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Rewe vor Trennung von Payback – Supermarkt will eigenen Weg gehen 

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Von: Simon Stock

„Haben Sie eine Payback-Karte?“ Diese Frage werden Kunden an den Kassen von Rewe oder Penny in Zukunft wohl nicht mehr hören.

Hamm - Diese Frage an der Kasse gehört fast schon zum Einkauf dazu: „Haben Sie eine Payback-Karte“? Hunderte Unternehmen in Deutschland arbeiten mit dem Anbieter des beliebten Bonusprogramms zusammen. Bald könnte es eines weniger sein, denn die Kooperation von Payback mit dem Lebensmittelkonzern Rewe, zu dem auch der Discounter Penny gehört, steht vor dem Aus.

BonusprogrammPayback
RechtsformGmbH
Gründung2000
SitzMünchen, Deutschland

Rewe vor Trennung von Payback – Supermarkt will eigenes Bonussystem

Einkaufen, zur Kasse gehen und beim Bezahlen die Payback-Karte vor den Scanner halten - so halten es viele Menschen. Kein Wunder: Für jeden Einkauf gibt es Payback-Punkte. Wer genug davon hat, kann sich unter vielen Prämien eine aussuchen. Von diesem System profitieren in der Theorie alle Seiten. Der Kunde bekommt etwas gratis, der Händler hat einen größeren Zulauf – und Payback erhält Zugriff auf das persönliche Shopping-Profil eines jeden Nutzers.

Um diese höchst lukrativen Nutzerdaten geht es auch bei den aktuellen Verhandlungen zwischen dem Rewe-Konzern und Payback. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, möchte die Supermarkt-Kette ebenfalls Zugriff auf diese Daten erhalten. Allerdings verlangt Payback dafür viel Geld. Von bis zu 150 Millionen Euro ist die Rede.

Nach Informationen des gut unterrichteten Branchenblatts stehen die Zeichen auf Trennung. In den weit vorangeschrittenen Verhandlungen geht es demnach um den Ausstieg von Rewe aus dem Payback-System, berichtet wa.de. Der Vertrag solle nur noch um zwei Jahre verlängert werden. Üblicherweise laufen die Verträge fünf Jahre. Rewe plant stattdessen ein eigenes Bonussystem. Umgesetzt wird schon jetzt in einigen Filialen eine neue Technik, dank derer Rewe-Kunden im besten Fall nie wieder Schlange an der Kasse stehen müsse.

Ende der Kooperation mit Payback: Rewe will wohl eigenes Bonussystem

Kommt die Trennung, können Kunden im Rewe oder Penny in Zukunft ihre Payback-Karte im Portemonnaie lassen. Rewe wäre nicht das erste Unternehmen, das mit Payback bricht. Unter den ehemaligen Partnern befinden sich Namen wie die Schuhgeschäft-Kette Görtz, die aus finanziellen Gründen mehrere Standorte schließen muss, die Baumarktkette Obi oder Auto-Teile-Unger (A.T.U.). Auf der anderen Seite kommen auch immer wieder neue Kooperationen zustande. Für Kunden der Sparkasse könnte es bald eine spannende Funktion geben: Payback-Punkte sammeln mit der Girocard.  

Erst vor kurzem hat Rewe die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußball Bund (DFB) beendet. Hintergrund war das Hickhack um das Tragen der „One Love“-Binde bei der WM 2022 in Katar.

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