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Post von der GEZ: Warum der Beitragsservice jetzt Millionen von Gebührenzahlern überprüft

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Von: Anna Lorenz

Rundfunkgebühren sind in Deutschland grundsätzlich für jede Wohnung zu bezahlen, doch einige Bürger entziehen sich wohl der Gebührenpflicht. Der Beitragsservice führt deshalb einen Datenabgleich durch.

München – „Eine Wohnung – ein Beitrag“. So erklärte der Beitragsservice der öffentlich-rechtlichen Sender, der allgemein weiterhin als GEZ bekannt ist, 2012 die Pflicht zur Rundfunkgebühr in Deutschland. Das „heißt auch, dass Sie für jede Wohnung, unabhängig davon, ob Sie überhaupt Radio- oder Fernsehgeräte haben, den Rundfunkbeitrag zahlen müssen“, erläutert die Verbraucherzentrale hierzu.

Nicht zuletzt wegen Skandalen um die Verwendung der eingetriebenen Gelder – wie beispielsweise im Fall Schlesinger 2022 – herrscht allerdings ein gewisser Unmut über die Zahlungspflicht. Verbraucher, die mittlerweile verstärkt Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime Video nutzen, sind oftmals verärgert über die, vielfach als Zwangsgebühren titulierten Kosten.

GEZ: Beitragsservice der Öffentlich-Rechtlichen überprüft Gebührenzahler

Insofern erscheint es wenig überraschend, dass der Beitragsservice der öffentlich-rechtlichen Sender regelmäßig einen Meldedatenabgleich durchführt. Hierbei soll ermittelt werden, inwiefern Bürgerinnen und Bürger einem der 46,1 Millionen zahlungspflichtigen Haushalte in Deutschland zugeordnet sind. Oder andersherum: Wer führt bislang kein Beitragskonto?

Die Überprüfung fußt auf ausgewählten Daten der Einwohnermeldeämter im gesamten Bundesgebiet und begann bereits im September 2022. Betroffen sind alle Einwohner ab 18 Jahren. Wer einem Beitragskonto zugeordnet werden kann, für den ist der Meldedatenabgleich ohne fühlbare Konsequenzen, berichtet merkur.de.

Post von der GEZ: Das geschieht, wenn Sie nicht auf das Klärungsschreiben reagieren

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Aktuell geht die GEZ auf Suche nach Nichtzahlern. © Ließ/imago

Personen, die keinem der, als beitragspflichtig bekannten Haushalten angehören, müssen jedoch mit finanziellen Folgen rechnen. Diesen Einwohnern wird nämlich in einem Zeitraum ab dem 10.01.2023 bis voraussichtlich Juni dieses Jahres ein sogenanntes Klärungsschreiben geschickt. Dieses enthält die Möglichkeit, entweder mittels QR-Codes über das Netz oder aber postalisch via eines Antwortbogens Auskunft über die rundfunkrechtliche Situation zu geben.

Es ist dringend zu empfehlen, von einer dieser Optionen Gebrauch zu machen. Wer nicht reagiert, erhält ein Erinnerungsschreiben; wer auch daraufhin schweigt, wird automatisch als zahlungspflichtig eingestuft. Hierbei wird die Zahlungspflicht zudem nicht nur künftig, sondern auch rückwirkend auferlegt – bis zum 01.01.2020. Wer also schon länger in die betroffene Wohnung eingezogen ist, muss nachzahlen. Legt man den aktuellen Rundfunkbetrag von monatlich 18,36 Euro zugrunde, betrüge die Nachzahlung also maximal 440,64 Euro. Inwieweit zusätzliche Kosten, wie es beispielsweise bei den Strafgebühren wegen nicht gezahlter Rundfunkbeiträge der Fall ist, entstehen, ist bislang nicht bekannt.

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