Frachter mit E-Autos brennt weiter lichterloh – Rettung unmöglich, Untergang naht
Seit Tagen treibt ein brennender Frachter vor der Küste Alaskas. Die Schäden dürften immens sein und eine Besserung der Situation ist nicht in Sicht – im Gegenteil.
Alaska – Knapp eine Woche nach dem Ausbruch des Feuers auf der Morning Midas schien die Rettung greifbar: Einer von drei Schleppern, die Gretchen Dunlap, traf am Standort des Unglücksortes ein. Die Besatzung des Schleppers konnte jedoch nichts anderes tun, als das brennende Inferno aus sicherer Entfernung zu beobachten. Experten rechnen nun mit dem Schlimmsten.
Brennender Autofrachter könnte sinken – jede Rettung kommt wohl zu spät
Fachleute berichten gegenüber Seatrade Maritime News, dass das Feuer möglicherweise von selbst ausbrennt, sodass ein oder mehrere Schlepper den Schiffsrumpf in Schlepp nehmen können. Das wahrscheinlichste Szenario sei jedoch, dass ausgebrannte Komponenten im Schiff verrutschen, Schlagseite verursachen und der havarierte Autotransporter schließlich sinkt. Bis der zweite und dritte Schlepper überhaupt eintreffen würden, könnte es außerdem zu spät sein.

Die Umweltschäden wären in dem Fall massiv. Die Morning Midas soll mehr als 300 Tonnen Schiffsgasöl und etwa 1.500 Tonnen schwefelarmes Heizöl an Bord haben. An Bord befinden sich zudem 3000 Autos, darunter 800 E-Autos. Brände von Elektrofahrzeugen unterscheiden sich laut Seatrade Maritime New grundlegend von denen von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor, da sie große Mengen giftiger Gase erzeugen.
Die Ursache des Brands ist noch unklar. Der Brand an Bord war am 3. Juni 2025 auf dem Weg nach Lázaro Cárdenas ausgebrochen, die Besatzung konnte gerettet und evakuiert werden. Seitdem treibt der Frachter führungslos vor der Küste Alaskas im Meer.
Nicht der erste brennende Autofrachter: Verbände sind alarmiert
Der Morning Midas ist nicht der erste beladene Autofrachter, der brennt. Im Juli 2023 ist vor der niederländischen Wattenmeerinsel Ameland auf einem Frachter mit rund 3000 Autos an Bord ein Feuer ausgebrochen. Nach dem Brand des Autocarriers „Morning Midas“ im Pazifik werden die Forderungen lauter, dringend eine Aufrüstung der Feuerlöschsysteme an Bord von Autofrachtern und RoRo-Schiffen an bereitzuhalten. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) pochte erneut auf eine verpflichtende Ausrüstung der Schiffe mit vollautomatischen Systemen zur Branddetektion, Hochdruck-Wasser-Nebel-Anlagen und infrarot-gesteuerten Löschmonitoren erneuert.
Der Verband kündigte dazu einen neuen Vorstoß bei der International Maritime Organisation (IMO) an, die die Sicherheitsbestimmungen für Seeschiffe festlegt. „Der Brandschutz in der Seeschifffahrt ist ein globales Problem, das nur auf internationaler Ebene gelöst werden kann und muss“, so die stellvertretende GDV-Hauptgeschäftsführerin Anja Käfer-Rohrbach.