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Rheinmetall: 50 Panzer für die Ukraine – doch der Bund muss zustimmen

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Von: Max Müller

Ein Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 A7V vom dem Lehrbataillon 93 der Bundeswehr fährt während einer Übung zur Gefechtsaufklärung auf einem Truppenübungsplatz.
Panzer vom Typ Leopard 2 A7V (hier zu sehen) sollen nicht in die Ukraine geliefert werden, sondern das Vorgängermodell. © Philipp Schulze/dpa

Die Ukraine fordert seit längerem Kampfpanzer. Das Düsseldorfer Unternehmen Rheinmetall könnte sie liefern, wenn die Politik zustimmt.

Köln – Militärexperten argumentieren, dass die Ukraine Panzer braucht, wie Udo Lielischkies in einem Interview zum Russland-Ukraine-Krieg erklärt. Doch wer kann sie liefern? An dieser Stelle bringt sich Rheinmetall ins Spiel. Der deutsche Rüstungskonzern bietet bis zu 50 Kampfpanzer für die Ukraine an. „Der erste Leopard 1 könnte in sechs Wochen geliefert werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall, Armin Papperger, dem Handelsblatt. Dafür ist aber die Zustimmung der Bundesregierung nötig.

Ukraine-Krieg: Rheinmetall könnte Panzer liefern

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sprach sich ausdrücklich für die Lieferung schwerer Waffen aus. „Die Ukraine braucht weiteres militärisches Material – vor allen Dingen auch schwere Waffen“, sagte die Grünen-Politikerin am Rande eines EU-Außenministertreffens in Luxemburg. Die furchtbaren Bilder und der furchtbare Schrecken machten mehr als deutlich, dass die von Russland angegriffene Ukraine zusätzliche militärische Unterstützung brauche, um sich wehren zu können. Die Nachfrage nach Waffen hat dem Rüstungskonzern Rheinmetall bereits ein kräftiges Umsatzplus für das Jahr 2021 beschert.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte am Sonntagabend (10. April) nach einem Gespräch mit Scholz klar, dass er einen Kurswechsel Deutschlands im Ukraine-Krieg feststelle. „Ich freue mich festzustellen, dass die deutsche Position sich kürzlich zugunsten der Ukraine geändert hat“, sagte er in einer Videoansprache. „Aber ich erwarte, dass alles, was wir vereinbart haben, auch umgesetzt wird. Und das ist sehr wichtig.“ Was er damit genau meint, sagte Selenskyj nicht.

Botschafter der Ukraine: Deutschland könnte Panzer problemlos liefern

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk hatte am Wochenende die sofortige Lieferung von Leopard-Kampfpanzern, Marder-Schützenpanzern, Panzerhaubitzen 2000 und Artillerieortungsgeräten vom Typ Cobra aus den Beständen der Bundeswehr gefordert. „Das alles wäre laut unserer Analyse für die Bundesrepublik durchaus verkraftbar, ohne die Landesverteidigung oder die Verpflichtungen in der Nato zu schwächen“, sagte er.

Welche Waffen liefert Deutschland in die Ukraine?

Deutschland hat bisher unter anderem Luftabwehrraketen, Panzerfäuste und Maschinengewehre in die Ukraine geliefert. Unter schweren Waffen versteht man aber Kampfpanzer, Kampfflugzeuge, Kriegsschiffe oder Artilleriegeschütze. Solche Waffen sind bisher nicht geliefert worden, obwohl die Ukraine sie seit Februar von Deutschland fordert.

Leopard-1-Panzer nutzt die Bundeswehr seit 1979 nicht mehr

Nun will Rheinmetall Leopard-1-Panzer in die Ukraine schicken. Dabei geht es um ältere Modelle, die ausgemustert und schon vor längerer Zeit von der Firma zurückgenommen wurden, berichtet das Handelsblatt. Solche Rückgaben von Altbeständen sind üblich in der Rüstungsbranche. Die Stahlkolosse sollen noch überprüft und auf Vordermann gebracht werden. Dann könnte es weitere Transporte von Panzern über deutschen Autobahnen nach Osten geben.

Die Leopard-1-Panzer, um die es geht, sind schon älteren Baujahrs. Unter anderem die Bundeswehr nutzt längst das Nachfolgemodell Leopard 2, das bei der Truppe in seiner ersten Version 1979 eingeführt wurde. Rheinmetall hat auch ausgemusterte Schützenpanzer vom Typ Marder. Das Unternehmen aus Düsseldorf hat in Aussicht gestellt, 70 Exemplare davon innerhalb von sechs bis acht Monaten liefern zu können. Die ersten zehn könnten schon binnen fünf Wochen auf den Weg geschickt werden, heißt es. (mm dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in Köln und NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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