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Schuhgeschäfte Salamander und Klauser kurz vor Insolvenz: Wie geht es mit den Läden weiter?

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Von: Mirjam Ratmann

EIn Salamander-Schuhgeschäft in einer Einkaufsstraße
Salamander und Klauser stehen kurz vor der Insolvenz. Jetzt sollen die Traditionsläden gerettet werden. © Franz-Peter Tschauner/dpa

Die Schuhunternehmen Salamander und Klauser stehen kurz vor der Pleite. Damit stehen rund 950 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Wie es mit den Läden weitergeht.

Köln – Es läuft nicht gut für den deutschen Einzelhandel: Primark will Läden schließen, Galeria Kaufhof ist dabei, Filialen dich zu machen. Und erst vor kurzem musste auch der Schuheinzelhändler Görtz mitteilen, dass er sich verkleinern und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen muss. Nun trifft es den Schuhladen Salamander und das Schuhhaus Klauser, die beim Amtsgericht in Wuppertal ein Schutzschirmverfahren anmelden mussten, um die Insolvenz zu vermeiden. Laut Unternehmensangaben habe das Amtsgericht den Antrag angenommen. Die beiden Marken gehören zum selben Unternehmen.

UnternehmenSalamander und Klauser GmbH & Co. KG
GründungSalamander 1905, Klauser 1936
Zusammenschluss2009
Übernahme durch die Ara AG2016

Salamander und Klauser bleiben offen

Zu den Gründen für diesen Schritt heißt es in einer offiziellen Mitteilung von Salamander und Klauser, die Corona-Pandemie habe in den vergangenen zwei Jahren den Einzelhandel bereits massiv belastet. „Nun kommen in Folge des Ukrainekriegs steigende Energiekosten, hohe Inflation und eine erhebliche Eintrübung des konjunkturellen Umfelds hinzu“, so der neue Co-Geschäftsführer Sven Tischendorf.

Tischendorf wird künftig gemeinsam mit Alexander Höpfner die Geschäftsführung von Salamander und Klauser verstärken. Höpfner versprach, die weiteren Schritte gemeinsam mit allen Beteiligten, den Mitarbeitern, Lieferanten und Geschäftspartnern, abzustimmen. Von der drohenden Pleite sind deutschlandweit 93 Geschäfte und rund 950 Arbeitsplätze betroffen.

Filialen von Klauser und Salamander laufen weiter

Trotzdem soll der Geschäftsbetrieb in diesen, aber auch allen anderen Filialen zunächst uneingeschränkt weiterlaufen. Salamander und Klauser sichern auch zu, dass die Löhne und Gehälter der Beschäftigten für die Monate Dezember 2022 sowie Januar und Februar 2023 gesichert seien.

In den kommenden Monaten will die Geschäftsleitung nun über eine Neuausrichtung von Salamander und Klauser beraten. Bis spätestens zum 31. Mai 2023 soll diese dann vorgestellt und zur Abstimmung gebracht werden.

Traditionsunternehmen in der Krise

Sowohl Salamander als auch Klauser sind wahre nordrhein-westfälische Traditionsunternehmen: Salamander wurde 1905 in Langenfeld im Rheinland gegründet, während das Schuhhaus Klauser bereits seit seiner Gründung 1936 in Wuppertal ansässig ist.

Salamander geriet 2009 erstmalig in eine finanzielle Schieflage: Damals musste die damalige Mutterholding Egana Goldpfeil in die Insolvenz. Die deutschen Schuhhausfilialen wurden daraufhin von Klauser übernommen, während die ausländischen Filialen an die Ara AG gingen. 2016 übernahm Ara Salamander und Klauser dann vollständig.

Salamander-Filialen und Klauser-Schuhhäuser gibt es unter anderem hier:

Salamander in Köln und im Rheinland, Klauser eher im Ruhrgebiet aktiv

In Köln gibt es zwei Salamander-Filialen: Eine in der Innenstadt nahe Oper und Schauspiel und eine im Stadtteil Weiden. Während Salamander viel im Rheinland und in ganz NRW verbreitet ist, finden sich Schuhhäuser Klauser eher im Ruhrgebiet, zwischen Duisburg und Herne.

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