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Rentner mit 63 Jahren – diesen Jahrgängen steht die Frührente zu

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Von: Ulrike Hagen

Viele Arbeitnehmer möchten die Rente mit 63. Doch wem steht ein früherer Ruhestand vor der Regelaltersgrenze zu? Und wer muss Abschläge zahlen?

Update vom 20. Januar 2023: Übrigens: Gesetzliche Rentenversicherung kündigen – geht das wirklich?

Erstmeldung vom 4. Januar 2023: Berlin – Das Jahr fängt für viele Verbraucher gut an – denn der Jahreswechsel brachte zahlreiche Gesetzesänderungen. Und auch für Rentner ändert sich 2023 einiges zum Vorteil – es gibt unter anderem mehr Rente und Bürgergeld. Doch wie sieht es für diejenigen aus, die über einen Ruhestand vor der Regelaltersgrenze, also über die „Rente mit 63“ nachdenken? Grundsätzlich gilt: Wer besonders lange gearbeitet und in die Versicherungskasse eingezahlt hat, muss keine oder kaum Abzüge hinnehmen. Teuer wird es hingegen für eine bestimmte Generation, berichtet 24hamburg.de.

Vorgezogene Altersrente:Frührente
Definition:Altersrenten, die der Versicherte vor Erreichen seiner regulären Altersgrenze erreichen kann
Reguläre Altersgrenze:65 Jahre

Rente mit 63: Wie lange muss ich arbeiten, um Rente zu bekommen?

Grundsätzlich wird zwischen der Altersrente für langjährig – also über 35 Jahre – Versicherte und besonders langjährig – über 45 Jahre – Versicherte unterschieden. Doch wann Sie frühestens in Rente gehen können, hängt neben den Beitragszeiten auch von Ihrem Geburtsjahr ab. Denn das Renteneintrittsalter wird seit 2012 stufenweise erhöht: um einen Monat pro Jahr. Bis 2031 wird die Anhebung der Regelaltersrente auf 67 Jahre abgeschlossen sein. Das bedeutet: Für jene, die 1964 aufwärts geboren wurden, gilt dann eine Regelaltersgrenze von 67 Jahren.

Rentnerinnen und Rentner in Deutschland können sich voraussichtlich auf eine deutliche Erhöhung freuen. (Symbolfoto)
Entspannt in Rente mit 63: Für viele Arbeitnehmer ist das möglich. © Westend61/Imago

Altersrente nach 45 Jahren – Rente mit 63 Jahren

Nach einer Versicherungszeit von 45 Jahren kann jeder grundsätzlich früher in Rente gehen. Aber: Die Altersrente für die „besonders langjährig Versicherten“ wird zwar umgangssprachlich „Rente mit 63“ genannt. De facto können aber nur alle vor 1953 Geborenen ohne Abschläge mit 63 Jahren in den Ruhestand gehen. Für jene, die zwischen 1953 und 1963 geboren sind, verschiebt sich nämlich das Renten-Eintrittsalter mit dem Geburtsjahr nach oben. Wer 1964 oder später geboren wurde, kann also selbst nach 45 Beitragsjahren erst mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen.

Dennoch hätten allein im vergangenen Jahr 26,3 Prozent aller Neurentner diese abschlagsfreie „Rente ab 63“ genutzt, so der Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung.

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Altersrente nach 35 Versicherungsjahren – wann Sie in Rente gehen können

Wer 35 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt hat, profitiert von der Altersrente für sogenannte „langjährig Versicherte“. Das heißt: Alle vor 1963 Geborenen können noch vor ihrem 67. Geburtstag ohne Abschläge in Rente gehen. Das Rentenalter wird jedoch schrittweise angehoben. Für alle, die 1964 oder später geboren sind, liegt das Renteneintrittsalter auch nach 35 Beitragsjahren noch bei 67 Jahren.

Ausnahmen von der Rente mit 67:

Früher in den Ruhestand: So klappt die Rente mit 63

Den Anspruch auf die „Rente mit 63“ haben also grundsätzlich nur besonders langjährig – also über 45 Jahre – Versicherte älterer Jahrgänge. Doch auch, wer kürzere Versicherungszeiten nachweisen kann und jünger ist, hat die Möglichkeit, früher in den Ruhestand zu gehen. Dafür müssen allerdings Abschläge in Kauf genommen werden. Die Option, vor der Regelaltersgrenze in Rente zu gehen und dafür Einbußen bei der Rentenhöhe in Kauf zu nehmen, wählen immer mehr Menschen. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung stellt fest, dass diese Gruppe unter allen, die 2021 in Rente gingen, bereits ein Viertel ausmachte: „Im Schnitt gingen sie knapp 28 Monate vor der Regelaltersgrenze in den Ruhestand.“

Rente mit 63 für langjährig Versicherte: Wie hoch die Abzüge für Ihren Jahrgang sind

Wer die Altersrente als langjährig Versicherter vorzeitig in Anspruch nehmen möchte, hat mit einem Abzug von 0,3 Prozent pro Monat – maximal bis zu 14,4 Prozent – seiner Rentenbezüge zu rechnen: Wie in einer Tabelle von merkur.de zu sehen ist, muss beispielsweise eine Arbeitnehmerin, die 1947 geboren wurde, 7,5 Prozent Abzüge in Kauf nehmen. Wer 1960 geboren ist, kann mit 12 Prozent Einbußen rechnen. Und alle 1964 oder danach Geborenen bezahlen ein Ausscheiden aus dem Arbeitsleben mit 63 mit dem Maximalabschlag von 14,4 Prozent.

Abzüge für Rente mit 63: Abschläge auszugleichen, kann sich lohnen

Die gute Nachricht ist: Mit Sonderzahlungen können diese Abschläge ganz oder zum Teil ausgeglichen werden. Ab dem 50. Lebensjahr können die Zahlungen in Form einer Einmalzahlung oder als Teilzahlungen geleistet werden. Die Konditionen sind hier besser, als etwa bei einer privaten Renten­versicherung, da die Sonderzahlungen steuerlich geltend gemacht werden können, so die Stiftung Warentest. Ein weiterer Vorteil: Wer doch nicht vorzeitig in den Ruhestand geht, wird mit einer entsprechend höheren Rente belohnt. Gerade erst wurde eine Rentenanhebung zum Juli 2023 beschlossen – um etwa 3,5 Prozent für Rentnerinnen und Rentner im Westen sowie um 4,2 Prozent für Ruheständler im Osten Deutschlands.

Frühe Rente: Hinzuverdienstgrenzen gestrichen

Eine weitere frohe Botschaft für alle, die mit dem frühen Ruhestand liebäugeln: Der Bundestag beschloss Anfang Dezember, die Hinzuverdienstgrenze beim Ruhestand mit 63 bei vorgezogenen Altersrenten ersatzlos zu streichen. Bei Beziehern von Erwerbsminderungsrenten steigen die Hinzuverdienstgrenzen von 6.300 Euro im Jahr auf bis zu 34.500 Euro. Und weil aus dem Arbeitslosengeld II (umgangssprachlich Hartz IV) ab 1. Januar 2023 das Bürgergeld wird und die Bezüge steigen, erhöht sich analog auch die Grundsicherung für Rentner, deren Rente nicht zum Leben reicht. Insgesamt haben Ruheständler Anspruch auf acht Zuschüsse, mit denen Rentner 2023 viele hundert Euro sparen können.

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