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Karneval 2022: Traurige Bilanz – Corona sorgt für Milliardenschäden

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Von: Benjamin Stroka

Karnevalisten in Kostüm vor der Bühne am 11.11.2021 in Köln.
Erneut gab es deutliche Einbrüche beim Import von Kostümen und Karnevalsartikeln (Symbolbild). © Horst Galuschka / Imago

Die Karnevalsbranche wurde auch 2021 schwer von Corona getroffen. Experten rechnen mit Milliardenschäden. Auch der Import von Kostümen ist eingebrochen.

Köln/Wiesbaden – Wenn am Donnerstag mit Weiberfastnacht der Straßenkarneval in NRW so richtig eingeläutet wird, werden tausende Jecken vor allem in Köln wieder Karneval feiern. Doch aufgrund der Corona-Pandemie ist es erneut eine etwas andere Session. In der ganzen Stadt gibt es für den Kölner Karneval strenge Regeln. Der Rosenmontagszug findet dieses Jahr nicht auf den Straßen Kölns, sondern im RheinEnergie-Stadion statt.

Karneval: Import von Karnevalsartikeln und Kostümen eingebrochen

Doch auch wirtschaftlich wurde die Karnevalsbranche erneut schwer von der Pandemie getroffen. Kostüme, Luftschlangen, Pappnasen und Co. – der Import von Karnevalsartikeln ist auch 2021 nochmal deutlich eingebrochen. Das Statistische Bundesamt teilte nun mit, dass 2021 Karnevals- und Unterhaltungsartikel im Wert von 75,7 Millionen Euro nach Deutschland importiert wurden. „Das waren 9,2 Prozent weniger als im Vorjahr und rund ein Viertel (-25,9 Prozent) weniger als vor der Corona-Pandemie im Jahr 2019“, so das Bundesamt.

Karnevalsartikel: Fast drei Viertel kommen aus China

Die allermeisten importierten Kostüme und Karnevalsartikel, die für die jecken Tage in Deutschland verkauft werden, kommen aus China. Das war auch 2021 nicht anders. Das Statistische Bundesamt berichtet, dass 72,2 Prozent, also fast drei Viertel aller Artikel, aus China den Weg nach Deutschland fanden.

In den Jahren vor Corona bis einschließlich 2019 hatte der Außenhandel mit Karnevalsprodukten noch stark zugenommen. 2019 wurden Artikel im Wert von insgesamt 102,1 Millionen Euro importiert. „Das waren gut zwei Drittel (+68,6 Prozent) mehr als zehn Jahre zuvor“, so das Bundesamt. 2009 wurde noch im Wert von 60,6 Millionen Euro importiert.

Karneval: Corona sorgt für Milliardenverlust

Doch nicht nur der Außenhandel beim Karneval ist durch Corona betroffen. Schwere Verluste müssen erneut Gastronomen, Hoteliers und Kostümverleiher einstecken. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) sollen die Einbußen mit bis zu 1,62 Milliarden Euro sogar noch höher ausfallen als im Vorjahr. Bei der Studie wurde nicht nur der Kölner Karneval, sondern auch die weiteren Hochburgen in Düsseldorf und Mainz berücksichtigt.

„Karneval kann immer noch nicht so stattfinden wie vor Corona: Die meisten Sitzungen sind abgesagt oder stark eingeschränkt, viele Jecken von außerhalb bleiben den Karnevalshochburgen fern“, heißt es von den IW-Experten. Auch die Omikron-Variante des Coronavirus überschatte weiterhin die Feierlaune. (bs mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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