Feindliche Übernahme der Commerzbank? Jetzt mischt sich Merz ein

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Von: Bona Hyun

Seit Herbst 2024 wehrt sich die Commerzbank gegen eine Übernahme durch Unicredit. Einer der Commerzbank-Eigentümer ist der Bund. Nun äußert sich Merz.

Berlin –  Die von einer Übernahme durch die italienische Großbank UniCredit bedrohte Commerzbank erhält Rückendeckung von Bundeskanzler Friedrich Merz. „Ich teile die Ansicht des Bundesministers der Finanzen, dass ein unabgestimmtes und unfreundliches Vorgehen wie das der UniCredit Group nicht akzeptabel ist“, schreibt der CDU-Chef mit Bezug auf eine vorherige Stellungnahme von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) in einem Brief an den Betriebsrat der Commerzbank.

Die Bundesregierung setze auf eine starke und eigenständige Commerzbank. Das auf den 26. Mai datierte Schreiben veröffentlichte der Betriebsratsvorsitzende Sascha Uebel am Dienstag (10. Juni) auf seinem LinkedIn-Profil.

Kanzler Merz äußert sich zu Commerzbank-Übernahme – und stellt sich hinter Klingbeil

Klingbeil hatte sich am 9. Mai 2025 ebenfalls auf die Seite des deutschen Konzerns gestellt. „Wir setzen auf die Eigenständigkeit der Commerzbank“, sagte Finanzminister Lars Klingbeil der Deutschen Presse-Agentur. „Ein unfreundliches Vorgehen wie das der UniCredit ist inakzeptabel. Das gilt besonders, wenn es sich um eine systemrelevante Bank wie die Commerzbank handelt.“

Fortsetzung Die Familienunternehmer-Tage 2025
Merz sprach auf einer Tagung von Familienunternehmern. © Kay Nietfeld/dpa

Der Dax-Konzern mit Sitz in Frankfurt wehrt sich seit September gegen eine Übernahme durch die italienische Bank. Die UniCredit hatte im September den Teilausstieg des Bundes bei der seit der Finanzkrise 2008/2009 teilverstaatlichten Commerzbank genutzt und war im großen Stil bei Deutschlands zweitgrößter Privatbank eingestiegen. 

Umstrittene Übernahme der Commerzbank durch UniCredit

UniCredit hatte sich im vergangenen Jahr mit 28 Prozent bei der Commerzbank eingekauft. Die Italiener wollen Deutschlands zweitgrößte börsennotierte Bank mit der eigenen Münchner Tochter HypoVereinsbank (HVB) zusammenbringen, stoßen dabei aber auf Widerstand sowohl bei der Commerzbank selbst als auch bei der Bundesregierung.

UniCredit-Chef Andrea Orcel wirbt seit Monaten dafür, die Commerzbank zu einem Teil des italienischen Finanzkonzerns zu machen. Doch sowohl die Commerzbank-Spitze als auch die Arbeitnehmervertreter wehren sich dagegen. Zuletzt hatte UniCredit erklärt, eine Entscheidung werde wohl nicht mehr dieses Jahr fallen. Man wolle unter anderem „einen konstruktiven Dialog mit der neuen Bundesregierung aufnehmen“. Der Bund hält noch etwas mehr als zwölf Prozent an der Commerzbank. (bohy/dpa/reuters)

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