Nach Insolvenz: Neuanfang für Europas Top-Motorradhersteller

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Von: Bona Hyun

Nach schwerer Krise kann Europas einst größter Motorradhersteller KTM wieder hoffen. Es gibt wohl Anzeichen der Besserung. Wie es weitergehen könnte.

Mattinghofen – Nach der tiefgreifenden KTM-Insolvenz und monatelangem Stillstand der Motorradproduktion gibt es Hoffnungen auf einen Neuanfang: Das Sanierungsverfahren von Europas einst größtem Motorradhersteller KTM ist abgeschlossen. Das Landgericht Ried im Innkreis habe die Sanierungspläne bestätigt, teilte der Mutterkonzern Pierer Mobility AG mit. Die Gläubiger erhielten die vereinbarte Quote in Höhe von 30 Prozent der anerkannten Forderungen. „Nun liegt unser Fokus auf dem Hochfahren der Produktion Ende Juli und der Neuausrichtung der Gruppe“, so Gottfried Neumeister, Vorstand von Pierer Mobility. 

Wirtschaftlich sah es düster aus bei der Motorrad-Kultmarke KTM. Der indische Investor springt in die Bresche und vollzieht die Rettung
Wirtschaftlich sah es düster aus bei der Motorrad-Kultmarke KTM. Der indische Investor springt in die Bresche und vollzieht die Rettung © Manfred Segerer/Imago

Top-Motorradhersteller ist insolvent – und steht vor neuem Kapitel: Was das genau heißt

Im Mai 2025 hatte die indische Bajaj Auto International Holdings B.V. die Mehrheit an dem insolventen österreichischen Motorradhersteller übernommen. Im Gegenzug stellte Bajaj rund 600 Millionen Euro zur Verfügung und verhinderte so die Abwicklung von KTM. Bajaj, ein Hersteller von Motorrädern und Auto-Rikschas, war schon bislang an KTM beteiligt. Durch die Verpfändung weiterer Firmenanteile übernimmt Bajaj nun die Mehrheit, wie Pierer Mobility mitteilte. 

Der zuständige Insolvenzverwalter bestätigte laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) am Donnerstagabend (23. Mai) den rechtzeitigen Zahlungseingang. Wäre das Geld nicht geflossen, wäre das Firmenvermögen im Rahmen eines Konkursverfahrens abverkauft worden. KTM hatte also das drohende Aus in letzter Minute abgewendet.

„Heute haben wir die Chance bekommen, die Geschichte von KTM fortzuschreiben“, sagte KTM-Vorstand Gottfried Neumeistermim Mai 2025. Er kündigte an, dass die aktuellen Produktionsstandorte, inklusive des Stammwerkes in Mattinghofen, auch in Zukunft bestehen sollen. Die Produktion der Firma in Mattinghofen nahe der Grenze zu Bayern steht seit Mitte Dezember still. Im Zuge der Übernahme von KTM durch Bajaj werde sich der bislang dominierende Eigentümer Stefan Pierer als Vorstand der Pierer Mobility AG zurückziehen, hieß es in einer Mitteilung der Konzernmutter.

Motorradhersteller KTM rutschte in die Insolvenz

KTM war im November 2024 durch einen starken Rückgang der Nachfrage und wegen zu hoher Lagerbestände in die Insolvenz geschlittert. Die Insolvenz markiert den Tiefpunkt des Herstellers. Noch für das Jahr 2023 vermeldete KTM einen Rekordumsatz und mit 381.634 weltweit verkauften Motorrädern eine Absatzsteigerung um zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch bereits vor Weihnachten 2023 kündigte KTMs Mutterkonzern, die Pierer Mobility AG, die Verlagerung von Arbeitsplätzen zum Teilhaber Bajaj nach Indien und zum Produktionspartner CFMoto nach China an. (bohy mit Material der dpa)

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