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„Große Wohngeldreform“: Wer profitiert von der geplanten Wohngeld-Erhöhung?

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Von: Sarah Neumeyer

Laut Plänen der SPD soll das Wohngeld erhöht werden. Jetzt gibt es neue Details zur geplanten Wohngeldreform. (Symbolbild)
Laut Plänen der SPD soll das Wohngeld erhöht werden. Jetzt gibt es neue Details zur geplanten Wohngeldreform. (Symbolbild) © Monika Skolimowska/dpa

Bundeskanzler Olaf Scholz hat eine „große Wohngeldreform“ angekündigt. Nun werden weitere Details bekannt.

Berlin – Um einkommensschwache Bürgerinnen und Bürger angesichts der hohen Energiepreise zu entlasten, plant die Bundesregierung eine „große Wohngeldreform“. Das hat Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Freitag (22. Juli) angekündigt. 

Die Reform soll „Anfang des nächsten Jahres“ den Kreis der berechtigten Haushalte ausweiten und eine „Heizkostenpauschale gewissermaßen dauerhaft integrieren“. Profitieren sollen insbesondere Rentnerinnen und Rentner, die einen großen Teil der Wohngeldempfänger ausmachen. Details zu den geplanten Änderungen blieben zunächst offen.

Wohngeld soll steigen: Anhebung der Sätze und neue Berechnungsmethoden ab 2023

Nun hat sich die SPD-Bundestagsfraktion zur Wohngeldreform geäußert. Nach dem Willen der Fraktion soll das Wohngeld im kommenden Jahr durch eine frühere Anhebung der Sätze und durch neue Berechnungsmethoden steigen. Es gehe um eine „vorgezogene Dynamisierung“ und die Integration einer Klima- sowie einer Heizkostenkomponente, sagte der wohnungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Bernhard Daldrup, der Deutschen Presse-Agentur.

Konkret schlägt die SPD-Fraktion Daldrup zufolge eine „außerordentliche Wohngeldanpassung“ vor. Die zweijährliche Anpassung der Leistung an die allgemeine Mieten- und Verbraucherpreisentwicklung solle statt 2024 bereits 2023 stattfinden.

Wohngeld-Reform: Kreis der Berechtigten soll erweitert werden

Aktuell wird anhand der Haushaltsgröße, dem Einkommen und der Miete berechnet, ob und wie viel Wohngeld gewährt wird. Die entsprechende Formel ist im Wohngeldgesetz festgelegt. Deutlich einfacher ist die Berechnung mit dem Wohngeldrechner, den das Bundesbauministerium bereitstellt. Menschen, die bereits Sozialleistungen wie die Hartz 4 erhalten, können kein Wohngeld beantragen. Denn bei ihnen sind Unterkunftskosten schon in diesen Leistungen berücksichtigt. Hilfe beantragen können aber auch Eigentümer, die ihre Wohnung selbst nutzen. Sie können den Wohnzuschuss bekommen, wenn sie wegen eines zu geringen Einkommens laufende Kosten nicht tragen können.

Im Jahr 2020 erhielten laut Statistischem Bundesamt 618.165 Haushalte Wohngeld. Das waren 1,5 Prozent aller privaten Haushalte in Deutschland, die Hauptwohnsitz sind. Mit der Reform soll der Kreis der Anspruchsberechtigen nun vergrößert werden.

Faktoren, die beeinflussen, ob Sie Wohngeld in Anspruch nehmen können
Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder
Höhe des Gesamteinkommens
Höhe der zuschussfähigen Miete beziehungsweise Belastung

Wohngeld soll erhöht werden: SPD will pauschalen Heizzuschlag pro Quadratmeter Wohnfläche

Wohngeldberechtigte sollen laut Plänen der SPD-Bundestagsfraktion künftig einen nach der Haushaltsgröße gestaffelten pauschalen Heizzuschlag pro Quadratmeter-Wohnfläche bekommen. Außerdem spricht sich die SPD dafür aus, die Miethöchstbeträge in der Wohngeldberechnung pauschal anzuheben. Bei der Berechnung würden also teurere Mieten anerkannt, als bisher. Begründet wird das damit, dass die Erreichung der Klimaziele im Gebäudesektor zu höheren Wohnkosten führe.

„Die steigenden Energiepreise belasten vor allem Mieterinnen und Mieter mit niedrigen Einkommen. Die SPD-Bundestagsfraktion ist der Auffassung, dass die steigenden Energiekosten im Wohngeld abgebildet werden sollen“, sagte Daldrup. (sne/dpa/AFP)

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