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Streiks im Einzelhandel in NRW: Ikea, Kaufland und Galeria betroffen

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Von: Benjamin Stroka

In NRW werden mehrere Geschäfte am Donnerstag bestreikt. Es betrifft unter anderem Galeria, Kaufland, Ikea und Primark in Köln.

Köln – Am Donnerstag gibt es einen großen Streik im Einzelhandel in NRW. Betroffen sind vor allem die Städte Köln, Bonn und Leverkusen. Dort hat Verdi die Beschäftigten vieler großer Ketten, darunter Galeria, Primark, Kaufland und Ikea, zum Streik aufgerufen. Hintergrund ist ein Tarifstreit im Einzelhandel sowie im Groß- und Außenhandel.

Die Ikea-Filiale in Köln-Godorf.
Auch Beschäftigte der beiden Ikea-Filialen in Köln (Godorf und Butzweilerstr.) werden zum Streik aufgerufen (Symbolbild). © Ying Tang/NurPhoto/Imago

Streik im NRW-Einzelhandel: Diese Geschäfte sind betroffen

„Am Donnerstag (4. Mai) ruft die Verdi die Beschäftigten im Einzelhandel im Verdi-Bezirk Köln-Bonn-Leverkusen sowie von Amazon in Werne und Dortmund zum Streik auf“, kündigte die Gewerkschaft vorab an. Nach Verdi-Angaben betrifft das folgende Geschäfte:

Streik im NRW-Einzelhandel: Auswirkungen auf Kunden?

Welche Auswirkungen der angekündigte Streik auf die Kunden der Geschäfte haben wird, ist aktuell noch unklar. Mit Schließungen ist normalerweise in solchen Fällen nicht zu rechnen. Kaufland teilte gegenüber 24RHEIN mit, dass die betroffenen Filialen regulär geöffnet haben. „Die Kunden können wie gewohnt ihre Einkäufe tätigen.“

In manchen Geschäften kann es aber erfahrungsgemäß in einigen Fällen durch weniger Personal länger dauern. Kunden sollten am Donnerstag also sicherheitshalber mehr Zeit einplanen.

Darum wird im NRW-Einzelhandel am Donnerstag gestreikt

Neben den Streiks im Einzelhandel findet am Donnerstag außerdem eine Demonstration von Beschäftigten des Groß- und Außenhandels in Düsseldorf statt. Verdi kritisiert die bisherigen Angebote der Arbeitgeberseite in den Tarifverhandlungen scharf. Demnach hätten die Arbeitgeber „in beiden Branchen Angebote vorgelegt, die bei einer aktuellen Preissteigerung von 6,9 Prozent (März 2023) Reallohnverluste für die Beschäftigten bedeuten“, heißt es von Verdi.

Die Gewerkschaft fordert im Einzelhandel aber eine Erhöhung des Stundenlohns um 2,50 Euro. Zudem sollen Ausbildungsvergütungen um 250 Euro angehoben werden. Im Groß- und Außenhandel fordert Verdi 13 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 400 Euro. „Viele Beschäftigte im Handel wissen nicht mehr ein, noch aus. Geschweige denn, wie sie die steigenden Lebenshaltungskosten bezahlen sollen. Die angebotenen Erhöhungen sind daher völlig unangemessen. Wer dafür sorgt, dass der Laden läuft und die Menschen mit allen Lebensnotwendigen versorgt werden, der hat es verdient, angemessen bezahlt zu werden“, sagt Silke Zimmer, ver.di-Verhandlungsführerin in den beiden Branchen des Handels.

Die Streiks im Einzelhandel sind nicht die einzigen Verdi-Streiks am Donnerstag in NRW. Auch der ÖPNV ist erneut betroffen. Diesmal wegen der Verhandlungen um den Eisenbahn-Tarifvertrag (ETV). Das hat auch Folgen für die KVB in Köln und die SWB in Bonn. In beiden Städten gibt es am Donnerstag Einschränkungen bei mehreren Stadtbahn-Linien. (bs) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren. Transparenz-Hinweis: In einer früheren Version dieses Artikels haben wir berichtet, dass sechs Kaufland-Filialen von den Streikmaßnahmen betroffen seien. Dabei haben wir uns auf eine Ankündigung der Gewerkschaft Verdi bezogen. Kaufland teilte uns hingegen mit, dass nur zwei Filialen (Köln-Kalk und Bergisch Gladbach) vom Streik betroffen seien. Wir haben das entsprechend im Artikel richtig gestellt.

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