Streit um Einkommensteuer-Senkung – Rechnung zeigt, was die Pläne von Union und SPD bedeuten würden

Aktualisiert:

Von: Sandra Sporer

Die Merz-Regierung will die Einkommenssteuer für kleine und mittlere Einkommen senken. Beim Wie scheiden sich die Geister bei CDU/CSU und SPD jedoch.

In Sachen Einkommenssteuer hatten sich SPD und Union im Koalitionsvertrag ein klares Ziel gesteckt: „Wir werden die Einkommensteuer für kleine und mittlere Einkommen zur Mitte der Legislatur senken“, heißt es dort. Jetzt geht es an die Umsetzung und der Teufel steckt wie immer im Detail. Während beide Parteien grundsätzlich an dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Plan festhalten, herrscht Uneinigkeit, wie hoch die Erleichterungen ausfallen sollen und wie mit den Gutverdienern umgegangen werden soll.

Geldscheine liegen auf einer Einkommenssteuererklärung. Im Kreis: Bundeskanzler Friedrich Merz.
Union und SPD wollen die Steuerlast für kleine und mittlere Einkommen senken. Dennoch gibt es Streit – wegen der Gutverdiener und der Beitragsbemessungsgrenze. © Michael Weber/IMAGO | Kay Nietfeld/dpa

Die CDU will diese ebenfalls deutlich entlasten und die Grenze, ab der der Spitzensteuersatz fällig wird, auf 80.000 Euro brutto (für Single-Haushalte) anheben. Die SPD signalisierte in dieser Hinsicht sogar ein Entgegenkommen – sofern gleichzeitig der Spitzensteuersatz von 42 auf 47 Prozent erhöht werde, berichtete das SPD-Magazin vorwaerts.de. Ein Vorstoß, dem Bundeskanzler Merz jedoch klar eine Absage erteilte. „Ich rate uns dringend, deren Belastung nicht noch weiter nach oben zu setzen“, sagte der Kanzler“, erklärte er der Nachrichtenagentur AFP zufolge.

Einkommenssteuer-Pläne von SPD und CDU im Vergleich

Einig sind sich beide Parteien bei der Anhebung des Grundfreibetrags; dieser soll um 1.000 Euro steigen. Doch was genau bedeutet das für Sie als Verbraucher? Das hängt ganz davon ab, welche Seite sich mit ihren Plänen durchsetzen kann. Bei der SPD werden vor allem die geringen Einkommen entlastet, mit deutlich geringeren Erleichterungen für mittlere und hohe Einkommen. Hier sind die Ersparnisse nach den Plänen der CDU deutlich höher. Hier die Ersparnisse durch die Plänen von CDU/CSU im Überblick.

Für Singles, kinderlos:

EinkommenSPD-Tarif jährl. SenkugSenkung der Steuerlast in %
2.500 Euro190 Euro8,4 %
5.000 Euro174 Euro1,9 %
7.500 Euro118 Euro0,6 %
EinkommenCDU-Tarif jährl. SenkungSenkung der Steuerlast in %
2.500 Euro197 Euro8,7 %
5.000 Euro424 Euro4,5 %
7.500 Euro1028 Euro5,3 %

Familie, Alleinverdiener, 2 Kinder:

EinkommenSPD-Tarif jährl. SenkugSenkung der Steuerlast in %
4.000 Euro380 Euro15 %
7.000 Euro370 Euro3,4 %
10.000 Euro360 Euro1,7 %
EinkommenCDU-Tarif jährl. SenkungSenkung der Steuerlast in %
4.000 Euro380 Euro15 %
7.000 Euro526 Euro4,9 %
10.000 Euro726 Euro3,4 %

Quelle: Bild mit Zahlen des DSi (Deutsches Steuerzahlerinstitut des Bundes der Steuerzahler)

Einkommenssteuer-Reform der Union bringt auf dem Papier mehr für Verbraucher – aber es gibt einen Haken

Rein rechnerisch profitieren die Verbraucher einkommensunabhängig mehr von den Plänen der Union. Allerdings geht das laut Handelsblatt mit einem Einnahmenminus von 111 Milliarden Euro für den Staat einher. Geld, das wahrscheinlich durch Steuererhöhungen oder Leistungskürzungen andernorts wieder eingetrieben werden muss.

Zwar verweisen CDU/CSU darauf, dass mit der flächendeckenden Einkommenssteuersenkung auch wachstumsbedingte Mehreinnahmen einhergehen, Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zufolge liegen diese jedoch gerade einmal bei über 30 Milliarden Euro. (Quellen: Koalitionsvertrag, AFP, vorwärts.de, Handelsblatt, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) (sp)

Kommentare

$Teilen