filialangebot von Galeria Karstadt Kaufhof bald um fast die Hälfte reduziert. © Manfred Segerer/Imago

Aufgrund starker Umsatzrückgänge ist ein Großteil der 31 NRW-Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof von einer Schließung bedroht, wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet. Neben den genannten Standorten gelten demnach auch die Standorte in Dortmund, Euskirchen und Kleve als Wackelkandidaten. Vor allem Galeria-Doppelstandorte wie Münster dürften eine Filiale verlieren. Laut übereinstimmenden Berichten haben wohl nur die Warenhäuser in Köln (Hohe Straße), Düsseldorf (Königsallee), Oberhausen (CentrO), Aachen, Bonn, Bochum und eben eines in Münster sicher eine Zukunft.

Doch Stand jetzt ist quasi keine Galeria-Schließung offiziell bestätigt. Einzig bei der Kölner Karstadt-Filiale in der Breite Straße scheint sie sicher. Dort hatte der Eigentümer einen Abriss und Neubau angekündigt, jedoch ohne Galeria-Beteiligung. „Insbesondere von den Verhandlungen mit den Vermietern hängt ab, welche Filialen von GALERIA weiterbetrieben werden können oder geschlossen werden müssen“, teilte ein Sprecher der Warenhauskette am 17. Januar 2023 mit und ergänzt: „Wegen laufender Gespräche mit Vermietern und möglichen Erwerbern steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest, welche Filialen weiterbetrieben oder geschlossen werden“.

Wegen der Unklarheit möchte Galeria auch die Zukunft einzelner Standorte „nicht kommentieren“. Jedoch betont man, dass die Zahl der Filialen, „die im Fokus der Prüfung einer Schließung standen [...] deutlich reduziert“ wurden. Ursprünglich war angekündigt worden, dass noch im Januar 2023 die Zukunft aller Galerie-Filialen mitgeteilt werden solle. Laut der SZ wurde diese öffentliche Bekanntgabe nun aber auf den März 2023 verschoben. Es ist also weiterhin Geduld gefragt.

Mehrere Interessenten für Galeria-Übernahmen – doch großer Stellenabbau wohl unvermeidbar

Doch für einige Schließungskandidaten von Galeria Karstadt Kaufhof ist noch nicht jede Hoffnung verloren. Denn laut der Warenhauskette haben „mehrere Bieter Interesse an der Übernahme von Filialen geäußert“. Dazu gehört unter anderem die Mode-Kette Aachener, die sich wohl „eine größere Anzahl“ von Galeria-Standorten einverleiben will. Ein Vorteil von Übernahmen wäre auch eine mögliche „nahtlose Weiterbeschäftigung“ für Mitarbeitende, erklärt ein Galeria-Sprecher. Lange war auch eine mögliche Übernahme von 47 Galeria-Filialen durch Buero.de im Gespräch, jedoch scheiterten die Verhandlungen

Nichtsdestotrotz werden wohl viele aktuelle Angestellte von Galeria Karstadt Kaufhof ihre Jobs verlieren. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz erklärte gegenüber der Wirtschaftswoche und der Lebensmittel-Zeitung, dass es harte Einschnitte im Filialnetz und eine spürbare Verringerung der Mitarbeiterzahl geben wird.

„Den größten Aderlass wird es in der Zentrale geben“, sagte der Generalbevollmächtigte. Die Berichte, dass rund die Hälfte der 1200 Stellen dort gefährdet seien, stimmten aber nicht. Das sei „zu hoch gegriffen“. In den Filialen, die der Konzern weiter betreiben wolle, werde man versuchen, so wenig Kündigungen wie möglich auszusprechen. „Wir haben jetzt schon zu wenig Fachkräfte.“ (os mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Köln, Düsseldorf und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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