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Rewe-Chef rechnet mit „deutlich weniger Gewinn“ in Supermärkten

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Von: Sofia Popovidi

Fahnen mit dem Logo des Lebensmitteleinzelhändlers Rewe wehen vor einer Filiale.
Rewe-Chef Lionel Souque fürchtet vor deutlich weniger Gewinn in den Supermärkten als noch in den vergangenen Jahren. (Symbolbild) © Uwe Zucchi/dpa

Auch an Rewe gehen die gestiegenen Energiekosten und die Inflation nicht spurlos vorbei. Die Supermärkte könnten deutlich weniger Gewinn machen.

Köln – 2022 reihte sich eine Krise nach der anderen – dies hatte auch enormen Einfluss auf die Energie- und Lebensmittelpreise. Außerdem mussten viele Supermärkte Strom sparen. So verzichtet Aldi zum Beispiel auf beleuchtete Werbeanzeigen. Viele Produkte wurden für Kundinnen und Kunden teurer, so auch bei der Handelskette Rewe aus Köln. Auch der Lebensmitteleinzelhändler mit rund 3600 Filialen in Deutschland spürte im vergangenen Jahr die höheren Kosten für Waren, Personal und Energie.

Rewe-Chef Lionel Souque schaut mit einer kritischen Prognose nach vorne: „Die Supermärkte werden deutlich weniger Gewinn machen als in den beiden vergangenen Jahren“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Der Umsatz sei 2022 zwar im Allgemeinen deutlich gestiegen, jedoch bedingt durch die hohen Preise: Die positive Bilanz sei damit nicht ein Ergebnis von harter Arbeit – im Gegenteil. Das Wachstum ist „vor allem durch die Inflation zustande gekommen“, so Souque weiter.

Rewe-Chef erwartet weniger Gewinn – Online-Geschäft immer wichtiger

Wo Souque jedoch immer mehr Potenzial und Bedeutsamkeit sieht, ist das Online-Geschäft bei Rewe. Über die Rewe Website können, wie in einem Onlineshop, Produkte bestellt und entweder nach Hause oder in eine Filiale geliefert werden. „Bis wir die Gewinnschwelle erreichen, wird es wohl noch ein paar Jahre dauern. Aber wir sind fest von unserem Engagement in diesem Bereich überzeugt“, so der Rewe-Chef. Der Handelsriese bietet in zahlreichen deutschen Städten den Rewe-Lieferservice für online bestellte Ware an.

Zudem gibt es in immer mehr Rewe-Supermärkten einen Abholservice, bei dem online bestellte Produkte wenige Stunden später abholbereit im Laden auf den Kunden wartet. „Vor allem der Abholservice hat sich zuletzt gut entwickelt“, sagte Souque. Er sei für die Kundinnen und Kunden bequem. Noch dazu würde man die Hälfte der Kosten sparen, weil nicht nach Hause geliefert werden muss.

Rewe

Die Rewe GmbH (Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften) mit Sitz in Köln ist mit rund 3600 Läden der zweitgrößte Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland nach Edeka. Rewe ist die Stammmarke der Rewe Group. Zu dem internationalen Konzern Rewe Group gehören unter anderem auch die toom Baumärkte, die Penny Markt Discounter, die österreichischen BILLA Supermärkte sowie verschiedene Reiseunternehmen, wie zum Beispiel Dertours oder Jahn Reisen.

Die Geschäftsführung besteht aus Daniela Büchel, Christoph Eltze, Telerik Schischmanow und Peter Maly, Vorstandsvorsitzender ist Lionel Souque. In den Rewe Supermärkte werden sowohl hochwertige Markenprodukte als auch Preiseinstiegsware und Eigenmarken angeboten. Die Kunden finden hier alles, was sie für den täglichen Bedarf brauchen.

Rewe-Tourismus: Menschen werden durch Inflation aufs Reisen verzichten müssen

In der Rewe-Touristiksparte, zu der Reiseveranstalter wie Dertour, Jahn-Reisen und ITS gehören, seien die Umsätze nach den Einbrüchen durch die Pandemie im Jahr 2022 wieder auf das Vor-Corona-Niveau gestiegen Beim Gewinn sehe es allerdings nicht ganz so gut aus. „Wir dürften es knapp schaffen, eine schwarze Null oder eine rote Null zu erzielen“, sagte Souque. Die zahlreichen Probleme an den Flughäfen in NRW und viele Stornierungen von Flügen hätten Rewe als Reiseveranstalter, der für den Kunden eine Lösung finden müsse, Unmengen an Geld gekostet.

Im neuen Jahr erwartet der Rewe-Chef spürbare Auswirkungen der Inflation auf das Touristikgeschäft. „Ich bin fest überzeugt, dass ein Teil der Menschen im neuen Jahr angesichts der knappen Kassen auf Reisen verzichten muss.“

2023 erwartet Verbraucher weitere Heiz- und Strom-Entlastungen. Doch wie viel Geld gibt es? (spo/dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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