Trotz UV-Strahlung, Chlor und Meerwasser: Was Ihre Augen im Sommer gesund hält
Der Urlaub am Meer tut zwar der Seele gut – aber unsere Augen leiden, wenn sie nicht ausreichend geschützt sind. Poolwasser kann sogar Infektionen begünstigen.
Nicht wenige bezeichnen ihre Augen als wichtigstes Sinnesorgan. Doch es gibt eine Reihe von Krankheiten, die das Augenlicht gefährden. So können zum Beispiel Grüner Star oder Diabetes Mellitus – sofern keine Behandlung erfolgt – zur Erblindung führen. Auch Infektionen können Betroffene erblinden lassen, wenn sie nicht therapiert werden.
Im Sommer steigt die Gefahr, dass gefährliche Krankheitserreger ins Auge eindringen. Grund dafür sind die vielen Einflüsse, die in der heißen Jahreszeit aufs Auge einwirken. Sonnenlicht, chemische Verbindungen in Poolwasser, Sonnencreme, Sand, etc: All dies begünstigt gereizte und gerötete Augen, die anfälliger sind für Krankheitserreger.
Die richtige Sonnenbrille ist immens wichtig
Die Stiftung Auge der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e.V. (DOG) empfiehlt diverse Verhaltensregeln, um die Augen im Sommer zu schützen.

Experten der Stiftung Auge empfehlen vor allem den Schutz der Augen durch das Tragen von Sonnen- oder Schwimmbrillen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. Das Problem: Ein Übermaß an UV-Strahlung kann zu bleibenden Schäden führen. Eine Trübung der Linse und Grauer Star sind mögliche Folgen. „Wir empfehlen daher dringend, die Augen zu schützen und Sonnenbrillen mit dem Kennzeichen „UV-Schutz 400“ zu tragen“, wird Professor Dr. med. Frank G. Holz, Vorstand der Stiftung Auge und Direktor der Augenklinik an der Universität Bonn, in der Pressemitteilung zitiert.
„Dieser Hinweis auf der Brille zeigt an, dass die Gläser kurzwellige UV-Strahlung bis zu 400 Nanometern beinahe vollständig herausfiltern. Das CE-Zeichen kennzeichnet außerdem Brillen, die nach geltenden EU-Richtlinien wirksamen Sonnenschutz bieten“, so Holz weiter.
Auch Trichloramin ist ein potenziell augengefährdender Stoff. Poolwasser mit Trichloramin, aber auch See- oder Meerwasser, waschen den natürlich schützenden Tränenfilm des Auges aus und reizen das Auge. Dadurch können Keime und Krankheitserreger leichter in die Hornhaut eindringen und eine Infektion verursachen, informiert die Stiftung Auge. Trichloramin „entsteht durch die Reaktion von Chlor mit organischen Verbindungen, wie etwa Harnstoff, der in Urin und Schweiß enthalten ist. Trichloramin wird als typischer Chlorgeruch wahrgenommen und reizt die Bindehaut am Auge“, so Professor Dr. med. Gerd Geerling, Mediensprecher der Stiftung Auge und Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf. Das Ausspülen mit Leitungswasser und das Anwenden von Augentropfen lindern die Beschwerden.
Allgemeine Tipps vonseiten der Stiftung Auge, die Ihre Augen im Sommer schützen:
- Tragen Sie eine Sonnenbrille mit „UV-Schutz 400“ und CE-Zeichen. Wählen Sie außerdem eine große Sonnenbrille, diese schützt das Auge von allen Seiten.
- Tragen Sie im Wasser eine gut sitzende Schwimmbrille.
- Gereizte Augen am besten mit sauberem Wasser auswaschen und benetzende, frei verkäufliche Augentropfen zur Linderung der Beschwerden nutzen.
- Bei kleinen Fremdkörpern wie Insekten, Sand oder Sonnencreme nicht die Augen reiben und diese mit klarem Wasser ausspülen.
- Halten die Augenbeschwerden länger als 24 Stunden an, sollte man zum Augenarzt gehen.
Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unserer Redaktion leider nicht beantwortet werden.